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Garten

Boden: Die Basis des Wachstums

Kleingarten Magazin
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April 2015

Im Boden finden Pflanzen Halt, Wasser und Nährstoffe. Ihn zu kennen, ist elementar, um ihn richtig zu nutzen und seine Leistungsfähigkeit zu erhalten, möglicherweise sogar zu verbessern. So kann im Einklang mit dem Wachstumsfaktor Boden die Auswahl der Pflanzen und ihre Pflege umgesetzt werden.

 

Das Ausgangsmaterial eines Bodens ist das Gestein. Es sind zahlreiche Einflussfaktoren, die die starren Strukturen umwandeln. So entsteht ein sogenanntes Bodenprofil, das sich aus verschiedenen Horizonten zusammensetzt. An den tiefer ­liegenden Wegen zwischen Feldern oder im Bereich von Steinbrüchen kann man diese Schichtung gut beobachten. In der Regel spricht man von drei Horizonten, bezeichnet mit den Buchstaben A, B und C.

 

Die Entstehung eines Bodens

Klima, Pflanzenwuchs und die Aktivität der Bodenorganismen lassen einen solchen Boden entstehen. Als Ausgangsmaterial geht man vorwiegend von Ablagerungsgesteinen aus. Sie sind durch Verwitterung aus vulkanischen Erstarrungsgesteinen entstanden. Daher sind die Bestandteile, in erster Linie Mineralien, gleich. Silikate, Karbonate und Sulfate bilden die drei Hauptgruppen dieser Mineralien. Bei den Erstarrungsgesteinen unterscheidet man vor allem zwischen Tiefengestein, Ergussgestein und Auswurfgesteinen. Zu der ersten Gruppe zählt beispielsweise Granit, der zu sandigem Lehm verwittert. Ergussgestein ist Basalt, der durch Verwitterung einen steinigen, ­tonigen Lehm bildet. Beim Auswurfgestein werden Gasblasen in das Gestein im Erstarrungsprozess eingeschlossen, wodurch ein poröses Material wie Bims und Tuff entsteht. Ebenso unterscheidet man die Ablagerungsgesteine, auch Sedimente genannt. Das Trümmersediment entsteht durch Wasser, Wind oder Gletscher. Hierbei kann man je nach Größe der abgelagerten Teile zwischen Sanden, Schluff, Lehm oder Ton unterscheiden. Bei den chemischen Sedimenten, zu denen Gips und Kalkstein zählen, werden leicht lösliche Salze aus dem Erstarrungsgestein heraustransportiert und verfestigt. Eine dritte Gruppe sind die biogenen Sedimente. Sie entstehen durch pflanzliche und tierische Organismen. Zu ihnen zählen beispielswiese Muschelkalk, aber auch Torf.

 

Verwitterung anorganischer Strukturen

Bei der Verwitterung werden die festen mineralischen Bestandteile des Bodens verändert. Dabei spielen vor allem Wasser, Luft und die Lebewesen eine wichtige Rolle. Diese Prozesse haben auf die Entwicklung eines Bodens großen Einfluss, denn aus festem Gestein werden kleinste Teilchen, die für das Pflanzenwachstum eine große Bedeutung haben. Bei der Verwitterung unterscheidet man zwischen der physikalischen und der chemischen Verwitterung. Bei Ersterer spielen Druck und Temperatur eine große Rolle, weil sie die Ausdehnung von Gestein beeinflussen und so dazu führen, dass die in sich festen Gefüge zersprengt werden. Sind nun Spalten und Ritzen vorhanden, können Wasser und Pflanzenwurzeln eindringen und ihrerseits eine Sprengwirkung auslösen. Bei der chemischen Verwitterung geht es vor allem darum, dass die Mineralien durch chemische Reaktionen wie die Lösung in Wasser oder Säuren beziehungsweise durch Oxidation verändert werden.

 

Organische Bodenbestandteile

Die organische Substanz des Bodens wird auch als Humus bezeichnet. Man unterscheidet zum einen zwischen den pflanz­lichen und den tierischen Bestandteilen, zum anderen aber auch zwischen der lebenden und der toten organischen Substanz. Das Verhältnis von Letzteren liegt bei etwa 1:10. Das liegt vor allem daran, dass die organische Substanz unterschiedlich rasch umgewandelt wird. Blätter und Blütenteile zählen zu den leicht zersetzbaren Stoffen. Dagegen sind alle härteren und zum Teil verholzenden Strukturen langsam zersetzbar, weil sie Holzstoffe enthalten. So unterscheidet man zwischen dem Rohhumus, der aus unzersetzter, organischer Substanz besteht, dem Nährhumus, der schnell in seine Ausgangsbestandteile umgewandelt wird und dem Dauerhumus, der als Strukturbildner von großer Bedeutung im Boden ist, weil er nur langsam zersetzt wird, und so die wertvollen Eigenschaften des Humus auf Dauer im Boden hält. Je nach Art des Bodens unterscheidet sich auch der Humusgehalt. Ein Waldboden enthält im A-Horizont bis zu 100 Prozent Humus, während ein Ackerboden im Durchschnitt nur etwa zwei Prozent Humus enthält.

 

Lebende organische Strukturen

Der Boden stellt sich aber nicht nur als „Dienstleister“ für höhere Pflanzen dar, sondern ist selber ein Lebensraum, der von niederen Pflanzen und tierischen Organismen geprägt wird. Der Boden und seine Bewohner sind ein eingespieltes System, das durch seine Aktivität unter anderem die Belüftung, die lockere Struktur und die Temperatur des Bodens positiv beeinflusst. Daher ist es besonders wichtig, dass man behutsam mit dem Boden umgeht. Darauf Herumgehen, Umgraben, Düngen und übermäßiges Wässern sind ebenso schädlich, wie den Boden ohne Bewuchs Sonne, Wind und Regen auszusetzen.

 

Das Bodengefüge

Die Mischung aus anorganischen und organischen Bodenbestandteilen charakterisiert einen Boden. Die Anordnung der Teilchen beschreibt das Bodengefüge. Es zeigt sich in den Festkörpern und den Poren, die mit Luft und Wasser gefüllt sind. Man spricht von dem Festvolumen eines Bodens, das durch die Bodenteilchen gegeben ist, und dem Porenvolumen der Zwischenräume. Je kleiner die Poren sind, desto eher sind sie mit Wasser gefüllt. Große Poren dagegen enthalten vorwiegend Luft. Damit ein Boden für Pflanzen geeignet ist, sollte mindestens die Hälfte des Volumens durch das Porenvolumen bestimmt sein. Ein Bodengefüge, das diesen Ansprüchen nicht genügt oder in seinen Bestandteilen nicht ausgewogen ist, wird durch Bodenbearbeitung (siehe Heft 1/15) oder durch Bodenhilfsstoffe (siehe Heft 2/15) verbessert.

 

Das Bodenprofil mit seinen Horizonten

- Der A-Horizont hat eine dunkle Färbung und ist stark durchwurzelt. Die Teilchen sind locker gelagert und das organische Material besteht in einem natürlichen Boden in erster Linie aus Wurzelresten. Ein kultivierter Boden enthält natürlich auch andere Pflanzenreste, die durch Kompostgaben und Mulchmaterial auf den Boden gelangt sind.

- Der B-Horizont hat typischerweise eine braune, rot-braune oder graue Farbe. Hauptbestandteile sind Sand, Ton und Steine, also vorwiegend anorganische Anteile. Wurzeln findet man nur vereinzelt.

- Der C-Horizont besteht aus organischen Teilen, als da wären Sand, Ton und Gestein. In diesem Bereich findet man keine Pflanzenwurzeln.

 

Die Fingerprobe

Bodenarten lassen sich mithilfe der Fingerprobe leicht bestimmen. Dazu nimmt man etwas Boden in die Hand und zerreibt ihn zwischen den Fingern.

- Der Boden ist formbar, schmierend und glänzt, so handelt es sich um Ton.

- Der Boden ist wenig formbar, eher bröckelnd, ­bisweilen auch schmierend, so bezeichnet man den Boden als Lehm.

- Der Boden ist wenig formbar und mehlig bröckelnd, spricht man von Schluff.

- Der Boden ist nicht formbar und hartkörnig, so ist es Sand.