Mein Klein­garten im Juli und August

Im Sommer können Mairüben für eine zweite Ernte ausgesät werden (Bild: Angelika Feiner).
Zu starker Fruchtbehang bei Obstbäumen sollte ausgedünnt werden (Bild: Angelika Feiner).
Stachelbeerstrauch nach dem Schnitt (Bild: Angelika Feiner).
Stachelbeeren fruchten vor allem an zwei- und dreijährigen Trieben (Bild: shutterstock.com/bondvit).
Juni 2017

Jetzt ist die Zeit des Erntens von Salat, Gurken, Zucchini, Fenchel bis hin zum reichlichen Beerenobst. Wir genießen es, den Tag unter freiem Himmel zu verbringen!

Im Garten werden die ersten Beete frei. Jetzt haben wir die Möglichkeit, den Boden mit der Ansaat einer Gründüngung zu schonen oder nochmals Gemüsearten für eine Herbsternte auszubringen. Kennen Sie Mairüben? Sie sind eine kleine Form der Speiserüben, die immer beliebter werden. Im zeitigen Frühjahr ausgesät, können wir sie im Mai/Juni bereits ernten. Mairüben zählen zur Familie der Kreuzblütengewächse wie auch alle Kohlgemüse, aber auch Rucola und Radis, daher erinnert ihr Geschmack an Kohlrabi. Mairüben können aber auch als Nachfrucht im Sommer bis Mitte August für eine Herbsternte gesät werden und leer gewordene Beete sinnvoll füllen. Vor allem in Butter gedünstet oder karamellisiert mit ein wenig Honig, schmecken Mairüben als Gemüse vorzüglich. Auch Herbstrüben können alternativ gesät werden, die gehören zur gleichen Art, schmecken aber etwas intensiver. Herbstrüben werden von Mitte Juli bis Mitte August ausgesät. Bei allen Aussaaten im Sommer gilt es, ausreichend zu gießen! Noch bis Anfang Juli können Sie Steckrüben (Brassica napus) in Vorkultur ansäen. Gelbfleischige Sorten, wie z. B. ‚Wilhelmsburger‘ und ‚Lauretania‘, haben sich dabei seit Jahren bewährt und schmecken süßlicher als weißfleischige Sorten. Die Jungpflanzen können dann im Abstand von 40 auf 40 Zentimeter bis August auf frei gewordene Beete gepflanzt werden. Als klassisches Herbst- und Wintergemüse sind die Knollen im Erdlager bis weit in den Winter hinein gut lagerbar. Fröste bis -8 Grad werden auf den Beeten aber noch vertragen. Auch andere Gemüsearten können Sie noch für eine Herbst- und Winterernte aussäen. Dazu zählen Kopfsalate, Eissalate, Radieschen, Rettiche, schwarze Winterrettiche und Brokkoli. Die letzten Buschbohnen sollten Sie jedoch bis zum 20. Juli ausgesät haben. Einige Gemüsearten reagieren auf Langtag (d. h. die Sonne scheint länger als zwölf Stunden am Tag) sowie auf Hitze und Trockenheit mit Schossen (d. h. einer vorzeitigen Blütenbildung). Daher können diese Arten erst ab Juli aussät werden, hierzu zählen beispielsweise Chinakohl, Radicchio (Aussaat: Anfang Juli), Winterendiviensalat (Aussaat: bis 20. Juli) oder Zuckerhut (Aussaat: bis Mitte Juli). Beachten Sie beim Anbau von Gemüsearten im Allgemeinen die Sortenhinweise auf den Samentüten. Unter anderem dürfen wir uns nun über köstliche, süße, saftige Beerenfrüchte freuen, die jetzt überall reifen: Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Jostabeeren und Heidelbeeren. Lecker und vor allem gesund sind diese kleinen Früchte, denn sie liefern viele Vitalstoffe und sind interessante Lieferanten für viele Bioaktivstoffe, die erst vor ein paar Jahren in den Farben von Obst und Gemüse entdeckt worden sind. Unter anderem gehört die Schwarze Johannisbeere mit 150 bis 300 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm zu den Vitamin-C-reichsten Früchten überhaupt. Die Blätter werden volksmedizinisch bei Erkrankungen der Harnwege sowie bei Gicht und Rheuma eingesetzt. Ob nun weiße, rote oder schwarze Früchte: Sie enthalten neben Vitamin C Vitamin B 3 (wichtig für die Nerven), Vitamin B 5 (für schönes, gesundes Haar), Kalium (für eine bessere Verdauung, für Nerven und Muskeln), viel Eisen (für die Blutbildung) und Magnesium (für Herz und Kreislauf und als Anti-Stress-Mittel). Damit unsere Johannisbeersträucher viele Jahre Freude bereiten, müssen sie regelmäßig geschnitten werden.

Schwarze Johannisbeeren
Im Gegensatz zu Roten Johannisbeeren fruchten Schwarze Johannisbeeren vor allem am einjährigen Holz zur Spitze hin. Daher ist auf regelmäßige Neutriebbildung zu achten. Die zu erntenden bzw. abgeernteten Triebe schneidet man somit während oder nach der Ernte entweder dicht über den Boden oder bis auf einen Jungtrieb, der sich im unteren Drittel eines alten Triebs entwickelt hat, zurück. Anschließend belässt man dem Strauch für die nächstjährige Fruchtbildung so viele Jungtriebe wie entfernt worden sind. Alle weiteren Neutriebe müssen bodennah entfernt werden. Ein Rückschnitt sollte bis spätestens Februar durchgeführt worden sein.

Weiße und Rote Johannisbeeren sowie Stachelbeeren
Weiße und Rote Johannisbeersträucher und auch Stachelbeeren fruchten stattdessen vor allem an zweijährigen und dreijährigen Trieben und besitzen einen ähnlichen Gerüstaufbau. Nach zwei bis drei Jahren sollte ein gut entwickelter Roter Johannisbeer- oder Stachelbeerstrauch ungefähr acht bis zwölf kräftige Triebe besitzen (zwei bis drei je Altersstufe). Pro Jahr schneidet man nach der Ernte zwei bis drei alte Triebe aus dem Wurzelstock (Strauch) bzw. der Kronenbasis (Stämmchen) heraus. Wiederum belässt man dem Strauch nur so viele (zwei bis drei) Neutriebe wie entfernt worden sind. Alle weiteren Neutriebe müssen bodennah entfernt werden.

Weitere Tätigkeiten
Wenn Sie einen Blauregen besitzen, kürzen Sie zu starke Triebe kräftig ein. Mit dieser Maßnahme wird der Blütenansatz für das kommende Jahr gefördert. Vergessen Sie nicht, Ihre Gehölze (Obstgehölze, Beerenobst, Ziergehölze, mehrjährige Kletterpflanzen und Rosen) ab August nicht mehr zu düngen! Wurden im Winter Obstbäume zu stark geschnitten, entwickeln sich viele Wasserschosser. Das sind einjährige Triebe, die senkrecht nach oben wachsen. Reißen Sie diese Wasserschosser im Juli/August an Obstgehölzen am besten mit der Hand entgegen der Wuchsrichtung heraus. Im grünen, noch weichen Zustand können Sie gut herausgerissen werden, dabei werden zudem „schlafende Knospen“ mit entfernt. Dünnen Sie zu starken Fruchtbehang bei Obstbäumen aus! So erhalten Sie größere Früchte und die Blütenbildung für nächstes Jahr wird aktiviert!