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Ideen

Mit Malven hoch hinaus

Kleingarten Magazin
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August 2013

Was wäre der Hochsommer ohne Malven? Sie haben die Wahl zwischen hoch aufragenden Stockrosen oder Buschmalven und niedrigeren Bechermalven oder Moschusmalven. Allesamt gefallen sie mit ihren seidigen Blütenblättern in rosa Farbtönen. 

 

Zart-seidene Bechermalve

Beginnen wir mit der schönen Bechermalve (Lavatera trimestris). Die einjährige Sommerblume, von der es rosafarbene und weiße Sorten gibt, wird entweder mit Vorkultur im Haus oder direkt aufs Beet gesät. Ihre mit feinen Strichen gezeichneten Blüten öffnen sich von Juni bis zum Spätherbst. Die Sorten im Samenhandel heißen ’Mont Blanc‘, ’Pink Blush‘ oder ’Silvercup‘. Der Dauerblüher darf in keinem ländlichen Garten fehlen. Er wirkt eingestreut in Blumenbeete oder in größeren Gruppen. Schneiden Sie diese Art auch für die Blumenvase.

 

Zweijährige und ausdauernde Stockrosen

In ländlichen Gärten sind die Stockrosen oder Stockmalven gleichermaßen beliebt. Es sind typische Bauerngartenblumen, die sich an Zäune anlehnen. Sie blühen in Weiß, Rosa, Lachs, Gelb, Rot, Purpur und Dunkelrot. Es gibt gefüllte und ungefüllte Formen. Durch ihren hoch aufstrebenden Wuchs geben Stockrosen dem Garten eine andere Dimension. Wenn sich die langen Blütenstängel zur Seite neigen, muss man diese eventuell anbinden oder mehrere Stängel zusammenbinden. Genau genommen gibt es mehrere Stockrosenarten: Am bekanntesten ist die Gewöhnliche Stockrose oder Chinesische Stockrose (Alcea rosea), die, wie der Name vermuten lässt, aus Südwestasien stammt. Sie wächst je nach Sorte und Standortverhältnissen ein-, zwei- oder mehrjährig. Besonders gefragt ist derzeit die tief schwarzrot blühende Sorte ’Nigra‘. Neuerdings gibt es auch Stockrosenzüchtungen, die bereits im ersten Jahr blühen und niedriger bleiben. Solche Sorten wie ’Dublette Mischung‘ oder ’Spring Celebrities‘ lassen sich besser in Blumenbeete integrieren und sind standfester als die üblichen Stockrosensorten. Die Feigenblättrige Stockrose (Alcea x ficifolia), die ursprünglich aus Sibirien stammt, ist nach meiner Beobachtung ausdauernder als die zuvor genannte Art. Ihre Blätter sind tief eingeschnitten. Die Gelbe Stockrose (Alcea rugosa) stammt aus Südrussland. Sie soll wenig anfällig für den Malvenrost sein. 

 

Leichte Kultur

Stockrosen für zwei- und mehrjährige Kultur sät man im Juni oder Juli und pflanzt die Sämlinge im Herbst in weitem Abstand von etwa 50 Zentimetern, um den hoch aufragenden Gestalten ausreichend Platz zu geben. Alternativ zu diesem üblichen Vorgehen mache ich es so, dass ich mein selbst gesammeltes Saatgut großzügig im Garten verstreue. Irgendwo erscheinen dann „von allein“ Sämlinge. Erst im darauffolgenden Jahr kommen die Stockrosen zur Blüte. Manchmal sterben die Pflanzen nach dem zweiten Jahr ab. Sehr oft sind sie ausdauernd und kommen jedes Jahr wieder. Mit der Zeit lässt nach meiner Beobachtung jedoch ihre Wuchskraft nach und sie wachsen immer schwächer und kümmerlicher.

 

Einstieg in die Saatgutvermehrung

Bechermalven und Stockrosen eignen sich sehr gut dafür, in die eigene Saatgutvermehrung einzusteigen, da die käselaibartigen Fruchtstände sehr groß sind und die einzelnen Samen ebenfalls. Lassen Sie die Fruchtstände an den Pflanzen ausreifen, bis sie richtig braun sind. Die Ernte ist einfach. Bewahren Sie die wirklich trockenen Samen gut gekennzeichnet in Tütchen auf oder säen Sie sie, wie oben beschrieben, gleich großzügig und breitwürfig aus.

 

Heilsame Tees aus Malvengewächsen

Aus den frischen oder getrockneten Stockrosenblüten lässt sich sogar ein Tee zubereiten. Große medizinische Wirksamkeit besitzt er jedoch nicht. Mit dem handelsüblichen Malventee hat dieser Stockrosentee nichts zu tun. Die dafür verwendete Droge stammt von einem afrikanischen Malvengewächs, einer Hibiscusart, die bei uns nicht vorkommt.

Sehr heilkräftig sind dagegen Zubereitungen aus dem Echten Eibisch (Althaea officinalis). Das ausdauernde Gewächs trägt blass-violette Blüten und samtige Blätter. Als Droge dienen alle Pflanzenteile: Wurzeln, Blätter und Blüten. Die Eibisch-droge wirkt schleimlösend und auswurffördernd. Eibischtee wird mit kaltem Wasser angesetzt. Man lässt ihn acht Stunden stehen und erwärmt dann auf Trinktemperatur. Eine ähnliche Wirkungsweise hat auch die wild wachsende Käsepappel oder Wegmalve (Malva neglecta).

 

Wild wachsende Malven für Ränder

Einige bei uns wild wachsende Arten lassen sich sehr gut als Gartenzierstauden verwenden. Ich denke an die Waldmalve (Malva sylvestris), die Sigmarswurz (Malva alcea) oder die Moschusmalve (Malva moschata), die an trockenen Wegrändern oder Böschungen vorkommen. Diese Arten sind oft in Wildblumenmischungen für trockene Säume enthalten.

 

Buschmalven für warme Lagen

Besonders eindrucksvoll sind die hoch aufwachsenden und raumgreifenden Buschmalven oder Strauchpappeln (Lavatera olbia bzw. Lavatera olbia-Hybriden und Lavatera thuringiaca). Unbedingt ausprobieren wegen der schönen Gestalt und der sehr langen Blütezeit von Juni bis September! Leider erweisen sich die Lavatera olbia-Hybriden oft als frostempfindlich. Ich habe wiederholt vergeblich versucht, die schönen Stauden über den Winter zu bringen. Diese Malvenzüchtungen sind also eher für warme Lagen mit Weinbergklima zu empfehlen. Wer in kühleren Klimaten Buschmalven ziehen möchte, sollte die frosthärteren Lavatera thuringiaca-Hybriden pflanzen. Diese sind zudem langlebiger.

Damit ist die Liste der Malvengewächse noch lange nicht abgeschlossen. Da gibt es ja auch noch die Schönmalve Abutilon für die Terrasse und weitere Arten.

 

Von Malvenflohkäfer und Malvenrost

So blütenschön die Stockrosen sind, so haben sie doch
ein paar Schädiger, die die Blätter ziemlich verunstalten können. Von Malvenrost befallene Blätter sehen aus wie „verrostet“. Bei starkem Befall vertrocknen sie und sterben ab. Solche Rostblätter sollte man frühzeitig entfernen und mit dem Hausmüll entsorgen. Dem Befall kann man vorbeugen, indem man die Pflanzen gut mit Kompost oder
einem organischen Dünger versorgt und für eine ausgeglichene Bodenfeuchtigkeit sorgt. Und den Malvenflohkäfer, der Löcher in die Blätter frisst, muss man eben gewähren lassen.  

Bilder: Brunhilde Bross-Burkhardt