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Leben

Häberli Fruchtpflanzen AG, Neukirch-Egnach, Schweiz – Superfruits vom Bodensee

Kleingarten Magazin
’Petersons Pawpaws‘ Innovation dieses Jahres. (Bild: Häberli Fruchtpflanzen AG)
Waldheidelbeere Innovation dieses Jahres. (Bild: Häberli Fruchtpflanzen AG)
Versuchsgarten mit über 100 Sorten (Bild: Häberli Fruchtpflanzen AG)
Pyramidenglockenblume, die einzige Zierpflanze (Bild: Häberli Fruchtpflanzen AG)
April 2018

Die Schweizer Häberli Fruchtpflanzen AG hat ihr reichhaltiges Angebot an Obst- und Beerenpflanzen ganz auf die Ansprüche von Hobbygärtnerinnen und -gärtnern ausgerichtet. Sie setzt dabei auf robuste und ertragreiche Sorten – und überrascht jedes Jahr mit interessanten Pflanzeninnovationen.

 

Knapp zwei Kilometer vom Schweizer Ufer des Bodensees entfernt liegt die 8,5 Hektar umfassende Betriebsfläche von Häberli mit dem Gartencenter. Ursprünglich richtete sich das 1964 gegründete Unternehmen mit seinem Angebot sowohl an den Erwerbsanbau als auch an Hobbygärtner, fokussierte sich ab 2008 dann aber ausschließlich auf Pflanzen für den Haus- und damit natürlich auch für den Kleingarten.

„Unsere Kunden fragen am meisten Erdbeeren und Himbeeren nach. Und bei diesen Pflanzen, wie auch bei allen anderen Obst- und Beerenpflanzen, ist es unser Anspruch, ein wirklich umfassendes Sortiment zu haben, das auch in die Tiefe geht – also weitaus mehr als nur vier oder fünf Sorten von Erdbeeren zum Beispiel“, erläutert Marketingleiterin Yvonne Hallenbarter. „Gleichzeitig ist es unseren Kunden aber auch wichtig, dass sie bei uns Spezialitäten, beispielsweise aus den Bereichen Wildobst oder Exoten, bekommen und dass wir ihnen jährlich neue Innovationen anbieten.“

 

Weltweite Suche nach Innovationen

Um immer wieder mit neuen, überraschenden Obst- und Beerenpflanzen das Sortiment erweitern zu können, unterhält Häberli weltweit Kontakte zu Züchtern und Forschungsanstalten. Insbesondere die für Forschung & Entwicklung sowie Produktmanagement zuständige Gertrud Schoop ist oft bei diesen Betrieben vor Ort, um interessante Neuentwicklungen persönlich in Augenschein zu nehmen. „Wenn wir dabei Sorten entdecken, die für unsere Kunden interessant sein könnten, pflanzen wir sie in unserem großen Versuchsgarten in Neukirch aus und beobachten ihre Entwicklung“, führt die Diplom-Agraringenieurin aus. „Im Moment haben wir dort über 100 Sorten – und erfahrungsgemäß werden wir nur fünf Prozent davon letztendlich in unser Sortiment aufnehmen.“ Unter anderem, um solche Entscheidungen zu treffen, kommt zweimal pro Jahr ein aus Vertretern aller Unternehmensbereiche gebildetes Team zur Sortimentsplanung zusammen. „Dann werden je nach Kultur Entscheidungen für die nächsten vier bis fünf Jahre getroffen“, so Gertrud Schoop. „Wir schauen uns gemeinsam die bei der Beobachtung der Sorten gewonnenen Resultate an und überlegen, welche Sorten interessant sind und auf dem Markt eingeführt werden sollen.“ „Eine unserer ganz besonderen Neueinführungen in diesem Jahr sind zum Beispiel die ’Peterson Pawpaws‘ Indianerbananen – drei besonders geschmacksintensive Indianerbananensorten mit sehr wenig Samen. Mit dem Züchter Neal Peterson arbeiten wir bereits seit Jahren zusammen und können diese Sorten deshalb auch exklusiv anbieten“, erläutert Yvonne Hallenbarter. „Auch die großfrüchtigen Maulbeeren ’Giant Pakistan‘ mit wirklich großen, bis zu zehn Zentimeter langen Früchten haben wir 2018 neu auf den Markt gebracht.“ Neu im Sortiment ist dieses Jahr auch die Europäische Waldheidelbeere, die mit ihrem ganz besonderen Geschmack das Angebot der bereits seit Langem angebotenen hochbuschigen, amerikanischen Kulturheidelbeeren bereichert.

 

Pionier in Sachen Früchtevielfalt

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Häberli bei vielen Sorten, die heute sozusagen in aller Munde sind, Pionierarbeit geleistet hat: So brachte das Unternehmen bereits vor rund 20 Jahren die ’Arguta‘-Beerenkiwi auf den Markt, war ganz allgemein der erste Anbieter von Indianerbananen und hat der Sibirischen Blaubeere unter dem Namen Maibeere zu einiger Bekanntheit verholfen. „Ebenso waren wir bei den sehr widerstandsfähigen Robustareben, die mittlerweile weit verbreitet sind, einer der ersten Anbieter“, sagt Gertrud Schoop. „Und auch heute haben wir ein sehr schönes Rebensortiment an robusten, bewährten Sorten für den Hausgärtner, bei denen er auf Pflanzenschutzmaßnahmen wirklich verzichten kann.“ Bevor das Unternehmen seine Strategie auf den reinen Vertrieb ausgerichtet hat, wurde dort auch gezüchtet: Eine Reihe von Erdbeersorten mit Namen wie ’Thulana‘ oder ’Thuriga‘ sind beispielsweise Eigenzüchtungen von Häberli. Das „Thu“ am Anfang steht dabei für Thurgau, den Heimatkanton des Unternehmens.

 

Auch heimische Früchte sind super

In seinem mit vielen nützlichen Informationen, wie zum Beispiel Kulturanleitungen, angereicherten Katalog „FrüchteProfi“ hat Häberli 2018 als neues Piktogramm, das auf die Eigenschaften der damit gekennzeichneten Arten und Sorten hinweist, das Zeichen „Superfruits“ aufgenommen. „Wir wollten mit diesem heute viel gebrauchten Begriff zeigen, dass viele Arten, die wir für den Hausgarten anbieten, wertvolle Inhaltsstoffe haben“, erläutert Yvonne Hallenbarter. „Sibirische Blaubeere, Granatapfel, Sanddorn, Maulbeere und Gojibeere zählen zum Beispiel dazu, weniger bekannte und auch altbekannte Arten wie Schwarze Johannisbeere oder Schwarzer Holunder.“ „Als Superfruit werden ja heute meist tropische oder subtropische Früchte bezeichnet, die die Konsumenten als Saft oder getrocknet kaufen können, aber kaum im eigenen Garten heranziehen werden“, ergänzt Gertrud Schoop. „Aber wenn es um die wertvollen Inhaltsstoffe geht, gehören auch sehr viele einheimische oder zumindest gut anbaubare Gewächse dazu – genau genommen ja auch Erdbeeren und Himbeeren. Das wollten wir mit unseren ’Superfruits‘ stärker ins Bewusstsein rücken.“ Wer das Häberli-Gartencenter besucht, kann sich direkt vor Ort vom großen Angebot an Obst- und Beerenpflanzen überzeugen: Rund 80 Prozent des aktuellen Sortiments sind dort im Schaugarten ausgepflanzt. „Je nach Saison können die Besucher dort auch Früchte probieren“, erzählt Yvonne Hallenbarter. „Wer sich nicht für eine der vielen im Katalog angebotenen Sorten entscheiden kann, dem fällt die Wahl beim Probieren dann vielleicht leichter – oder auch nicht, weil einfach alles so gut schmeckt!“

 

Kontakt

HÄBERLI Fruchtpflanzen AG,
Stocken, CH-9315 Neukirch-Egnach,
www.haeberli-beeren.ch/de