Mein Klein­garten im Mai und Juni

Ab Mai setzen prächtig blühende Schwertlilien und Margeriten prächtige Akzente (Bild: Angelika Feiner).
Ein mit Feuerbohnen beranktes Weidentipi bietet Kindern im Sommer ein Versteck (Bild: Angelika Feiner).
Fenchel kann ab Mai gepflanzt werden (Bild: Angelika Feiner).
Liegend kultivierte Salatgurken lassen sich gut an Rankgerüsten aufleiten (Bild: Angelika Feiner).
Frühzeitig geerntete Kohlrabi sind besonders saftig (Bild: shutterstock.com/Oksana Shufrych.
April 2017

Der Sommer ist zum Greifen nah. Die ersten Salate sind erntereif – allen voran schnellwüchsige Schnittsalate und würzige Asiasalate. Aus dem Frühbeet ernten wir bereits Radieschen, Rettiche und knackige Kohlrabi.

 

Nach den Eisheiligen können endlich die letzten freien Flächen im Garten gefüllt werden. Ob nun Gurken, Zucchini, Kürbis- oder Tomatenjungpflanzen – sie alle dürfen endlich ins Freie. Gurken sind beliebt, ob als Snack, Salat oder eingelegt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie in unseren Kleingärten gerne angebaut werden. Während noch vor etlichen Jahren vor allem Einlegegurken auf den Beeten prächtig wuchsen, wurden diese von den Salatgurken längst überholt. Der Anbau verläuft gleich, die Sorten sind aber unterschiedlich. Während Einlegegurken ca. vier bis zwölf Zentimeter lang werden, erreichen Freilandsalatgurken eine Länge von 20 bis 25 Zentimetern. Gewächshausschlangengurken sind weitaus anspruchsvoller als die oben genannten Freilandgurken. Vor allem Einlegegurken sind robust, pflegeleicht und bringen zuverlässig hohe Erträge. Sie können diese – wie auch Salatgurken – in Vorkultur ab Ende April oder ab Mitte Mai direkt auf das Beet gesät werden. Am besten erfolgt die Aussaat horstweise mit bis zu vier bis fünf Korn pro Aussaatstelle im Abstand von 25 Zentimetern in einer Mittelreihe und anschließend wird die Saat mit einem Frostschutzvlies vor kühlen Temperaturen geschützt. Je nach Auspflanzungs- bzw. Aussaattermin und Witterungsverlauf lässt man das Vlies drei bis vier ­Wochen auf dem Beet. Die Erwerbsgärtner bringen vorher schwarzes Mulch­vlies (bzw. Mulchfolie) aus und pflanzen bzw. säen dann in die vorbereiteten Löcher. Unter dem Mulchvlies erwärmt sich der Boden schneller, im Sommer trocknet das Beet weniger aus (man benötigt daher weniger Wasser) und Beikräuter können sich nicht ausbreiten. Die ersten Tage gilt es, die Jungpflanzen bzw. die Keimlinge vor Schneckenfraß zu schützen. Die meisten Hobbygärtner kultivieren Gurken liegend auf den Beeten, ein Aufleiten an Rankgerüsten hat sich vor allem beim Anbau von Salatgurken bewährt. Achten Sie bei der Wahl der Sorte auf die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und eventuell auf das Fehlen von Bitterstoffen. Alte Sorten, wie z. B. die Sorte ‚Sensation‘, bilden bei Kälte oder Trockenphasen Bitterstoffe aus, sind aber sonst geschmacklich sehr gut. Während Bitterstoffe in Chicorée, ­Zuckerhut usw. für die Gesundheit förderlich sind, sind die Bitterstoffe in Gurken, Zucchini und Kürbis gesundheitsschädlich. Bei Gurken testet man daher ein Stück von der Stielseite aus und schneidet alles weg, was bitter schmeckt. Parthe­nokarpe Sorten müssen nicht befruchtet werden und ent­wickeln ausschließlich weibliche Blüten, so dass sich hier bei guter Düngung und Pflege aus jeder Blüte eine Frucht entwickelt.

Sortenwahl
Generell gilt: Alle Gurken können klein und jung zum Einlegen verwendet werden und – wenn man sie wachsen lässt – groß als Salat- oder als Schmorgurke. Jedoch werden die Sorten nach ihrem Nutzungsschwerpunkt in Einlege- und Salatgurken eingeteilt. Bei Einlegegurken gibt es sowohl Auswahl an samenechten Sorten wie ‚Vorgebirgstrauben‘ oder ‚National Pickling‘ als auch neuen F1-Hybriden. Letztgenannte sind unter anderem beispielsweise resistent gegen Echten Mehltau, parthenokarp und bitterfrei. Empfehlenswerte Sorten sind unter anderem ‚Schubert F1‘, aber auch die warzige Sorte ‚­Karaoke F1‘ und ‚Zirkon F1‘ von Hild. Bei den samenfesten Sorten gibt es nur die Neuzüchtung ‚Helena‘, die parthenokarp ist.

Gemüsefenchel
Entweder man mag ihn oder eben nicht – beim Gemüsefenchel scheiden sich die Geschmäcker. Sein hoher Gehalt an ätherischen Ölen verleiht dem Knollenfenchel seinen unverwechselbaren Geschmack. Für den Anbau hingegen spricht vieles: im Anbau einfach sowie kaum Schädlings- oder Krankheitsbefall. Was beachtet werden muss, ist die Schossempfindlichkeit von Fenchel, daher müssen die Aussaat- bzw. Pflanzzeiten eingehalten werden. Je nach Sorte kann Fenchel ab Anfang März bis Mitte August ausgesät oder einfach als Jungpflanze ab Ende April gekauft werden. Unterschieden wird in Sommerfenchel, der von Mitte Februar bis Anfang April ausgesät wird. Für die Ernte im Hochsommer mit Aussaat Ende Mai eignen sich nur wenige Sorten und vorwiegend F1 ­Hybriden. Ab Mitte Juni bis Mitte Juli kann noch Herbstfenchel gesät werden. Zwar wachsen die Pflanzen die ersten zwei Monate eher langsam, sind aber nach drei bis vier Monaten dennoch erntereif.

Den Kleingarten gestalten
Zäune, Pergolen und einfache Rankgitter haben im Kleingarten viele Funktionen. Neben dem Beranken durch mehrjährige Kletterpflanzen, können Sie diese auch mit einjährigen Kletterpflanzen verschönern und jedes Jahr neu gestalten. Wer liebt nicht die gelben Blüten der Schwarzäugigen Susanne? Zudem wächst diese unkompliziert und blüht den ganzen Sommer hindurch. Auch weißblühende Sorten findet man in vielen Gärtnereien. Daneben sind Prunkwinden, Gloxinienwinde, Ballonwein, Glockenrebe, Schönranke und Duftwicken beliebte und bewährte Kletterpflanzen. Aber nicht nur Zierpflanzen, sondern auch Gemüsepflanzen eignen sich hervorragend als Kletterpflanzen. Zuallererst ist hier die Feuerbohne zu nennen: mit ihren leuchtend roten Blüten eine wahre Augenweide. Als Sorten haben sich ‚Lady Di‘ oder ‚Prizewinner‘ durchgesetzt. Es gibt aber auch weißblühende Feuerbohnen wie ‚Weiße Riesen‘ oder ‚Desiree‘. Wer Kindern im Sommer ein kühles Versteck bieten will, kann einfach aus Weidenruten ein Tipi bauen und mit Feuerbohnen beranken lassen. Aber auch mit Stangenbohnen kann man einige Rankgerüste auch außerhalb der Gemüsefläche begrünen. Bewährte Stangenbohnensorten sind ‚Neckarkönigin‘ oder ‚Blauhilde‘ (blaue Hülsen). Zum Beranken eignet sich auch die Kletterzucchini ‚Black Forest‘. Sie wird bis zu zwei Meter hoch und entwickelt bei einer regelmäßigen Ernte bis zu 30 Zucchini. Auch viele Zier-, unter anderem auch Flaschenkürbisse bieten sich zum Ranken an und können am Ende des Sommers zudem als Dekorationsobjekte verwendet werden.