Mein Klein­garten im März und April

Die früh ausgesäten Erbsen wachsen rasch heran (Bild: Angelika Feiner).
Ab Mitte März kann man Tomaten auf der  Fensterbank oder im geheizten Gewächshaus vorziehen (Bild: fotolia.com/Fotokostic)
Die kriechenden Ausläufer der Ackerquecke lassen sich oft nur mühsam entfernen (Bild: Angelika Feiner).
Tipp: Die Großblättrige Kresse wächst zu fast allen Jahreszeiten (Bild: Angelika Feiner).
Petersilie im zweiten Standjahr (Bild: Angelika Feiner).
Februar 2017

Die ersten Sonnenstrahlen der Frühlingssonne lassen den Schnee schmelzen und den Boden oberflächlich abtrocknen. Langsam erwacht die Natur und mehrjährige Kräuter und Stauden beginnen auszutreiben.

 

Sobald der Boden abgetrocknet ist, können die Gemüsebeete für erste Aussaaten vorbereitet werden. In milderen Gebieten ist das wesentlich früher möglich als beispielsweise in rauen Lagen. Sandige Böden können dabei zu einem früheren Zeitpunkt bearbeitet werden als lehmige. Bei den meisten Böden reicht es aus, den Boden nur einige Zentimeter tief mit einem Kultivator zu lockern. Erst wenn der Boden erwärmt ist, kann man die Beete bestellen; zuvor besteht die Gefahr, dass die Samen nicht zügig keimen und durch die lange Keimdauer faulen. Wer einen Garten übernimmt, dessen Gemüseflächen stark verunkrautet sind, sollte sich die Mühe machen, den Boden umzugraben und lästige Wurzelunkräuter wie Ackerquecke und Co. sorgfältig zu entfernen. Verdichtete Böden werden durch diese Maßnahme auch gelüftet. Des Weiteren werden Gründüngungspflanzen abgerecht oder eingearbeitet. Mulchmaterialien, die nicht verwest sind, werden entfernt und jegliches Unkraut aus den Beeten entfernt. Je nach Klima dürfen kälteunempfindliche Gemüsearten in Kürze ins Freiland gesät werden, das sind unter anderem: Puffbohnen, Mairüben, Schwarzwurzeln, Gelbe Rüben, Pastinaken, Radieschen, Rettich, Spinat und Palerbsen.

- Puffbohnen (z. B. ‚Piccola‘, ‚Dreifachweiße‘) sollten ziemlich früh ausgesät werden, damit die Schäden durch die Schwarze Bohnenlaus weniger stark ausfallen.
- Schwarzwurzeln (z. B. ‚Hoffmanns Schwarze Pfahl‘, ‚Schwarzer Peter‘) haben eine lange Kulturdauer und werden Ende März/Anfang April ausgesät. Die Saattiefe liegt bei ca. drei bis vier Zentimeter und der Reihenabstand beträgt ca. 25 Zentimeter. Zu dicht gesäte Schwarzwurzeln müssen vereinzelt werden.
- Palerbsen benötigen eine Bodentemperatur von vier Grad. Daher lieber noch einige Wochen mit dem Aussäen warten.
- Bei Spinat gibt es schnellwüchsige Sorten wie ‚Dolphin‘, ‚Rico‘ oder ‚Chico‘, die etwas Frost vertragen.
- Mairüben (z. B. ‚Teltower Kleine‘, ‚Goldball‘, ‚Blanc dur d‘hiver‘) sind ein rasch wachsendes Gemüse für den Frühanbau.
- Ab März können Frühmöhren gesät werden. Eine große Auswahl steht dabei zur Verfügung, wie beispielsweise ‚Duwicker‘, ‚Nantaise 2‘,  ‚Flyaway F1‘, ‚Nantes F1‘, ‚Pariser Market‘ und ‚Laguna F1‘.
- Achten Sie bei der Auswahl von Spinatsorten auf Mehltauresistenzen, wie z. B. die Sorten ‚Swan F1‘ , ‚Mannopa‘, ‚Lazio F1‘ oder ‚Matador F1‘.
- Auch bei der Wahl von Feldsalat stehen etliche mehltauresistente Sorten zur Verfügung, wie  ‚Juwahit‘, ‚Gala‘, ‚Favor‘,  ‚Vit‘,  ‚Elan‘ und ‚Medaillon‘.
- Pastinaken (‚Mitra‘, ‚Aromata‘, ‚Tender and True‘ usw.) haben wie Schwarzwurzeln eine lange Kulturdauer.

 

Wann der richtige Zeitpunkt zum Säen ist, entnimmt man den Saattüten. Am besten sät man die Samenkörner in Rillen und bedeckt sie anschließend dünn mit Erde, in der Regel so dick wie der Durchmesser des Samens. Bei dünnem Saatgut ist das Abdecken mit Aussaaterde von Vorteil. Auf diese Weise können die Keimlinge leichter auflaufen. Erste Aussaaten freuen sich auch, mit einem Frostschutzvlies vor kühlen Temperaturen geschützt zu werden. Unter dieser Schutzschicht verläuft die Keimung zügiger und die Kulturen können bis nach den Eisheiligen vor kalten Temperaturen bewahrt werden. Zugleich dient das Vlies als mechanischer Schutz vor Vögeln, Katzen und anderen Tieren. Vergessen Sie nicht, die Aussaat regelmäßig zu gießen bzw. feucht zu halten, nur so kann das Saatgut zügig und lückenlos keimen. Andere Gemüsekulturen brauchen für ihre Anzucht warme Bedingungen, die man auf der Fensterbank, im Mistbeet und im geheizten Gewächshaus erzielen kann. Dort werden ab Mitte März Tomaten, Zuckermelonen und Co. angezogen. Ab Mitte bis Ende März kann man auch beginnen, Tomaten selbst heranzuziehen. Dabei darf die Aussaat von Tomaten nicht zu früh erfolgen, da die Tomaten ansonsten bis zum Pflanztermin zu groß werden.
Möchte man Tomaten Mitte Mai auspflanzen, ist Mitte März der ideale Zeitpunkt für eine Aussaat in Saatschalen. Tomaten benötigen zur Keimung neben einer ausreichenden Feuchtigkeit eine Temperatur von ungefähr 20 bis 23 Grad. Sobald neben den Keimblättern die ersten Laubblätter voll entwickelt sind, pikiert man die Jungpflanzen in kleine Töpfe. Sind die Pflanzen in diesem Stadium bereits zu hochstämmig, kann man Tomatensämlinge beim Pikieren tiefer setzen, da sie am Stängel ebenfalls Wurzeln bilden können. Ab diesem Zeitpunkt sollte die Weiterkultur nicht auf dem Fensterbrett (zu wenig Licht, zu warm), sondern am besten im Frühbeet oder im Gewächshaus erfolgen. Bei der Aussaat sollte man spezielle Aussaaterde verwenden, Blumenerde oder andere Spezialerden sind nicht geeignet.

Weitere Tätigkeiten
 

- Jungpflanzenanzucht von Tomaten, Paprika, Auberginen und weiteren wärmeliebenden Gemüsepflanzen. Bei Gurken, Melonen, Kürbissen und Zucchini wartet man bis April, hier gilt: Nicht zu früh säen.
- Anzucht von einjährigen Sommerblumen wie Löwenmäulchen, Ziertabak, Strohblume, Wolfsmilch, Chinesernelke, Schmuckkörbchen, Sommerastern, Buntnessel, Männertreu, Spinnenpflanzen, Sommernelken, Sonnenhut oder Husarenknopf.
- Anzucht der einjährigen Kletterblumen wie Schönranke, Glockenrebe, Schwarzäugige Susanne, Kaiserwinde in Töpfen. Die Duftwicken werden an Ort und Stelle ausgesät.

Bei den Rosen Fichtenzweige entfernen und wieder abhäufeln.

- Rosen mit losen Wurzeln können im März gepflanzt werden.

- Auf schweren, lehmig-tonhaltigen Böden hat eine Pflanzung von Gehölzen im März Vorteile gegenüber einer sonst üblichen Herbstpflanzung.

- Kübelpflanzen und Zimmerpflanzen umtopfen und gleichzeitig düngen (gut ist die Verwendung eines Langzeitdepotdüngers).