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Leben

Beetformen - Ein Beet für jede Lage

Kleingarten Magazin
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August 2015

Beete spielen die Hauptrolle im Kleingarten. Das ist ein guter Grund, über verschiedene Gestaltungsformen dafür nachzudenken. Denn zum klassischen Gemüsebeet in Reih und Glied gibt es noch ein paar Alternativen.

 

Die Beete im Kleingarten sind ganz klar die Hauptakteure. Sie sind schließlich die Lieferanten für Salate, Gemüse, Kräuter und Blumen und prägen damit die gesamte Struktur der Parzelle. Sie geben den Takt und den Rhythmus vor, der das Bild des Gartens von Monat zu Monat verändert – je nachdem, was gerade gedeiht, blüht, fruchtet oder rankt. Abgesehen von der Vorfreude auf reiche Ernte sind Beete durchaus auch ästhetisch ein erfreulicher Anblick. Sie drücken ja nicht zuletzt den Erfolg der Gärtner aus, der sich aus einem gekonnten Aneinanderreihen der passenden Pflanzen speist. Der richtige Abstand zueinander, die verträglichste Kombination oder die sinnvolle Fruchtfolge geben da ein Raster vor, das die Gestaltung der Parzelle prägt, auch wenn das viele Gärtner schon gar nicht mehr so wahrnehmen. Grund genug also, die Beete einmal als Gestaltungselement unter die Lupe zu nehmen und sich Gedanken um ein paar Variationsmöglichkeiten zu machen.

 

Die Klassiker in Reih und Glied

Nutzbeete mit Gemüse sind das Grundgerüst der Kleingartenparzelle, die Anspruch auf den besten Platz erheben. Schließlich steht und fällt der Gärtnererfolg mit dem Standort. Was eine solch prominente Bedeutung und Platzierung hat, darf aber auch besonders schön gestaltet sein. Vielleicht bekommen die Reihen einen Abschluss mit einem duftenden Kräuterband? Lavendel, Thymian, Currykraut, Heiligenkraut oder andere Duftpflanzen eignen sich dafür bestens. Möglicherweise machen sich auch einzelne Streifen mit essbaren Blütenkräutern gut zwischen Kohlrabi, Kopfsalat und Lauch, dafür gibt es spezielle Saatgutmischungen im Handel. Das bringt gleich noch ein bisschen mehr Farbe und Leichtigkeit ins Spiel. Nicht zu unterschätzen ist auch die räumliche Wirkung von Rankhilfen und Stützen im Beet, wie sie für Stangenbohnen oder Tomaten notwendig sind. Gestalterisch macht es sich gut im Garten, wenn sich Elemente wiederholen. Warum also diese Struktur nicht in den angrenzenden Bereichen aufnehmen und mit blühenden Kletterpflanzen fortführen? Tomatenstäbe oder Bohnenstangen eignen sich dafür ganz genauso und es entsteht ein schöner Rhythmus, wenn vertikale Elemente den Garten mit unterschiedlichen Bepflanzungen durchziehen.

 

Beliebt und bequem – das Hochbeet

Hochbeete bieten ihren Gärtnern eine bequeme Arbeitshaltung. Als kleine Bauwerke ziehen sie außerdem die Blicke auf sich, deshalb dürfen sie ruhig auch eine gestalterische Wirkung entfalten. Nicht zuletzt erlauben sie auch dort eine ertragreiche Bepflanzung, wo der Boden nicht ganz optimal für hungrige Gemüsepflanzen ist. Doch Hochbeete können tatsächlich noch viel mehr. Geschickt platziert, werden sie zum Raumteiler, der den Garten mit kulinarischer Fracht gliedert – und der einen schönen Übergang zwischen Nutz- und Zierbereich schafft. Mit Hochbeeten lassen sich schöne Abschlüsse von Gartenteilen erreichen, manchmal sogar auch weniger attraktive Ecken dahinter verstecken. Schließlich machen bunte Sommerblumen, Kletterkünstler oder Kräuter eine genauso gute Figur darin wie Gemüse. Und wo das Gelände in Hanglagen etwas abgefangen werden muss, kann diese Funktion vielleicht ein stabiles Hochbeet übernehmen, das Stütze und Pflanzfläche in einem ist. Hier ist es allerdings wichtig, dass das Bauwerk eine Verankerung im Boden bekommt. Außerdem muss das Hochbeet nicht immer nur den Pflanzen den optimalen Komfort bieten. Zu einer gemütlichen Sitzbank erweitert, erlaubt es, sich zwischen Gemüse, Kräuter und Blumen wie im Schlaraffenland zu fühlen. Damit sich das Hochbeet harmonisch ins Gartenbild einfügt, sind gute, qualitätvolle Materialien die beste Voraussetzung. Holz ist der beliebteste Werkstoff dafür, der sich auch relativ einfach verarbeiten lässt. Vorgefertigte Kunststofflösungen sind zwar mittlerweile auch erhältlich, doch im Sinne eines plastikfreien Gartens sind diese nicht die beste Wahl.

 

Mit Kindern auf Augenhöhe

Kinder lieben es zu gärtnern. Dazu gehören aber unbedingt ein paar Erfolgserlebnisse. Die stellen sich leichter ein, wenn der Kinderbereich überschaubar und leicht zu bearbeiten ist. Auch dafür sind Hochbeete eine gute Lösung. Vor allem dann, wenn sie den Maßen der Kinder angepasst sind. Für jüngere Kinder ist eine Höhe von 50 bis 80 Zentimeter sinnvoll. Die Breite soll so bemessen sein, dass die Kinder die Pflanzen im Beet von beiden Seiten gut mit ihren Armen erreichen können. 70 bis 100 Zentimeter haben sich dafür als gutes Breitenmaß bewährt. Die Länge richtet sich ganz nach dem Gärtnereifer der Kinder und dem Platzangebot, das ihnen eingeräumt wird. Außerdem bietet ein Hochbeet aus Holz gleich noch die ideale Fläche für eine individuelle Bemalung.

Eine kleinere Variante zum Hochbeet ist das Square-foot-Beet. „Gärtnern im Quadrat“ heißt das Zauberwort, hinter dem sich ein flacher Holzkasten verbirgt, der in Quadrate unterteilt ausreichend Erträge bringt, für die der Arbeitsaufwand jedoch deutlich niedriger liegt als in klassischen Reihenbeeten. Für Kinder also eine gute Lösung. Die meisten Square-foot-Beete sind einen mal einen Meter groß und bestehen aus 15 bis 20 Zentimeter hohen Holzbrettern, die zu einem Kasten verbunden sind. Das Beet bekommt ein Vlies als unterste Lage, damit Wurzelunkräuter keine Chance haben, und eine Füllung aus guter Erde. Mit Schnüren oder schmalen Hölzern werden darin neun einzelne Quadrate mit 30 mal 30 Zentimetern abgegrenzt. Darin finden nun die einzelnen Samen oder Jungpflanzen Platz, zum Beispiel eine Tomate, neun Zwiebeln, 16 Radieschen usw. Der Vorteil dabei ist, dass in jedem Quadrat nur so viel heranwächst wie darin Platz hat, Unkraut hat dagegen kaum eine Chance. Nach dem Abernten werden die Quadrate sofort wieder mit einer Folgekultur bestückt. In der Gartenliteratur und im Internet gibt es Listen mit den passenden Mengenangaben für ein sinnvolles Bestücken der Square-foot-Beete. Wer es aber trotzdem lieber klassisch mag, der gesteht den Kindern ruhig zu, dass es nicht ganz so gerade und geordnet zugehen muss. Ein umgrenzter Raum für die eigenen Beete gibt den jungen Gärtnern ein starkes Identifikationsgefühl mit ihrer Gartenfläche. Bei der Abgrenzung zum „Erwachsenenbeet“ darf es deshalb ruhig wild werden. Verflochtene Zweige und Stangen, die kein einheitliches Maß brauchen, eignen sich dafür viel besser als eine perfekte Umzäunung. Rankhilfen und Stäbe vertragen vielleicht einen bunten Anstrich, besondere Fundstücke aus dem Garten bekommen Ehrenplätze zwischen Kraut und Rüben. Der Garten ist der ideale Raum für Kinder, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Eine reiche Ernte ist dann die Krönung und Belohnung für ihre Ausdauer und Zuwendung.

 

Gartenglück aus der Kiste

Nicht nur für Kinder, auch für pfiffige Gestaltungsideen eignet sich das Gärtnern in der Kiste. Auf kleinem Raum einen Akzent setzen, eine schwierige Bodensituation umgehen oder zügellose Lieblingspflanzen in Schach halten – das lässt sich mit ein paar schlichten, ausgedienten Holzkisten, die nach Lust, Laune und Lichtverhältnissen aufgestellt, mit dicker Pappe oder Zeitungspapier ausgeschlagen, mit Erde gefüllt und bepflanzt sind, schnell erreichen. Sie sind vor allen Dingen tolle Raumteiler, können gut einen Gartenweg begleiten und erlauben sogar Hochstapelei. Kräuter auf Nasenhöhe, Nachtdufter am abendlichen Sitzplatz oder eine Kistenreihe voller Sonnenblumen erlauben einfache, kostengünstige, formschöne und mobile Lösungen, wo für Beete kein Platz ist, flexible Raumtrennungen oder ein Sichtschutz gefragt sind. So entstehen mit „Kistenbeeten“ ganz neue Räume im Garten, die mit blühender und leckerer Füllung gleich mehrere Funktionen erfüllen.

 

Alles paletti

Die Laubenwand braucht eine Auffrischung? Vielleicht eignet sich ihre Sonnenseite ja für ein vertikales Beet aus Holzpaletten. Mit dieser ungewöhnlichen Wandbegrünung entsteht eine zusätzliche Pflanzfläche, die aus dem gewohnten Rahmen fällt. Die Paletten brauchen eine Befestigung an der Laube, für eine geschlossene Rückwand sorgt Teichfolie, die Zwischenräume der Paletten bekommen eine Erdfüllung. Wichtig ist dabei, dass das Gießwasser ablaufen kann und keine Staunässe entsteht. Auch müssen die Pflanzen, die in der Palettenwand einziehen, ähnliche Ansprüche haben, sonst entstehen unschöne Ausfälle. Zur Bepflanzung eignen sich je nach Standortverhältnissen und Substrat Kräuter, Salate, Gemüse und Sommerblumen. Am besten funktionieren Pflanzen, die eher kompakt wachsen. So eine Palettenwand eignet sich auch als Raumteiler, der verschiedene Gartenräume trennt oder den Sitzplatz vor Einblicken schützt. Übereinandergestapelt und fest miteinander verschraubt lassen sich damit sogar größere Höhen erreichen. Dafür brauchen die Holzelemente allerdings eine Verankerung im Boden, damit sie auch bei Wind ihren stabilen Stand behalten.

 

Wichtiger Hinweis:

Beachten Sie immer die Vorgaben in Ihrer Gartenordnung bzw. fragen Sie Ihren Vorstand.