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Garten

Die Bodenbearbeitung

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Kleingarten Magazin
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Dezember 2014

Der Boden ist die Grundlage des pflanzlichen Wachstums. Im Garten allerdings wird kultiviert und es zählen die Faktoren Ertrag und gesundes, kräftiges Wachstum. Sie machen eine Bodenbearbeitung notwendig, die die Bedingungen optimiert.

 

In den Herbst- und Wintermonaten ist der Zeitpunkt ideal, um abgeräumte Beete tiefgründig zu lockern. Dabei werden die Strukturen, die sich durch den Anbau von Sommerblumen und Gemüse entwickelt haben, wieder gelockert, damit auch im nächsten Jahr die Wurzeln leicht das Erdreich durchdringen können. Die klassische Methode der Bodenlockerung ist das sogenannte Umgraben, das mit der Arbeit des Pflugs zu vergleichen ist. Der Boden wird mit dem Spaten umgegraben, und zwar so tief wie das Spatenblatt hoch ist. Man nennt es spatentief umgraben. Die Klumpen werden mit dem Spaten durch draufschlagen grob zerkleinert, können aber auch als Schollen liegen bleiben. Über den Winter können nun die verklebten Strukturen durch den Frost zersprengt werden. Dieses ist die sogenannte Frostgare. Dabei weitet das im Boden befindliche Wasser durch Ausdehnung beim Gefrieren die verfestigten Strukturen und der Boden zerfällt im Frühling krümelig. Auf nicht zu lehmigen Böden kann man für diese Arbeit auch die Grabegabel nehmen. Die Arbeit ist nicht ganz so schwer und schont das Bodenleben.

 

Umgraben

Das Umgraben im Herbst hat verschiedene Vorteile: Regenwasser läuft nicht ab, sondern versickert auf der unregelmäßigen Oberfläche. Nährstoffe, die in tiefere Schichten versickert sind, werden in die stark durchwurzelten oberen Bereiche zurückgebracht. Außerdem können Pflanzenreste, also verrottende Bodenverbesserer, untergearbeitet werden. Doch auch wenn die Vorteile verlockend klingen, sollte man behutsam vorgehen und nicht jedes Jahr zum Spaten greifen, denn mit dem Wenden der Schichten werden natürlich auch die in den jeweiligen Zonen angesiedelten Bodenlebewesen durcheinandergebracht. Sind die Abstände zu kurz, wird das Bodenleben geschwächt und in der Folge nimmt die Fruchtbarkeit des Bodens ab. Ebenso wichtig ist es, Pflanzen anzubauen, die ein reichverzweigtes, tiefes Wurzelsystem haben, wie beispielsweise Sonnenblumen. Das Umgraben ist vor allem für normale, nicht tiefgründig verdichtete -Böden geeignet. Dort, wo der Boden tiefgründig verdichtet ist, muss man entweder holländern oder rigolen. Während die erste Methode mit dem Tiefpflügen vergleichbar ist, gehört die zweite zu den wirklich sehr selten angewendeten Bodenlockerungsmethoden.

Beim Holländern wird der Boden zwei Spaten tief umgegraben. Allerdings werden die beiden Schichten nicht miteinander vermischt. Man muss also systematisch vorgehen, indem man die Fläche in Streifen bearbeitet. Zunächst wird der Oberboden von einem Streifen abgetragen, so dass man an die darunter-liegende Schicht kommt. Diese wird nun mit dem Spaten ge-lockert und man kann auch Sand oder Kies zur Lockerung einarbeiten. Nun wird der Oberboden des nächsten Streifens auf den ersten Streifen geworfen, um anschließend wieder an den Unterboden zu kommen. Dies setzt man fort, bis die ganze Fläche bearbeitet ist und die obere Schicht des ersten Streifens auf dem letzten ausgebreitet werden kann.

Beim Rigolen wird auch die zweite Schicht zwischengelagert, um eine noch tiefere Lockerung zu ermöglichen. Man muss dann vor allem darauf achten, dass die Schichten nicht miteinander vertauscht werden. Dieses sehr tiefgründige Lockern ist vor allem notwendig, wenn der Boden mit schwerem Gerät (Baumaschinen, Lkw) befahren wurde. Grundsätzlich ist der Herbst die beste Jahreszeit für eine solche Maßnahme, und die Geduld, bis zum Herbst zu warten, zahlt sich aus. Mithilfe einer blühenden Gründüngung kann man die Fläche über den Sommer zunächst ruhen lassen und sollte erst im folgenden Frühjahr tatsächlich mit der Gestaltung beginnen.

 

Herbstliche Bodenbearbeitung im Bewuchs

Während die freien Flächen mechanisch bearbeitet werden, lässt man bewachsene Staudenrabatten, Wiesen oder Baumscheiben eher in Ruhe. Hier beschränkt man sich darauf, dass Unkräuter entfernt und die Blätter beziehungsweise Blüten von erkrankten Gewächsen abgeschnitten werden. Ansonsten bedeckt man den Boden mit Häckselgut, Laub und/oder reifer abgelagerter Komposterde. Nun übernehmen die Lebewesen des Bodens nämlich die Lockerung zwischen den Pflanzen, indem sie die organische Masse in den Boden ziehen und die Zersetzung ankurbeln. Neben dieser ganz natürlichen Bodenbearbeitung werden durch die Umsetzung der Humusstoffe auch Nährstoffe für das Frühjahr bereitgestellt. Gleichzeitig verhindert die Abdeckung, dass sich Unkräuter breitmachen. Wichtig ist, dass man die Schicht durchaus großzügig, etwa drei bis fünf Finger hoch, ausbringt.

 

Oberflächliche Lockerung im Frühling

Im Frühling geht man besonders behutsam mit dem Boden um. Gerade dort, wo der Frost für Lockerung gesorgt hat, wird nur noch mit Krail und Harke gearbeitet. Der Krail dient dazu, verbliebene Klumpen zu zerschlagen und Humus einzuarbeiten. Mit dem Rechen wird die Oberfläche glatt -gezogen, damit man neu säen oder pflanzen kann. Ganz wichtig ist, dass man so wenig wie möglich auf der Fläche herumläuft, um Verdichtungen zu vermeiden. Am besten hat man immer ein Schalbrett zur Hand, das man über die Fläche legt, um pflanzen und säen zu können.

Im Bestand wird im April gehackt und Unkraut entfernt. Dabei sollte man warten, bis sich alle Zwiebelblumen und Stauden an der Erdoberfläche zeigen, damit man nicht versehentlich die jungen Triebe beschädigt.