Mein Klein­garten im November und Dezember

Weißkohl eine beliebte Kohlsorten für die Winterernte (Bild: Angelika Feiner).
Grünkohl eine beliebte Kohlsorten für die Winterernte (Bild: Angelika Feiner).
Knollensellerie kann nach der Ernte in sauberem Sand gelagert werden (Bild: Angelika Feiner).
Dahlien blühen bis zum ersten Frost, dann werden ihre Knollen aus dem Boden geholt und gelagert (Bild: Angelika Feiner).
Dahlien blühen bis zum ersten Frost, dann werden ihre Knollen aus dem Boden geholt und gelagert (Bild: Angelika Feiner).
Oktober 2016

Die Gartensaison neigt sich zum Ende und nur mehr wenig Obst und Gemüse sind zu ernten. Falls noch Gemüse zum Lagern geerntet werden soll, tut man dies am besten an einem sonnigen Tag vormittags und lässt das geerntete Gemüse noch eine Nacht an einem geschützten Ort im Freien liegen.

 

Herbst- und Wintergemüse
Während Hildegard von Bingen bereits im 9. Jahrhundert Weiß- und Rotkohl genau beschrieb, wurde Wirsing das erste Mal im 16. Jahrhundert in Kräuterbüchern erwähnt. Trotz seiner vielen Vorzüge im Anbau und in der Verwertung führt er oftmals ein Schattendasein. Dabei kann Wirsing beinahe das ganze Jahr angebaut und  geerntet werden. Während frühe Sorten, wie beispielsweise die Sorte ‚Famosa F1‘, bereits im Februar vorgezogen und im April ausgepflanzt werden, werden Sorten zum Lagern erst in den Monaten Mai und Juni gepflanzt und können dann über die Wintermonate vom Beet entnommen werden. Spezielle Sorten wie ‚Bonner Advent‘ oder ‚Winterfürst 2‘ werden zum Vegetationsende im Oktober und November in milderen Gegenden gepflanzt, überwintern dann auf den Beeten und können bereits ab April, meist aber ab Mai geschnitten werden. Sie werden auch als Adventswirsing bezeichnet und überstehen im Winter Temperaturen bis minus 15 Grad.
Lagersorten, die jetzt noch auf den Beeten stehen, sollten nicht vor Ende Oktober vom Beet entnommen werden. Bei günstiger Witterung und mit Reisig geschützt, kann Wirsing oft bis Weihnachten auf den Beeten bleiben. Holt man die Pflanzen vom Feld und sind die Köpfe für die Lagerung bestimmt, belässt man die Wurzeln und alle Außenblätter an den Köpfen. Der Lagerort selbst sollte kühl, frostfrei, dunkel und leicht feucht sein. Ähnliche Lagerbedingungen benötigen auch Weiß- und Rotkohl. Rosenkohl und Grünkohl können über die Wintermonate auf den Beeten stehen bleiben. Vor allem Grünkohl benötigt Minusgrade, um geschmackvoll zu werden. Für Sellerie und Blumenkohl hingegen werden Temperaturen unter minus zwei Grad kritisch. Daher sollte man, wenn man keine Kälteschäden riskieren will, diese Gemüsearten schon vorher in geeignete Lagerräume bringen.
Im Kleingarten eignet sich oftmals die Gartenlaube für das Lagern von Obst und Gemüse, dabei muss auf ausreichenden Mäuseschutz geachtet werden.
Wurzelgemüse wie Knollensellerie, Möhren, Rote Bete, Pastinaken usw. lagert man traditionell in sauberem Sand. Dazu können Holzkisten, mit Folie ausgekleidete Obstkisten, aber auch Kübel verwendet werden. Als unterste Lage kleidet man deren Böden mit einer Lage Sand aus. Anschließend füllt man das Gefäß schichtweise mit dem Wurzel- bzw. Knollengemüse ein und Sand auf. Der Sand sollte leicht feucht sein. Für die Aufbewahrung der gefüllten Kiste eignet sich ein Frühbeetkasten oder ein unbeheiztes Gewächshaus, aber auch unter Umständen das Gartenhaus. Auch hier gilt: Schützen Sie den Behälter vor Mäusefraß.
Endiviensalate und Zuckerhut können noch lange auf den Beeten bleiben. Wenn nötig, kann man mit einem Frostschutzvlies die Pflanzen vor Nachtfrösten schützen. Auch winterharte Salate wie Feldsalat, Portulak oder Spinat wachsen je nach Witterung weiter, erst bei Wintereinbruch stoppen sie ihr Wachstum.

Hinweis:
Pastinaken und Schwarzwurzeln könnten auch auf den Beeten belassen werden, da sie Temperaturen bis minus 20 Grad überstehen. Trotzdem empfiehlt es sich, die Wurzeln aus der Erde zu holen, da bei gefrorenem Boden keine Entnahme möglich ist.

Dahlien
Dahlien erfreuen uns mit ihren prächtigen Blüten von Juli bis zum ersten Frost. Dann sterben das Laub und die Blüten schnell ab. Da Dahlien bei uns nicht winterhart sind, ist nach einigen Tagen die richtige Zeit, die Knollen aus dem Boden zu holen. Dabei schneiden Sie zuerst die Stängel eine Handbreit über dem Boden ab. Nun holen Sie mit einer Grabegabel die Knollen mit den Stängeln vorsichtig aus dem Boden und lassen die Knollen an einer luftigen Stelle einige Stunden abtrocknen. Mit Sortenetiketten versehen, werden die Knollen in mit Zeitungspapier ausgelegten Holzkisten aufbewahrt und an einem frostfreien Ort aufbewahrt. Ideal ist die Gartenlaube oder eine Garage mit einer Temperatur von fünf bis acht Grad. Ende April bzw. Anfang Mai pflanzt man die Knollen wieder aus, dabei müssen die Knollen ca. fünf Zentimeter mit Erde bedeckt sein und die Stängelstümpfe spitzen aus dem Boden. Dahlien lieben Licht, Luft, viele Nährstoffe und ausreichend Wasser, dann entwickeln sie sich prächtig. Gefahr droht aber jährlich durch Schneckenfraß!

Weitere Tätigkeiten
- Jetzt im November können Sie noch gut Gehölze pflanzen – ob Obstbäume, Beerensträucher, Ziersträucher, Klettergehölze oder Rosen: Sie alle können noch gut einwurzeln. Vergessen Sie auch nicht, Ihre Rosen anzuhäufeln. Dafür eignet sich eine Mischung aus Laub und Erde. 
- Winterfeste Gehölze in Kübeln winterfest machen, um den Wurzelballen vor Frost zu schützen. Daher wickeln Sie um die Kübel Luftpolsterfolie, Jute oder mehrmals Vlies und stellen die Kübel an eine Wand und eng zusammen. Dazwischen können nochmals Laub und Stroh vor kühlen Wintertempera­turen schützen.

Was macht man mit der Gründüngung?
Sie haben zur Bodenverbesserung Düngungspflanzen ausgesät, die gut gewachsen und bei den ersten Frösten nun abgestorben sind. Frage: Lässt man die abgestorbenen Pflanzen auf den Beeten oder entfernt man diese? Am besten lässt man die Gründüngungspflanzen auf den Beeten, die Reste der Pflanzen arbeitet man erst im Frühjahr in den Boden ein! Denn würde man diese jetzt im Herbst einarbeiten, würden Nährstoffe über die Wintemonate freigesetzt werden.