Mein Klein­garten im November und Dezember

Spätherbst-Impressionen: Fallende Blätter (Bild: Angelika Feiner).
Spätherbst-Impressionen: Grünkoh (Bild: Angelika Feiner).
Gemüse für den Winter: Riesenkohlrabi (Bild: Angelika Feiner).
Gemüse für den Winter: Radicchio (Bild: shutterstock.com/Zigzag Mountain Art).
Gemüse für den Winter: Rosenkohl (Bild: shutterstock.com/Bobkeenan Photography).
Oktober 2017

Wenn der Herbst in unsere Gärten Einzug hält, zeigen sich die Herbststauden und Obstbäume von ihrer schönsten Seite. Trotz der Farbenpracht kommt mit dem Verwelken auch die morbide Seite in unseren Kleingärten zum Vorschein.

 

Wohin nur mit dem vielen Laub? Zuweilen erscheint uns das Herbstlaub etwas lästig, dabei erfüllt es wichtige Aufgaben im Garten. Laub bildet einen natürlichen Schutz gegenüber den winterlichen Temperaturen, die Bodenlebewesen freuen sich über eine gleichbleibende Bodentemperatur, und Unkräuter werden reduziert. An manchen Orten hat Laub trotzdem nichts verloren. Wer einen Teich auf seiner Parzelle hat, weiß, wie wichtig es ist, die Blätter regelmäßig mit einem Kescher abzufischen – solange sie sich an der Oberfläche befinden. Sind die Blätter bereits gesunken, vermodern sie, und der Teich verschlammt. Rasen verträgt Laub ebenfalls nur in Maßen, denn auch hier bedeutet ein Zuviel an Laub eine Dauerbefeuchtung, Lichtentzug und damit Fäulnis. Ist der November mild, schneidet man den Rasen zum letzten Mal auf drei bis vier Zentimeter zurück, ebenfalls ein Schutz vor Schimmelpilzbildung und Fäulnis. Das Mähgut ist in jedem Falle zu entfernen, am besten verwendet man es als Mulchmaterial für Gehölze wie Beerensträucher. Neben Rasen kann man mit dem nun anfallenden Herbstlaub die offenen Bodenflächen zwischen den Stauden abdecken – so wird die Erde feucht gehalten. Unter Gehölzen und Beerensträuchern lässt man das Laub direkt liegen. Über einen Winterschutz aus Laub freuen sich zudem Rosen – hier häufelt man die Veredelungsstelle großzügig mit Laub an.

 

Wintersalate

Während der würzige, leicht bittere Endiviensalat früher vor allem in ländlichen Gemüsegärten zu finden war, ist er nun fast überall im Herbst verbreitet. Je nach Blättertyp gibt es zwei Sortengruppen. Zum einen der glatte, breitblättrige Endivie (auch als Escariol bezeichnet) oder der krausblättrige Endiviensalat (auch Frisee-Endivie genannt). Robuster und lagerfähiger erweist sich die glattblättrige Variante. Ist eine Sorte zu bitter, kann man durch Wässern die Bitterstoffe auswaschen – wobei hier wichtige Inhaltsstoffe mit verloren gehen. Abhilfe kann man auch durch die Zugabe von Zucker oder Honig schaffen. In manchen Neuzüchtungen wurden – wie auch bei anderen Gemüsearten – die Bitterstoffe herausgezüchtet und somit auch die gesundheitlichen Vorteile, nämlich die verdauungswirkende und appetitanregende Wirkung von Bitterstoffen. Bewährte Sorten sind bei den glatten Endiviensalaten (Escariol) ‘Bubikopf’, ‘Escariol grüner’, ‘Escariol gelber’ oder ‘Eminence’ und bei den krausen (Friesee) ‘Milady’ oder ‘Großer Grüner Krauser’. Ernten Sie Ihre Endiviensalate laufend frisch – leichte Fröste werden gut vertragen. Falls notwendig, kann man die Salate mit einem Frostschutzvlies abdecken. Für eine längere Lagerdauer kann man mit Wurzeln ausgraben und in Kisten einschlagen und an einem luftigen trockenen Ort lagern. Neben den beliebten Endiviensalaten zählen auch Chicoree, Zuckerhut und Radicchio zu den Zichoriengewächsen. Sie alle enthalten den Bitterstoff Lactucopikrin (früher Intybin), der den Speichelfluss sowie die Magensekretion anregt und galle- und harntreibend ist. Dabei gilt, je heller die Blätter sind, desto weniger Bitterstoffe enthalten sie. Vor allem Zuckerhut und Radicchio wachsen in unseren Gärten ebenfalls hervorragend.

 

Kohlgemüse auf dem Beet

Als wertvolles Herbst- und Wintergemüse stehen prächtige Rosenkohlpflanzen erntebereit auf den Beeten. Bereits seit Juni wächst dieses Kohlgemüse auf den Beeten heran.Während die meisten Kohlarten seit Urzeiten kultiviert werden, zählt Rosenkohl zu den jungen Gemüsearten. Erst im 18. Jahrhundert soll er – vermutlich durch eine spontane Mutation oder durch eine Kreuzung – entstanden sein. Ab September können Rosenkohlpflanzen beerntet werden. Rosenkohl besitzt eine gute Frosthärte, sodass auch kurze tiefe Fröste bis zehn Grad Minus ausgestanden werden. Oftmals kann man Rosenkohl daher bis Weihnachten direkt vom Beet ernten. Auch Grünkohl kann den ganzen Winter auf den Beeten bleiben und direkt entnommen werden. Kennen Sie die Kohlrabisorte ‘Superschmelz’? Ein weißer Riesenkohlrabi, dessen Knollen sogar mit einem Gewicht von drei bis vier Kilogramm innen noch zart sind und nicht holzig werden. Wenn man diese Sorte erst im Juli aussät, kann man die noch bis zu 1,5 Kilogramm schwer werdenden Knollen gut als Wintergemüse nutzen, da sie bis März lagerfähig sind. Immer mehr auf den Markt kommen die leckeren Herbstrüben und Steckrüben, die auch selbst leicht angebaut werden können. Die großen Knollen schmecken ebenfalls nach Kohlrabi und lassen sich gut lagern.

Staudenpflege

Viele Stauden sind bereits abgestorben, und so mancher hat bereits kurz über dem Boden die Stauden zurückgeschnitten. Dabei ist bei vielen Stauden dieser frühe Rückschnitt nicht notwendig. Sie dienen vielen Vögeln und Insekten als Nahrung und Winterschutz. Daher gibt es für den Zeitpunkt des Rückschnitts verschiedene Ansichten. Ob nun Ende Oktober oder erst im zeitigen Frühjahr: Wie Sie sich auch entscheiden, für beides gibt es Vor- und Nachteile. Letztendlich entscheiden Sie, was arbeitstechnisch und für Ihre Pflanzen und Ihren Garten am besten ist.

 

Pflanzung von Gehölzen

Im Monat November können – solange der Boden noch frostfrei ist – wurzelnackte Gehölze wie Obst-, Ziergehölze und Beerensträucher gepflanzt werden. Eine Herbstpflanzung ist oftmals einer Frühjahrspflanzung vorzuziehen, da diese gut einwurzelt und im Frühjahr kräftig austreibt. Empfindliche Gehölze wie Pfirsich, Aprikose oder Quitten pflanzt man eher im Frühjahr. Auch in Gebieten, die rauere Klimabedingungen haben, oder bei schweren, durchnässten Böden ist eine Frühjahrspflanzung einer Herbstpflanzung vorzuziehen.

 

Winterschutz für Obstbäume

Vor allem die Stämme von jungen Obstbäumen müssen vor winterlichen Temperaturschwankungen geschützt werden. Frost kann bei ungeschützten Stämmen Risse verursachen, die anschließend als Eintrittspforten für Krankheiten und Schädlinge dienen. Auch bei älteren Bäumen ist ein Winterschutz empfehlenswert. Diese haben aber durch die dickere Borte bereits einen besseren Schutz. Als Winterschutz dient immer noch ein weißer Kalkmilchanstrich, wobei man zuvor den Stamm auf Wunden und erkrankte Stellen untersucht und diese bis ins gesunde Holz erausschneidet und mit einem Wundverschlussmittel behandelt.