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Leben

Baumschule Bruns, Bad Zwischenahn – Eindrucksvolle Solitäre und Rhododendrenvielfalt

Solitärpflanzen sind eine Spezialität von Bruns.
Der Firmensitz der Baumschule Bruns in Bad Zwischenahn. (Bild: Baumschule Bruns)
Elke Büdenbender und Geschäftsführer Jan-Dieter Bruns bei der Taufe von ‘Merit’.
Hier wachsen Hochstämme heran.
Bruns hat ein breites Angebot an Pflanzen in Containern.
Die Zucht von Rhododendren hat bei Bruns eine lange Tradition.
Der Rhododendronpark Gristede wartet mit mehr als 1.000 Sorten auf.
August 2018

Zu den besonderen Spezialitäten der Baumschule Bruns im niedersächsischen Bad Zwischenahn zählen eindrucksvolle Solitärbäume und -gehölze. Bekannt ist der Vollsortimenter aber auch für seine traditionsreiche Rhododendrenzucht.

Die Baumschule Bruns geht auf eine von Diedrich-Gerhard ­Bruns 1876 gegründete Gärtnerei zurück, die sein Sohn Johann Bruns nach dem Vorbild des großen niederländischen Baumschulzentrums Boskoop zu einer Baumschule erweiterte. Heute ist das mittlerweile von Johann Diedrich Bruns in vierter Generation familiengeführte Unternehmen eine der größten Baumschulen Europas. Auf über 500 Hektar Betriebsfläche ziehen rund 300 Mitarbeiter mehr als 4.000 Pflanzenarten und -sorten heran. Anders als die im Rahmen dieser Kleingarten Magazin-Serie bisher vorgestellten Betriebe wendet sich Bruns mit seinem Angebot nicht an den Endkunden, sondern an Großhändler und den Garten- und Landschaftsbau. In Gartencentern beispielsweise kann dann aber auch der Haus- oder Kleingartenbesitzer Bruns-Pflanzen erwerben – in den meisten Fällen allerdings, ohne dass er das weiß, denn auf deren Herkunft aus Bad Zwischenahn wird nicht extra hingewiesen. „Im öffentlichen Bereich zählen Städte, Gemeinden und Kommunen zu unseren Kunden,aber auch Behörden im weiteren Sinne, wie Landes- und Bundesgartenschauen, an deren Ausschreibungen wir uns beteiligen“, erläutert Christoph Kluska, Vertriebsleiter und Prokurist bei Bruns. „So können Sie sich in diesem Jahr auf den Landesgartenschauen in Würzburg und Lahr von vielen mit Pflanzen von uns gestalteten Schauflächen inspirieren lassen. Und zur Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn tragen wir mit unseren Pflanzen ebenfalls sehr viel bei.“


Spezialität Solitärpflanzen
Seit den 1960er-Jahren ist auch der Exportzweig bei Bruns stark gewachsen: In Parks, Gärten, Sportanlagen oder als Alleebäume an Straßen kann man an vielen Orten in Europa Pflanzen aus Bad Zwischenahn begegnen – sei es in London, ­Moskau, Paris, Madrid oder Ankara. Ebenso liefert die Baumschule an Gartencenter in Osteuropa, Frankreich und anderen Ländern. Ob national oder international – das Angebot von Bruns reicht von Stauden und Gräsern über Gehölze und Hochstämme im Container bis hin zu Nadelgehölzen, Allee- und Solitärbäumen und exklusiven Solitärpflanzen. So werden Pflanzen bezeichnet, die sich als einzelne Pflanze aus der Umgebung hervorheben und so starke optische Akzente setzen. „Unsere Solitärgehölze und -bäume sind sicherlich etwas, mit dem wir uns von anderen Vollsortimentern abgrenzen“, betont Christoph Kluska. „Mehrstämmige Gehölze in natürlicher Wuchsform oder auch formiert, wie beispielsweise Zierkirschen, Eichen oder Sophoren, können hierfür stellvertretend benannt werden.“ Und außer Laub- und Nadelgehölzen mit natürlich gewachsenen Kronen gehören auch Formgehölze in Kegel-, Kugel- oder Schirmform zum Angebot. Sogar Figuren und Firmenlogos formen die Pflanzenkreateure von Bruns auf Kundenwunsch.


Traditionsreiche Rhododendrenzucht
Eine ganz besondere Rolle spielen die Rhododendren bei Bruns. In den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts begannen die damaligen Chefs, die Brüder Erich und Wilhelm Bruns, eine Sammlung dieser Pflanzen anzulegen, um sortenspezifisch ihre Eigenschaften, Vorlieben und Ansprüche zu untersuchen. Auf dieser Grundlage entwickelten sie die sogenannten Gristeder Neuheiten als Premiummarke für Rhododendren. Hieraus ist eine Vielzahl pflegeleichter, winterharter Sorten mit neuen Blütenfarben hervorgegangen. „Neben der Blütenfarbe geht es heute zudem zunehmend darum, dass das Laub ebenfalls dekorativ und gesund sein sollte, so dass also auch in diese Richtung selektiert wird“, so Christoph Kluska. „Schließlich sollen die Pflanzen nicht nur während der Blütezeit etwas für das Auge bieten.“ Über 100 Sorten von Gristeder Neuheiten in den unterschiedlichsten Farben und mit kompakten Wuchsformen gibt es aktuell und regelmäßig kommen neu gezüchtete Sorten dazu. „Seit 1985 ist es bei uns Tradition, dass die Gattinnen des Bundespräsidenten eine Rhododendronneuheit auf ihren Namen taufen“, sagt Christoph Kluska. „Nur um Bettina Wulff für eine Patenschaft zu gewinnen, waren wir nicht schnell genug – die Amtszeit ihres Ehemanns war einfach zu kurz.“ Elke Büdenbender dagegen, die Frau des amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, hat bereits im Mai dieses Jahres im Garten von Schloss Bellevue eine aus einer deutschen und einer englischen Sorte gezüchtete weißblühende Sorte getauft – allerdings nicht auf ihren Namen, sondern auf den ihrer Tochter Merit. Angaben der Baumschule Bruns zufolge zeichnet sich die getaufte Sorte ‘Merit’ durch glänzendes, dunkelgrünes Laub, einen rundlich kompakten Wuchs und gute Winterhärte aus. Sie sei mit ihrer mittelgroßen Wuchsform sehr gut für kleinere Gärten, Balkon- und Terrassenbepflanzungen geeignet – also auch etwas für den Kleingarten.


Mehr als 1.000 Sorten und Arten
Einen Überblick über die Sammlung der bei Bruns selbst gezüchteten Rhododendren kann derjenige gewinnen, der den wenige Kilometer vom Firmensitz entfernten, von Bruns betriebenen Rhododendronpark Gristede besucht. Insgesamt mehr als 1.000 Arten und Sorten von Rhododendren und Freiland-Azaleen erwarten ihn dort. Der 25 Hektar große, ganzjährig geöffnete Park ist frei zugänglich. Er ist wegen seiner interessanten und vielfältigen Gestaltung nicht nur zur Hauptblütezeit von Ende April bis Anfang Juli einen Besuch wert. Im Laufe der Jahre hat sich der im Ammerland gelegene Park zu einer Pilgerstätte für Rhododendronfreunde aus aller Welt entwickelt, die darüber hinaus in diesem zu den deutschen Zentren der Rhododendronzucht zählenden Landkreis noch weitere lohnende Ziele ansteuern können.


Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen
Beim Betrieb der Baumschule setzt Bruns stark auf den Gedanken der Nachhaltigkeit. „Das ist für uns ein extrem wichtiges Thema“, betont Christoph Kluska. „Wir haben in den letzten Jahren alle unsere Betriebshöfe modernisiert oder neu gebaut. Das war für uns ein willkommener Anlass, um auf den großen Hallendächern Photovoltaikanlagen zur Produktion von Strom aus Sonnenenergie zu installieren. Ebenso selbstverständlich ist für uns der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser, indem wir konsequent auf Regenwasser-Rückgewinnung setzen. Auch im Bereich Pflanzenschutz hat es in den letzten 20 Jahren enorme Fortschritte gegeben.“