Mein Klein­garten im März und April

Basilikum mag lockere Böden. (Bild: Angelika Feiner)
Muskatellersalbei wird als Heilpflanze und Gewürz genutzt. (Bild: shutterstock.com/Mariola Anna S)
Bald blühen die Obstbäume wieder. (Bild: Jörg Schnöring)
Ab März kann man neue Kräuter pflanzen. (Bild: Angelika Feiner)
Beim Salbei gibt es viele interessante Sorten. (Bild: Angelika Feiner)
Februar 2018

Langsam wird es wärmer, die Sonne gewinnt jeden Tag mehr an Kraft und wir dürfen endlich wieder mit der Gartenarbeit beginnen.

 

Auf den Gemüsebeeten sind noch die Reste der Gründüngung, die Sie nun am besten mit einem Sauzahn einarbeiten. Auch die Reste der Mulchschicht werden jetzt eingearbeitet oder entfernt, so dass sich der Boden schneller erwärmen kann. Auf dem Kräuterbeet sieht man das erste Grün. Die Spitzen des Knoblauchs und Schnittlauchs sehen wir bereits und die wüchsige Winterheckenzwiebel hat sich oftmals schon prächtig entwickelt. Zu den klassischen Frühjahrskräutern gehört neben dem Bärlauch der Sauerampfer mit seinen verschiedenen Sorten. Durch den hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt wird Sauerampfer schon seit Langem als Heilpflanze geschätzt. Geerntet werden die säuerlichen Blätter der mehrjährigen, winterharten Pflanze in den Monaten April und Mai. Wie verhält es sich im Frühjahr mit den überwinterten Kräutern? Vom Thymian, Salbei, Eberraute, Lavendel und anderen Kräutern, die verholzen, entfernt man bis zu zwei Drittel der Triebe. So aktiviert man das Wachstum und die Kräuter wachsen von unten kräftig aus. Andere mehrjährige Kräuter wie Minze, Bergbohnenkraut, Estragon und Zitronenmelisse haben abgestorbene Triebe vom letzten Jahr, die Sie je nach Art entweder leicht mit der Hand auszupfen oder bodennah abschneiden können. Sowohl im Herbst als auch im Frühjahr können Sie horstartig wachsende Kräuter (z. B. Minze, Melisse, Schnittlauch) teilen oder verjüngen. Dazu graben Sie die Wurzelballen aus und teilen diese mit den Händen oder mit dem Spaten in faustgroße Stücke. Achten Sie darauf, eingewachsene Wurzelunkräuter wie Ackerwinde oder Quecken vollständig zu entfernen. Die faustgroßen Wurzelstücke pflanzen Sie nun in gut vorbereitete, leichte Erde und gießen sie sorgfältig an. Der Standort der meisten mehrjährigen Kräuter sollte sonnig sein: vor allem Lavendel, Thymian, Rosmarin und Kräuter aus der Mittelmeerregion lieben warme, trockene Standorte. Manche Kräuter wie Schnittlauch, Minzen, Engelwurz können Sie auch an einen halbschattigen Standort pflanzen. Sie gedeihen aber an einem sonnigen Standort trotzdem besser. Ob Ihre Kräuter eine Portion Dünger benötigen oder nicht, hängt vom Nährstoffgehalt des Bodens ab. Generell kommen die meisten Kräuter ohne zusätzliche Düngergaben aus. Ist ein Boden sehr sandig oder haben die Kräuter Wachstumsschwierigkeiten, können Sie Ihre Kräuter mit einer Gabe aus gut verrottetem Kompost düngen. Als Faustformel gilt ca. ein Liter Kompost pro Quadratmeter Kräuterbeet. Im März beginnt auch die Zeit, neue Kräuter zu pflanzen oder anzuziehen. Ein besonders zierendes Kraut für den Garten ist der Gewürzfenchel, der nicht mit dem Gemüsefenchel verwechselt werden darf. Die ausdauernde mehrjährige Pflanze entwickelt eine imposante Größe und das federartige Laub zeigt sich als optischer Hingucker. Die Samen dieser Gewürzpflanze können als Tee oder als Speisegewürz verwendet werden. Der Rote Ananassalbei, der die Juli/August-Ausgabe 2017 des Kleingarten Magazins zierte, ist noch ein optisches Highlight. Weitaus prächtiger zeigt sich der Muskatellersalbei, dessen hellbraunrosa farbene Blütenhüllblätter nach der Blüte bis in den Herbst an der Pflanze bleiben. Eine Würzpflanze der ersten Güte ist der Ìtalienische Oreganothymian. Dieser wird wie Oregano verwendet und eignet sich vor allem für das Würzen von Suppen, Pizza und Spaghettisoßen. Während die meisten Thymiansorten magere Standorte bevorzugen, liebt Oreganothymian wirklich gute Erde und einen warmen Standort.

 

Basilikum

Basilikum ist wahrlich ein Königskraut – geschmacklich unvergleichbar und überaus wüchsig. Basilikum benötigt Licht und Wärme und ist leider nicht winterhart. Wer kennt nicht die Sorte ’Genoveser‘? Das Basilikum mit den großen dunkelgrünen Blättern ist schließlich überall erhältlich.

Wer Pesto gerne selbst herstellt, sollte die Sorte ’Fino Verde‘ (www.kraeuter-und-duftpflanzen.de) anbauen (Hinweis: nicht verwechseln mit der Sorte ’Feines Grünes‘). ’Fino Verde‘ entwickelt kleine Blätter mit dem typischen intensiven Geschmack. Ein Augenschmaus und Insektenmagnet sind die verschiedenen Sorten des Buschbasilikums. Bei den Basilikumsorten gibt es auch viele Sorten mit fruchtigen Noten. So manche Sorten entwickeln ein zitroniges, ein zimtiges, ein anisduftendes Aroma oder schmecken nach Kümmel, Paprika und Co. Den Geschmacksrichtungen scheinen bei dieser Kräutervielfalt keine Grenzen gesetzt zu sein.

 

Gemüseaussaaten

Neben den Kräuteraussaaten beginnen bald die ersten Gemüseaussaaten ins Freiland. Am besten bereiten Sie die Beete vor der Aussaat schon einige Zeit vor, damit sich der Boden erwärmen kann. Möhren, Pastinaken, Schwarzwurzel, Spinat, Schnittsalat können Sie direkt aussäen. Am besten ziehen Sie flache Saatrillen und geben die Samen direkt aus der Samentüte in die Rillen. Mit ein wenig Übung gelingt dies ganz gut. Achten Sie aber darauf, nicht zu viele Samen auf einen Haufen zu schütten, sonst laufen zu viele Samen auf, die später ausgelichtet werden müssen. Sie können die Samen auch mit dünnem Sand vermischen und dann aussäen. Dann bedecken Sie das Saatgut vorsichtig mit Erde und drücken die Rillen an. Anschließend gießen Sie das bestellte Beet. Da der Keimungsprozess bis zum Auflaufen nicht gestört werden darf, müssen Sie nun das Beet regelmäßig gießen. Die ersten Wochen empfiehlt es sich, die Beete mit einem Frostschutzvlies abzudecken, so keimen die Samen im Frühjahr besser.

 

Weitere Tätigkeiten

-  Jungpflanzenanzucht von Tomaten, Paprika, Auberginen und weiteren wärmeliebenden Gemüsepflanzen; bei Gurken, Melonen, Kürbissen und Zucchini wartet man bis April, hier gilt: nicht zu früh säen.

- Anzucht von einjährigen Sommerblumen wie Löwenmäulchen, Ziertabak, Strohblume, Wolfsmilch, Chinesernelke, Schmuckkörbchen, Sommerastern, Buntnessel, Männertreu, Spinnenpflanzen, Sommernelken, Sonnenhut oder Husarenknopf.

- Anzucht der einjährigen Kletterblumen wie Schönranke, Glockenrebe, Schwarzäugige Susanne, Kaiserwinde in Töpfen. Die Duftwicken werden an Ort und Stelle ausgesät.

- Bei den Rosen Fichtenzweige entfernen und wieder abhäufeln.

- Rosen mit losen Wurzeln können im März gepflanzt werden.

- Auf schweren, lehmig-tonhaltigen Böden hat eine Pflanzung von Gehölzen im März Vorteile gegenüber einer sonst üblichen Herbstpflanzung.

- Kübelpflanzen und Zimmerpflanzen umtopfen und gleichzeitig düngen (gut ist die Verwendung eines Langzeitdepotdüngers).