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Garten

Eine kleine Bodenkunde, Teil 2: Richtige Bodenverbesserung

Jede Bodenart hat bestimmte Eigenschaften, günstige und ungünstige.
Für gutes Ge­deihen von Wurzel­gemüse ist lockerer Boden wichtig.
Spinatgründüngung wird vor dem ­Schießen abgehackt und bleibt liegen.
Durch Hacken kommt Luft in den Boden. Außerdem hilft es, Wasser zu sparen.
Sandiger Boden ist ideal für den Spargelanbau.
Strohmulch hält Feuchtigkeit im Boden, was für Erdbeeren sehr wichtig ist.
Kompost wird hier mit der Gartenkralle oberflächlich in den Boden eingearbeitet.
Februar 2019

Jede Bodenart hat bestimmte Eigenschaften, günstige und ungünstige. Einige Kulturpflanzen kommen gut damit zurecht, andere weniger. Ungünstige Eigenschaften lassen sich durch die Art und Weise der Bearbeitung, Düngung und Bodenverbesserung ausgleichen. Ziel ist es, einen fruchtbaren, gut zu bearbeitenden Boden zu schaffen, der Wasser und Nährstoffe gut hält und langsam freisetzt.


Im Hinblick auf die Bearbeitung sowie auf Düngen und Wässern ist es hilfreich, sich vorzustellen, wie der Gartenboden unter der Oberfläche strukturiert ist. Neben den mineralischen und organischen Bestandteilen kommt es auch auf die Hohlräume an, auf die Bodenporen. Diese erfüllen eine wichtige Funktion. In ihnen zirkulieren Luft und Wasser. Die Bodenluft bewegt sich in den über etwa 0,01 Millimeter großen Grobporen. Die kleineren Poren sind mit Wasser gefüllt. Luft und Wasser müssen in den Poren in einem guten Verhältnis zueinander stehen. Bei einem hohen Anteil an Grobporen und damit zu hohem Luftanteil ist der Boden zu trocken; bei zu vielen mit Wasser gefüllten Poren ist der Boden zu nass. Beide Extreme sind ungünstig für das Pflanzenwachstum und für die im Boden lebenden Tiere. Gärtner können hier mit der Bodenpflege, durch Bearbeitung, Mulchen und Gründüngung, regulierend eingreifen.

Luft in den Hohlräumen des Bodens
Der Luftanteil im Boden unterscheidet sich je nach Bodenart stark. Er schwankt zwischen etwa fünf Prozent in Tonböden und etwa 40 Prozent in Sandböden. Die Bodenluft nimmt das Kohlendioxid aus der Atmung des Bodenlebens und aus der Zersetzung der organischen Stoffe des Bodens auf. Sie enthält deshalb ein Mehrfaches an Kohlendioxid gegenüber der Atmosphäre. Der Anteil darf nicht zulasten des Sauerstoffs zu hoch steigen, denn Kulturpflanzen brauchen mindestens 15 Prozent Sauerstoff in der Bodenluft. Es ist deshalb notwendig, den Boden zu lockern, so dass sauerstoffhaltige Luft aus der Atmosphäre in die Bodenporen einströmen kann.

Bodenwasser in verschiedener Form
Bodenwasser ist zum einen das Sickerwasser, das durch Grobporen, der Schwerkraft folgend, ins Grundwasser versickert. Bodenwasser ist auch Haftwasser, das der Boden in seinenMittelporen (0,0002 bis 0,01 Millimeter) und Feinporen (kleiner als 0,0002 Millimeter) gegen die Schwerkraft festhält. Im Bodenwasser befinden sich Nährstoffe in flüssiger Form, die von den Pflanzenwurzeln aufgenommen werden. Die Pflanzenwurzeln sind in der Lage, durch komplizierte chemisch-physikalische Vorgänge – unter Mitwirkung von Fermenten und organischen Säuren – Nährstoffe aus Mineralien und Humus herauszulösen.

Gärtnern auf Sandboden
Sandboden hat einen hohen Anteil an Grobporen. Er ist deshalb gut zu bearbeiten und erwärmt sich rasch. Aber Nährstoffe werden ausgewaschen und der Boden trocknet schnell aus. Landwirte und Gärtner streben deshalb danach, den Boden bindiger zu machen, so dass er Nährstoffe und Wasser besser hält. Dies erreicht man durch Zugabe von organischer Substanz, beispielsweise in Form von Kompost, und durch Zugabe von stark quellenden mineralischen Komponenten wie etwa Tonmehl, beispielsweise Kaolinit oder Dolomit (Kalziumkarbonat). Tonminerale sind schichtweise aufgebaut und lagern zwischen den Schichten Wassermoleküle und Ionen ein. Sie entziehen Nährstoffe und geben sie wohldosiert wieder in die Bodenlösung ab. Die Speicherfähigkeit von Böden für Wasser und Nährstoffe lässt sich so verbessern. Tonmehl kann man auch dem Kompost beigeben und so indirekt für bessere Bindigkeit sorgen. Gründüngung, beispielsweise mit Lupinen oder Wicken, trägt zur Bodenverbesserung bei; der Pflanzenbewuchs führt dem Boden organische Stoffe zu und trägt so langfristig dazu bei, dass sich der Humusgehalt erhöht. Mulchen ist auf Sandböden besonders effektiv, weil es Wasser im Boden hält und ihn vor Austrocknung schützt. Gartenbaulich gesehen ist sandiger Boden für viele Nutzpflanzen nicht so günstig, weil die Speicherkapazität gering ist. Aber er hat auch seine Vorteile, weil sich Pflanzenwurzeln und Speicherorgane wie Knollen gut in der lockeren Erde ausbreiten können. Deshalb wachsen hier Kulturpflanzen besonders gut, die sich unterirdisch entwickeln. Vor allem sind dies Spargel, Möhren, Kartoffeln, Schwarzwurzeln. Bei den Gehölzen sind beispielsweise Kartoffel-Rose (Rosa rugosa) und Sanddorn (Hippophae rhamnoides) an sandige, arme Standorte angepasst.

Gärtnern auf Lehmboden
Auf lehmigen Böden gedeihen fast alle Kulturpflanzen gut. Lehmboden, bei dem Ton-, Schluff- und Sandpartikel in etwa gleichen Anteilen enthalten sind, hält Wasser und Nährstoffe gut und gibt sie gleichmäßig ab. Um die gute Ertragsfähigkeit des Lehmbodens zu erhalten, gibt man Humus in Form von Kompost. Passende Gründüngungspflanzen sind Phazelie und Gelbsenf.

Gärtnern auf Tonboden
Toniger Boden enthält viele Nährstoffe. Aber er ist ungünstig durchlüftet und schwer zu bearbeiten. Bei Regen verschlämmt er, beim Austrocknen wird er rissig und verhärtet, so dass er kaum noch zu bearbeiten ist. Fürs
Hacken und Umgraben muss man genau den richtigen Zeitpunkt abpassen. Er heißt deshalb auch „Minutenboden“. Bei Tonboden bzw. auf Böden mit hohem Tonanteil kommt es darauf an, seine Struktur zu verbessern und ihn zu belüften. Dies erreicht man durch Einmischen von Sand und von organischem Material, vor allem von Kompost, der immer ausgleichend wirkt. Tief wurzelnde Gründüngungspflanzen wie Ölrettich verbessern ebenfalls die Struktur. Mulchen ist günstig, weil es Austrocknung verhindert. Auf schweren Lehm- oder Tonböden kommen folgende Kulturpflanzen gut zurecht: Walnussbäume, Apfelbäume, Kopfkohl, Blumenkohl, Sellerie und Lauch.


Leichter oder schwerer Boden
Ob der Boden leicht oder schwer ist, merkt man, wenn man ihn mit Hacke oder Spaten bearbeitet. Diese Charakterisierung besagt, wie leicht oder schwer sich ein Boden bearbeiten lässt. Sie hängt mit der Bodenart zusammen. Leicht zu bearbeiten sind Sandböden, schwer zu bearbeiten sind Tonböden. Lehmböden -liegen dazwischen.