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Ideen

Robuste Hochstauden für Sonne und Schatten

Wald-Geißbart (Bild: Dr. Brunhilde Bross-Burkhardt)
Der Wald-Geißbart wirkt auch noch in Herbstfärbung dekorativ .
Unverkennbar mit ihren kugeligen Blütenständen: die Kugeldistel.
Die schattenliebende Lanzen-Silberkerze gefällt mit ihrer schönen Gestalt.
Die ­Stauden-Sonnenblume grüßt häufig aus ländlichen Gärten.
Der imposante Purpurdost bildet den Mittelpunkt in Staudenpflanzungen.
August 2018

Hochstauden ziehen mit ihrer aufrechten Gestalt und oft interessantem Blattwerk die Blicke auf sich. Sie bilden das Zentrum in Staudenpflanzungen. Als Solitärpflanzen kommen sie vor dem Hintergrund eines Gebäudes oder einer Mauer besonders gut zur Geltung. Viele von ihnen blühen noch im Spätsommer und bieten Bienen und Schmetterlingen reichlich Nahrung.

Purpurdost als Insektenweide
Der Purpurdost (Eupatorium fistulosum ‘Atropurpurea’) ist als Insektenweidepflanze äußerst wertvoll. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge belagern ihn. Die Staude aus der Familie der Korbblütler fällt durch ihre mächtige Gestalt und durch ihre doldentraubigen, tiefweinroten Blütenstände auf; selbst die Blütenstiele sind dunkelrot. Die bis etwa zwei Meter hohe, horstig wachsende Staude nimmt viel Platz ein, was durchaus erwünscht sein kann. Die Staude entwickelt sich am besten auf frischem bis feuchtem, lehmig-tonigem Boden in der Sonne bis in den Halbschatten. Die aus Nordamerika stammende Staude ist verwandt mit dem einheimischen Gewöhnlichen Wasserdost (Eupatorium cannabinum) der Gräben. Dieser ist jedoch nicht so dekorativ; er bleibt niedriger und hat eine verwaschenere Blütenfarbe.


Malvengewächs Echter Eibisch
Der Echte Eibisch (Althaea officinalis) will es wie der Purpurdost eher feucht. Er wächst an vielen Orten in Europa wild; ich habe ihn beispielsweise in Südengland in Brackwassergräben gesehen. Er ist aber anpassungsfähig und wächst auch in normalen Gartenböden. In meinem Garten, weit entfernt von der Küste, entwickelt er sich durch das höhere Nährstoffangebot kräftiger als am Naturstandort und wird übermannshoch. Leider legen sich in meinem Garten die schweren Stängel im Lauf des Sommers zur Seite und müssen dann zusammengebunden werden.Eibisch braucht genügend Raum um sich, so dass seine buschig-aufrechte Gestalt zur Geltung kommt. Die Staude stirbt im Winter oberirdisch völlig ab, so dass gar nichts mehr von ihr zu sehen ist. Erst sehr spät im Frühjahr, lange nach anderen Stauden, zeigt sich der frische Austrieb. Die Blütezeit beginnt im Juni und reicht bis Oktober. Wie es der botanische Name ausdrückt, besitzt der Echte Eibisch Heilwirkung. Für Heilzwecke wird das Malvengewächs heute kaum noch genutzt, aber es bereichert als attraktive Zierpflanze Rabatten oder große Staudenbeete mit Blutweiderich und Baldrian als Nachbarn.

Dekorativer Federmohn
Auf dem Staudenbeet geht es international zu: Der Federmohn (Macleaya cordata) wiederum stammt aus Ostasien. Die äußerst dekorative Staude wirkt für sich allein. Vor architektonischem Hintergrund kommen ihre eigenwillige Gestalt und die großen, feigenblattähnlichen Blattspreiten am besten zur Geltung. Die ganze Staude ist bläulich bereift. Sie bildet rispenartige Blütenstände mit beigefarbenen Blüten aus. Die über zwei Meter hoch wachsenden Stängel sind standfest. Die Staude aus der Familie der Mohngewächse ist äußerst wüchsig. Sie breitet sich unterirdisch mit weitstreichenden Rhizomen aus, verdrängt andere Stauden und bildet häufig dickichtartige Bestände. Der Pflanzplatz für sie will also gut überlegt sein. Ein mäßig trockener bis feuchter und nährstoffreicher Boden sagt ihr zu.


Fröhlich bunte Stauden-Sonnenblume
Noch eine Nordamerikanerin: die Stauden-Sonnenblume (Helianthus decapetalus). Die Staude ist häufig in ländlichen Gärten anzutreffen. Kein Wunder, denn sie ist eine hervorragende Schnittblume und liefert etwa von Juli bis Oktober Blütenstängel für die Vase. Sie breitet sich kräftig vegetativ durch unterirdische Ausläufer aus und bedeckt so schnell größere Flächen und Ränder. Aber man kann es positiv auch so sehen, dass dort, wo die Stauden-Sonnenblume wächst, andere Pflanzen kaum hochkommen können. Die bekannteste Sorte ist die etwa 180 Zentimeter hoch wachsende ‘Capenoch Star’ mit leuchtend gelben Blüten. Die goldgelbe, gefüllte Sorte ‘Soleil d‘Or’ bleibt niedriger. Weniger bekannt, aber sehr empfehlenswert ist die kleinblütige Art Helianthus microcephalus. Sie bildet etwa 170 Zentimeter hohe, standfeste Büsche, dabei wuchert sie nicht. Noch höher wächst die Art Helianthus orgyalis. Die ebenfalls ausdauernd blühende, standfeste Staude wird bis etwa 2,5 Meter hoch und ist ein echter Solitär. Vom ebenfalls verwandten Topinambur (Helianthus tuberosus) rate ich wegen seines Wucherns allerdings ab.


Wald-Geißbart für schattige Plätze
Gartengestalter schätzen den Europäischen Wald-Geißbart (Aruncus dioicus var. dioicus) als eine der wertvollsten und dauerhaftesten Stauden für halbschattige Plätze unter Gehölzen. Dauerhaft ist er; das sehe ich in etlichen Nachbargärten, wo die Staude seit der Gartenanlage in den 1960er-Jahren steht. Die in Europa heimische Wildstaude wird etwa zwei Meter hoch und bildet ausladende, raumgreifende Büsche. Besonders eindrucksvoll sind die bis zu 50 Zentimeter langen Blütenrispen, die im Juni/Juli erscheinen. Sie sehen auch abgeblüht noch dekorativ aus und sollten stehen bleiben. Die gefiederten Blätter machen den Reiz der Staude vor und nach der Blütezeit aus. Die Blätter färben sich bereits früh im September herbstlich braungelb. Der Wald-Geißbart wirkt einzeln oder in kleinen Gruppen stehend vor einem ruhigen, grünen Hintergrund oder vor einer Mauer, mit niedrigen Astilben, Farnen und Efeu zu Füßen. Der Wald-Geißbart aus der Familie der Rosengewächse ist zweigeschlechtlich; es gibt also weibliche und männliche Pflanzen, diese unterscheiden sich durch die Blütenfarbe. Die weiblichen Exemplare haben kräftige gelblich-weiße Blütenstände, bei den männlichen Pflanzen sind sie reinweiß. Wenn männliche und weibliche Pflanzen zusammenstehen, kommt es zu reichlicher Frucht­bildung; die Staude versamt sich und breitet sich so von allein aus.