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Ideen

Ersatz für den Buchs

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Februar 2018

In den vergangenen Jahren machte sich ein massives Problem in Gärten mit Buchsbaum breit, denn gleich mehrere Krankheiten sorgten für einen traurigen Anblick der immergrünen, eigentlich so robusten Ziergehölze. Doch im Baumschulsortiment ebenso wie im Staudenreich gibt es interessante Alternativen zu entdecken

 

Auf der Suche nach Pflanzen, die den Buchsbaum ersetzen können, entdeckt man die Einzigartigkeit dieses immergrünen Gehölzes: pflegeleicht in Hinblick auf den Standort von schattig bis sonnig, wüchsig, schnittverträglich und lange Jahre auch sehr gesund. Aber über diese Eigenschaften, die es dem Gartenbesitzer leicht gemacht haben, sind zwei Aspekte übersehen worden. Zum einen braucht ein Buchsbaum, der regelmäßig geschnitten wird, regelmäßig eine gute Versorgung mit Nährstoffen. Schnitt bedeutet den Entzug von lebenswichtigen Elementen aus dem Boden und eine schlechte Nährstoffsituation fördert Krankheiten. Zum anderen hat kaum ein Gärtner beachtet, dass der Buchsbaum einen alkalischen Boden benötigt. Das bedeutet, Buchsbaum liebt Kalk, denn am Naturstandort kann der pH-Wert des Bodens auch mal deutlich über sieben liegen. Ist der Boden eher neutral bis sauer, steigt die Anfälligkeit. So haben sich die von einem Pilz verursachte Buchsbaumblattfallkrankheit und der Buchsbaumzünsler (siehe unten "Krankheiten beim Buchsbaum") – begünstigt durch den Klimawandel – breitgemacht und so macht der einst so robuste Buchsbaum plötzlich Sorgen. Doch was ist eine gute Alternative? Wohl am häufigsten wird als Ersatz die Japanische Stechpalme (Ilex crenata) genannt. Sie sieht dem Buchsbaum sehr ähnlich, auch wenn die Blätter gegenständig angeordnet sind. Aber im Hinblick auf die Winterhärte und den Boden sind die im Handel angepriesenen Sorten nicht vergleichbar mit dem Buchsbaum. Zwar heißt es immer wieder, dass Sorten wie ’Dark Green‘ und ’Convexa‘ auch an einem sonnigen Standort winterhart seien, aber wie der Bestand nach einem sehr kalten Winter aussieht, kann keiner mit Sicherheit sagen. Starke Ausfälle durch Kahlfröste sind aber möglich. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist der Boden. Er sollte unbedingt locker und humos sein. Die Bodenreaktion dagegen sollte eher sauer sein, vergleichbar mit Moorbeetpflanzen. Dies gilt auch für die heimische Stechpalme (Ilex aquifolium), die mit der schwach wachsenden Sorte ’Heckenzwerg‘ optisch eine gute Alternative ist. Die dunkelgrünen Blätter sind recht klein und nur leicht gezähnt am Blattrand. Dornen bildet sie nicht. Die Wuchshöhe bleibt auch ohne Rückschnitt sehr gering und meist sind es kaum mehr als 30 Zentimeter Höhe. Schneidet man regelmäßig, so entwickelt sich eine kompakte Krone. Die immergrüne Heckenkirsche (Lonicera nitida) ’Maigrün‘ wird hin und wieder empfohlen. Das liegt sicherlich an der Ähnlichkeit des Blatts. Allerdings ist dieses Gehölz vom Wuchscharakter deutlich anders. Die überhängenden, gedrungenen Triebe neigen zum Verkahlen in den unteren Bereichen, wenn sie regelmäßig geschnitten werden. Der Kleinstrauch erweist sich als recht tolerant, was den Boden betrifft – nur ein heißer, trockener Standort und starker Frost setzen der Heckenkirsche zu.

Als immergrüne Alternative bietet sich auch ein Vertreter aus der Gattung Rhododendron an. Es ist der Kleinblättrige Rhododendron (Rhododendron micranthum) ’Bloombux‘. Der Gedanke mag auf den ersten Blick ungewöhnlich sein und die blassrosa Blüten im Mai sind tatsächlich ein überraschender Blickfang. Aber die Schnittverträglichkeit ist vorhanden, wenn man sich darauf einlässt, dass nur direkt nach der Blüte die Arbeiten durchgeführt werden können. Anderenfalls entfernt man die Blütenansätze für das nächste Jahr. Er wächst recht langsam und sollte unbedingt einen lockeren, humosen Boden bekommen, damit er sich gesund und kräftig entwickelt. Auch der Spindelstrauch (Euonymus) bietet Alternativen. Zwar ist das Laub grundsätzlich größer als Buchsbaumblätter und zudem mitunter auch weiß oder gelb gezeichnet, aber an einem nicht zu schattigen Platz mit etwas Schutz entwickeln sich zuverlässig dekorative Einfassungen.

 

Wintergrün statt immergrün

Der Zwerg-Liguster (Ligustrum vulgare) ’Lodense‘ hält als wintergrünes Gehölz seine Blätter bis zum Neuaustrieb im Frühling. Er ist nicht nur schnittverträglich, sondern auch recht anspruchslos. Vermeiden sollte man trockene Standorte und zu schattige Plätze. Letzteres führt zu einem Verkahlen der Sträucher von unten. Berberitzen (Berberis) zählen ebenfalls mit verschiedenen Arten zu den schnittverträglichen Gehölzen. Vor allem die kleinblättrige Art Berberis buxifolia ’Nana‘ hat sich als Ersatz für den Buchsbaum bewährt. Winterhärte und eine gute Anpassungsfähigkeit an vorhandene Böden sind die Vorzüge. Unter ökologischen Gesichtspunkten sind das dichte Astwerk und die Früchte wertvoll. Bei den Koniferen werden vor allem die Zwergeibe (Taxus baccata) ’Renkes Kleiner Grüner‘ und die Steineibe (Podocarpus nivalis) empfohlen. Vor allem die erst­genannte wird von vielen Experten als der beste Ersatz für den Buchsbaum beurteilt. Allerdings handelt es sich bei diesen Pflanzen eben um Koniferen, die nicht in jeder Kleingartenordnung zugelassen und manches Mal auch nicht geduldet sind. Bitte beachten Sie deshalb die Vorgaben Ihrer Gartenordnung.

 

Halbsträucher und Stauden

Natürlich gibt es auch einige Stauden, die mit ihrem Wuchs als Einfassung geeignet sind. Häufig wird der Gamander (Teucrium chamaedrys) an erster Stelle genannt. Man sollte wissen, dass die kalkliebende Pflanze einen eher mageren, vor allem stickstoffarmen Boden bevorzugt und unbedingt Licht benötigt. Sie verträgt es nicht, wenn sich die lockeren Blütenrispen von Katzenminze (Nepeta) oder Schleierkraut (Gypsophila) romantisch über die Einfassung legen. Das gilt auch für eine ganze Reihe von Alternativgehölzen wie die buntlaubigen Spindelsträucher, Liguster und die immergrüne Heckenkirsche. Aus der Pflanzengruppe der mediterranen Halbsträucher wie Heiligenkraut (Santolina), Lavendel (Lavandula angustifolia), Küchensalbei (Salvia officinalis), Thymian (Thymus officinalis) und Rosmarin (Ros­marinus officinalis) kann eine Einfassung auch gestaltet werden, wenn die klimatischen Bedingungen dies zulassen, d. h. wenn die Winter nicht zu kalt und nass sind. Eher ungewöhnlich und als sommerliche Einfassungsstruktur hat sich auch der Schnittlauch (Allium schoenoprasum) bewährt. Er wird nach der Blüte im Mai einmal kräftig zurückgeschnitten und kann natürlich auch immer von den Rändern her beerntet werden. Ähnlich ist der Kantenlauch (Allium angulosum) zu verwenden. Er blüht erst im Hochsommer und hält anschließend seine Fruchtstände als markante Struktur zwischen dem grasartigen Laub.

 

Krankheiten beim Buchsbaum

Buchsbaumblattfall wird durch den Pilz Cylindricladum buxicola verursacht. Meist treten zunächst kleine Blattflecken auf, die sich ausbreiten und dazu ­führen, dass die Triebe absterben. Es hat sich gezeigt, dass vor allem Buxus microphylla mit den Sorten ’­Herrenhausen‘ und ’Brno‘ weniger anfällig ist. Der Buchsbaumzünsler stammt aus südlichen Gefilden und gelangt immer weiter nach Norden. Der Schmetterling ist unscheinbar braun. Die Raupen fressen bevorzugt Buchsbaumblätter und verpuppen sich dann. Ist ein Strauch kahl gefressen, treibt er wieder aus, ­allerdings führt der Befall zu einer starken Schwächung des Buchsbaums und bedeutet langfristig den Tod. Für die Bekämpfung der Raupen eignen sich Produkte, die auf Bacillus thuringiensis oder Neemöl basieren. Mit Lockfallen für die Falter kann man den Zeitpunkt des Befalls besser bestimmen, denn meist erkennt man die grünen Raupen erst, wenn der Strauch kahl ist. Gegen die Pilzkrankheit haben erste ­Versuche gezeigt, dass das Bestäuben mit Algenkalk durchaus empfehlenswert ist. Es fördert den gesunden Neuaustrieb und scheint auch die Raupen des Buchsbaumzünslers abzuhalten