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Ideen

Teekräuter – Teil 1: Anbau – Teekräuter bringen Vielfalt in den Garten

Lavendel mag einen sonnigen Platz (Bild: Brunhilde Bross-Burkhardt)
Johanniskraut und Lavendel in schöner Harmonie (Bild: Brunhilde Bross-Burkhardt)
Die Ringelblume ist ein beliebtes Teekraut (Bild: Brunhilde Bross-Burkhardt)
Die Schafgarbe eignet sich für Tee (Bild: Brunhilde Bross-Burkhardt)
Zitronenverbene braucht „gewachsenen Erde“ (Bild: Brunhilde Bross-Burkhardt)
Lavendel und Gartensalbei in Eintracht (Bild: Brunhilde Bross-Burkhardt)
Auch der Purpursonnenhut ist eine Heilpflanze (Bild: Brunhilde Bross-Burkhardt)
April 2018

Ein Grundbestand an Teekräutern sollte in jedem Garten stehen. So stehen sie gleich frisch zur Ernte und Zubereitung für heilkräftige Tees bereit. Im Frühjahr ist die beste Gelegenheit, mit der Kräuterkultur zu beginnen.

 

Die meisten Teekräuter passen gut in sonnige Stauden- oder Rosenrabatten, in den Steingarten oder hinter niedrige Trockenmauern. Hier sind sie gut zum Ernten zugänglich. Sie sollten sich gut ausbreiten können und nicht von Nachbarpflanzen bedrängt oder beschattet werden. Mit einigen wie dem Lavendel lassen sich niedrige Hecken aufbauen. Lediglich die einjährigen Kräuter brauchen ein offenes Gartenbeet, wo sie zwischen Gemüse und Blumen mitwachsen und sich, wenn es ihnen behagt, zuweilen selbst versamen. Ein Extrabeet oder eine bauliche Konstruktion ist für den Selbstversorger-Kräuteranbau nicht nötig.

 

Kräuter für Tee – Kräuter zum Würzen

Bevor man im Garten loslegt, ist es sinnvoll, sich darüber klar zu werden, welche Kräuter man wirklich nutzt. Wer Pfefferminztee nicht mag, braucht das Kraut auch nicht anzubauen. Am einfachsten lassen sich die Gartenkräuter in Tee- bzw. Heilkräuter und Würzkräuter gruppieren. Teekräuter, um die es in diesem Artikel geht, sind mit wenigen Ausnahmen wie Echte Kamille oder Ringelblume fast ausschließlich ausdauernde Pflanzen, ­entweder Stauden wie die Minzen oder Halbsträucher wie der Gartensalbei oder Lavendel. Die ausdauernden Arten sollen ­Jahre oder gar Jahrzehnte an ihrem Platz aushalten. Das tun sie, wenn sie einen ihnen gemäßen Platz bekommen und sich gut entfalten können. Wer gerne Kräutertee trinkt, sollte beim Teekräutersortiment auch an die robusten Wildpflanzen Große Brennnessel, Dost, Wiesenschafgarbe und Echtes Johanniskraut denken. Die wachsen unter Umständen sowieso im Garten oder lassen sich leicht ansiedeln. Bei diesen Arten besteht wie bei den Minzearten allerdings die Gefahr, dass sie sich mehr als gewünscht ausbreiten.

 

Sonnigen Platz wählen

Der Standort im Garten ist das A und O für gutes Gedeihen. Die meisten Heilpflanzen gedeihen am besten an einem sonnigen Platz, etwa im Steingarten oder im Vordergrund von Rabatten. Der Boden sollte nicht zu feucht und durchlässig sein. Das gilt vor allem für die Lippenblütler von Dost bis Ysop. An halbschattigen oder gar schattigen Plätzen wachsen sie nicht so gut und bilden ihre Inhaltsstoffe nicht optimal aus. Geruch und Geschmack sind dann nicht so ausgeprägt und die Heilkraft geringer.

 

In „gewachsener“ Erde kultivieren

Für wichtig halte ich auch, dass Teekräuter in „gewachsener“ Erde auf dem Beet stehen, aus der sie sich mit den nötigen Nährstoffen versorgen und ihre Inhaltsstoffe voll ausbilden können. Bei der Kultur in Töpfen und Kästen sowie in Hochbeeten kann es dagegen leicht zu Unregelmäßigkeiten bei der Wasser- und Nährstoffversorgung kommen, was die Pflanzen schwächt und einen ungünstigen Einfluss auf die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe hat. Bei Teekräutern, die man für Heilzwecke nutzen möchte, kommt es aber genau auf die Inhaltsstoffe an. Abgesehen davon reicht die Menge der in Gefäßen herangezogenen Pflanzen womöglich nicht aus, um den Bedarf zu decken, vor allem, wenn man Kräuter für den Wintervorrat trocknen möchte. Wer – wie ich – viel Tee trinkt, braucht dementsprechend viel Kraut für frische Teeaufgüsse und zum Trocknen.

 

Kräuter säen oder pflanzen?

Kräuter lassen sich leicht selbst kultivieren. Man muss nur für jede einzelne Art entsprechend ihrer Lebensform und ihrer arteigenen Ansprüche wissen, wie man’s macht. Einjährige Kräuter sät man am besten direkt ins Beet. Immer dünn säen, das Saatgut andrücken, mit feiner Brause übergießen und mit wenig Erde überdecken. Bei der Anzucht ausdauernder Gewächse in Saatgefäßen ist es wichtig, für „gespannte Luft“ zu sorgen. Das erreicht man durch Abdecken oder Umhüllen der Saatgefäße mit durchsichtigen Plastikhauben oder Plastikfolie. Dann geht die Keimung schnell vonstatten. Wer mit bereits getopften Kräutern startet, kann schneller ernten. (Noch besser ist es, wenn man von Gartennachbarn oder Freunden Ableger bekommen kann. Die wachsen meistens problemlos an.) Die Topfkräuter sollten speziell zum Auspflanzen ins Freiland herangezogen sein. Kräutergärtnereien, Staudengärtnereien, Baumschulen und gut sortierte Gartencenter bieten solche Pflanzen an. In Folie verpackte Kräutertöpfchen aus dem Supermarkt sind dagegen kaum tauglich für die Freilandkultur. Die darin stehenden verzärtelten Kräuter sind zum direkten Verbrauch in der Küche gedacht. Wer Wert auf spezielle Sorten legt, bekommt diese in Kräutergärtnereien.

 

Teilen und Stecklinge machen

Am schnellsten und effektivsten sind vegetative Vermehrungsmethoden, allen voran das Teilen und die Stecklingsvermehrung. Beim Teilen erhält man meist gut entwickelte Pflanzen, die am neuen Pflanzplatz schnell einwurzeln und bald gute Ernten liefern. Das Teilen mit dem Spaten gelingt gut bei staudig wachsenden Kräutern, also bei Minzen, Zitronenmelisse und anderen. Die Stecklingsvermehrung dagegen ist die bevorzugte Methode bei Kräuterhalbsträuchern, also bei Gartensalbei, Lavendel, Rosmarin und Zitronenverbene. Dabei steckt man sauber abgeschnittene Kopftriebe oder Teiltriebe in mit Erde gefüllte Töpfchen und lässt sie dort Wurzeln ziehen. Ausgepflanzt wird, wenn sie ausreichend große Wurzelballen gebildet haben.

Speziell bei Thymian und Gartensalbei praktiziere ich die Absenkermethode. Dabei lege ich biegsame Triebe auf erdgefüllte Töpfchen, beschwere sie an der Auflagestelle oder klammere sie fest. Die Triebe ziehen dann nach kurzer Zeit an der Biegung Wurzeln. Wenn sie genügend eingewurzelt sind und einen Wurzelballen gebildet haben, trenne ich die Tochterpflanz(en) von der Mutterpflanze ab.