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Leben

Bemerkenswerte Kräuter

Kleingarten Magazin
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Kleingarten Magazin
Dezember 2014

Kräuter erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind mehr als Petersilie, Schnittlauch und Co. aus dem Supermarkt.

 

Schon Sebastian Kneipp erkannte: „Gegen das, was man im Überfluss hat, wird man gleichgültig; daher kommt es, dass viele Hundert Pflanzen und Kräuter für wertlose Unkräuter gehalten werden, anstatt dass man sie beachtet, bewundert und gebraucht.“ Fast alle Sinne sind bei Kräutern gefragt: Sehen, Fühlen, Riechen und Schmecken der Pflanzen. Kräuter lassen sich vielseitig verarbeiten, zum Beispiel in Kalt- und Heißgetränken mit frisch gezupften Kräutern oder auch als Quark mit Kräutern. Ein Geschmackserlebnis ist Quark mit Bergbohnenkraut, Basilikumsorten, Zitronenthymian und Ysop. 

Als Kräutergrundsortiment werden empfohlen: einige klassische Teekräuter wie verschiedene Minzen und Fruchtsalbei, Oregano und Basilikum, Salbei sowie Thymian.

 

Anti-Aging-Kräuter: Katzenschwanzpflanze

(Bulbine frutescens medicus)

Die schlanken Blätter der Heilpflanze aus Südafrika haben einen dicklichen Saft, ähnlich wie bei Aloe Vera. Pflegeleicht und schön anzusehen ist die Pflanze mit orangen oder auch gelben Blüten. Verwendung findet der antibakteriell wirkende Pflanzensaft äußerlich bei Hautausschlägen, Insektenstichen, Ekzemen und Lippenherpes. Wunden und Verbrennungen sollen schneller heilen und Tee aus den Blättern gegen Arthri-tis, Husten und Erkältung helfen. Die nicht winterharte Pflanze sollte trocken, nicht schattig und ohne Staunässe stehen, sehr gute Eignung als Zimmerpflanze bei geringem Wasserbedarf. Heilende Eigenschaften, gut essbar.

 

Kraut der Unsterblichkeit: Jiaogulan

(Gynostemma pentaphyllum)

Das Heilkraut aus der chinesischen traditionellen Medizin ist auch unter dem Namen „Kraut des Lebens“ bekannt. Die unkomplizierte Pflanze, die zu den Kürbisgewächsen gehört, enthält Wirkstoffe wie der Ginseng. Dazu sagen die Chinesen: „Es wirkt wie Ginseng, aber besser als Ginseng!“ Die Blätter von Jiaogulan können frisch gegessen werden. Aus getrockneten oder frischen Blättern kann Tee bereitet werden, der für Herzstärkung, Stressabbau, Krebshemmung und Regulierung des Blutdrucks sorgen soll. Die winterharte (bis -18 °C) Rank- und Kletterpflanze wird bis zu acht Meter hoch (bei schattigem, feuchtem Platz), im Topf ausreichend feucht halten. Im Winter sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab und der Austrieb erfolgt im nächsten Frühjahr.

 

Fo-Tieng (Polygonum multiflorum),

vielblütiger Knöterich 

Die Wurzel des Knöterichs wirkt in der chinesischen Medizin als Bluttonikum und stärkt Nieren, Leber und Herz. Einsatz zur Senkung des Cholesterinspiegels, Erhöhung des Blutzuckerspiegels, gegen Arterienverkalkung und Schwindel. Für die winterharte, mehrjährige, wuchsfreudige Schlingpflanze ist ein Rankgerüst erforderlich, weiterhin ein Standort im Halbschatten mit guter Erde und kontinuierlichem Gießen. Im Winter sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab und der Austrieb erfolgt im nächsten Frühjahr.

 

Mukunu Wenna (Alternanthera sessilis),

Asiakraut

Bis zu 60 Zentimeter hoch wird die nicht winterharte, hier rotlaubige, asiatische Pflanze, die sich bei regelmäßiger Ernte und Rückschnitt gut verzweigt. Einsatz als traditionelles Heilmittel gegen Kopfschmerzen und Schwindel und positive Wirkung für Sehfähigkeit. In der asiatischen Küche findet das Kraut vielfache Verwendung als Gewürz, in Suppen, Reis und -Salaten. Das Asiakraut benötigt einen feuchten Standort in Sonne bis Halbschatten mit regelmäßigen Düngergaben, gute Eignung auch als Zimmerpflanze. Heilende Eigenschaften, gut essbar, Gewürz.

 

Graues Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus)

Das gelb blühende, langjährig kultivierte Heiligenkraut ist im Außenbereich verbreitet, bei Trockenmauern und in Stein-gärten, eine niedrige Einfassungspflanze, geeignet auch für Formschnitt, Insektenschutz bei Rosen. Die Wirkstoffe sollen Entzündungen hemmen und Insekten auf Abstand halten. Heilende Eigenschaften, gute Teepflanze, gut essbar.

 

Hirschhornwegerich (Plantago coronopus)

Die winterharte Rosettenpflanze wird bis zu 25 Zentimeter hoch und wächst auf wechselfeuchten oder feuchten Standorten auch im Garten (in schattigen Lagen), dort dafür langsamer. Dem starken Ausbreitungsdrang lässt sich am besten in Pflanztöpfen und Kübeln begegnen. In Heilkräuterbüchern wird der Hirschhornwegerich bei Nieren- und Blasenleiden als Heilmittel genannt. Der etwas bitterliche Geschmack der Pflanze gibt Salaten eine würzige Note und sie ist in gedünsteter Form eine nicht alltägliche Beilage. Heilende Eigenschaften, gut essbar, gute Teepflanze.

 

Ziestrose (Cistus incanus)

Griechenland ist die Heimat der rosa blühenden Ziestrose. Sie ist dekorativ und heilsam zugleich. Der Legende nach sollte die Ziestrose verwundete Krieger heilen, so sahen es die Götter auf dem Olymp vor. Auch die Göttinnen erhoben Anspruch auf die schöne Pflanze. Und so lag die Entscheidung bei der Pflanze, die ab sofort heilsam war und der Schönheit der Frauen diente. Die Ziestrose wird bis 90 Zentimeter hoch, ist winterhart bis -10 °C und bevorzugt eine sonnige Lage, vor Wind geschützt. Mit entsprechendem Winterschutz ist die Überwinterung im Freien möglich, als Kübelpflanze ist ein kühler und heller Standort im Haus günstig. Die äußerliche Anwendung erfolgt bei Akne, Entzündungen und Neurodermitis. Heilende Eigenschaften, gut essbar, gute Teepflanze, Gewürz.

 

Indisches Lungenkraut (Justica adhatoda),

Vasica, Malbarnuss

Bereits vor 3.000 Jahren wurde die circa 70 Zentimeter hoch werdende Heilpflanze aus dem Himalaya bei Tuberkuloseerkrankungen verwendet. Die schleimlösenden Inhaltsstoffe lindern Beschwerden bei Asthma, Bronchitis und Heuschnupfen. Als schnell wachsende Zimmerpflanze wird ein heller Standort in einem größeren Pflanzgefäß empfohlen. Heilende Eigenschaften, gut essbar, gute Teepflanze.

 

Zitronenpelargonie (Pelargonium citriodorum)

Wie der Name schon sagt, duftet die Pelargonie bei Berührung angenehm zitronellartig. Diese kompakte Pflanze mit einer Höhe bis circa 80 Zentimeter ist ein idealer „Türwächter“ für Eingangsbereiche, und Insekten werden auf Abstand gehalten. Die Pelargonie blüht von Mai bis September. Der Standort der nicht winterharten Zitronenpelargonie sollte sonnig bis halbschattig sein. Die zartrosa Blüten mit pinkfarbiger Mitte und die hellgrünen Blätter sind essbar. Gut essbar, Gewürz.

Bezug z. B. bei: www.ruehlemanns.de, www.kraeuter-des-lebens.de, www.kraeuter-und-duftpflanzen.de.