Zurück zur Übersicht

Leben

Nachhaltig, gesund und herrlich duftend

Kleingarten Magazin
Kleingarten Magazin
Kleingarten Magazin
April 2017

Das auf Rosenzucht spezialisierte Familienunternehmen W. Kordes’ Söhne hat eine große Zahl bekannter Rosensorten hervorgebracht. Nachhaltige und gesunde Gartenrosen spielen für den im schleswig-holsteinischen Klein Offenseth-Sparrieshoop beheimateten Betrieb, der unter anderem aktuell 70 ADR-Rosen führt, schon lange eine wichtige Rolle.

 

Rund 30 Kilometer nördlich von Hamburg hat der Rosenzuchtbetrieb W. Kordes’ Söhne, der in diesem Jahr sein 130-jähriges Bestehen feiern kann, seinen Hauptsitz. Hier produziert das Unternehmen auf 50 bis 60 Hektar Anbaufläche veredelte Gartenrosen; auf 2,5 Hektar Fläche werden Gartenrosen-Neuzüchtungen auf ihre Markteignung geprüft und bewertet, wobei es vor allem auf Blattgesundheit, Robustheit und Frosthärte ankommt.Für die Produktion von Gartenrosen im Container stehen ein Hektar Freilandfläche und ein 2.400 Quadratmeter großes Cabrio-Gewächshaus zur Verfügung. Und auf drei Hektar Gewächshausfläche werden kommende Schnittrosensorten getestet und gezüchtet, bevor mehrere Spezialbetriebe weltweit ihren Anbau übernehmen. Der in vierter und fünfter Generation von Tim-Hermann Kordes, Wilhelm-Alexander Kordes und John Vincent Kordes geleitete Familienbetrieb beschäftigt 125 fest angestellte Mitarbeiter.

Jedes Jahr 20 neue Sorten
Im Lauf der bis ins Jahr 1887 zurückreichenden Firmengeschichte hat Kordes Tausende von Rosensorten in den Markt eingeführt, aber auch immer wieder durch neue, verbesserte Sorten ersetzt. Insgesamt 20 neue Sorten, verteilt auf Gartenrosen, Schnittrosen und Topfrosen, kommen jährlich hinzu, ungefähr ebenso viele ältere, anfälligere Sorten verschwinden aus dem Sortiment. „Heutzutage bieten wir unseren Kunden circa 250 eigene Gartenrosenzüchtungen an. Bei den Schnittrosen sind circa 150 Sorten marktrelevant, bei unseren Kordana-Topfrosen rund 60 Sorten“, erläutert Wilhelm-Alexander Kordes. „Wir haben sehr konkrete Vorstellungen, welche Eigenschaften bei uns gezüchtete neue Sorten aufweisen müssen. Die Gartenrosen sollen robust und widerstandsfähig sein und im heimischen Garten beim Endverbraucher einfach in der Pflege. Schnittrosen dagegen benötigen später in der Vase eine lange Haltbarkeit und in der Produktion einen hohen Ertrag, gemessen in Stielen pro Quadratmeter. Auf der Suche nach verbesserten Sorten können wir auf unsere jahrhundertelange Erfahrung zurückgreifen. Zudem braucht man manchmal aber auch einfach Glück.“

Robuste, gesunde ADR-Rosen
Dass der Rosenzuchtbetrieb Kordes Wert auf robuste und ­widerstandsfähige Sorten legt, hat Tradition. Bereits der Sohn des Firmengründers, Wilhelm Kordes II., der als bedeutendster Rosenzüchter des 20. Jahrhunderts gilt, nannte in seinen Publikationen die Widerstandsfähigkeit gegenüber den typischen Rosenkrankheiten wie Sternrußtau, Rosenrost und Mehltaupilzen als wichtigstes Züchtungsziel. Er war 1950 auch maßgeblich an der Gründung der ADR-Prüfung (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung) beteiligt, bei der Rosensorten über drei Jahre hinweg in elf über ganz Deutschland verteilten verschiedenen ADR-Prüfungsgärten von unabhängigen Rosenexperten getestet und bewertet werden. Die Auszeichnung als Anerkannte Deutsche Rose (ADR-Rose) erhalten Rosen, die während dieser Zeit ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gesund bleiben und einen hohen Zierwert haben. „Besonders in den späten 80er-Jahren wurde der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zunehmend kritisch beäugt, daher wird in der Züchtung seit 1990 vollständig auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln verzichtet“, führt Wilhelm-Alexander Kordes aus. „Resultierend hieraus konnten wir besonders gesunde Rosen auf den Feldern selektieren. Heute führt Kordes 70 ADR-Rosen – kein Züchter kann mehr prämierte Rosen aufweisen.“ Wie der Rosenzüchter nicht nur bei seiner Kundschaft beobachten konnte, ist in den letzten Jahren das Umweltbewusstsein des Endverbrauchers nochmals stark gestiegen, so dass ökologisch, nachhaltig und regional hergestellte Produkte verstärkt nachgefragt werden. „Dies gibt uns die Möglichkeit, neuerdings eine Auswahl unseres Sortiments auch als 100-prozentig chemisch unbehandelte Lieferform anzubieten“, so Wilhelm-Alexander Kordes. „Diese naturstarken und nachhaltigen ‚NatuRosa’ vertreiben wir im verrottbaren Einsatz mit schützendem Jutesack und nachhaltigem Steinpapieretikett. In absehbarer Zeit stellen wir dann die komplette Produktion um und verwenden dort nur noch biologische Mittel wie Schachtelhalmextrakt.“ Für viele Liebhaber von Rosen spielt deren Duft eine ganz besondere Rolle, und auch hier hat ­Kordes mit den 2012 auf den Markt gebrachten Parfuma-­Duftrosen ­etwas Be­sonderes zu bieten, wie Wilhelm-Alexander Kordes betont: „Es ist nicht schwer, herrlich duftende Rosen zu züchten. Allerdings galt es lange Zeit als fast unmöglich, diese gleichzeitig mit einer guten Gesundheit auszustatten. Mit den Parfuma-Duftrosen gelang uns dieser züchterische Meilenstein – eine bisher nicht am Markt zu findende Kombination aus Schönheit, Duft und Blattgesundheit.“ Vier der sieben Sorten verfügen bereits über das ADR-Prädikat und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft überreichte Kordes im September 2016 den „Innovationspreis Gartenbau“ für diese Gruppe. Zudem kürten die Mitglieder der „Gesellschaft Deutscher ­Rosenfreunde e. V.“ die Parfuma-Duftrose ‚Gräfin Diana‘ zur „Rose des Jahres 2017“. „Mit ihren nostalgischen, purpur-violetten Blüten und Zitronenduft avancierte diese Edelrose binnen kürzester Zeit zum absoluten Verkaufsschlager in unserem Sortiment“, freut sich Wilhelm-Alexander Kordes.

Rosenklassiker ‚Schneewittchen‘

Neben all den Neuzüchtungen mit verbesserten Eigenschaften, die Kordes jedes Jahr auf den Markt bringt, gibt es auch ein paar über Jahrzehnte gepflegte Klassiker im heutigen Sortiment. „Unsere Kunden kennen diese Rosensorten noch aus Großmutters Rosenbeet und wollen sie unbedingt selbst im heimischen Garten pflanzen“, erklärt Wilhelm-Alexander Kordes. „Einer dieser ‚Evergreens’ ist die bogig, überhängend wachsende Strauchrose ‚Schneewittchen‘ aus dem Jahr 1958. In vielen Privatgärten, in öffentlichen Parks und im Stadtgrün von Städten und Kommunen auf der ganzen Welt ist sie heute noch zu finden. Im Jahr 1983 wurde sie zur Weltrose gekürt und somit in eine Art Rosen-‚Hall of Fame’ aufgenommen.“ Privatkunden können die Kordes-­Rosen unter www.kordes-rosen.com über den Onlineshop, telefonisch, über den Katalog oder auch direkt ab Hof erwerben. Auch eine Reihe von Garten­centern und Baumschulen haben Kordes-Rosen im Angebot.