Mein Klein­garten im September und Oktober

Die ersten Äpfel sind jetzt erntereif. <br />(Bild: shutterstock.com/KristinaSh)
Äpfel sollten kühl und luftig gelagert werden. (Bild: stock.adobe.com/bierwirm)
Die ersten Möhren sind jetzt erntereif. (Bild: Angelika Feiner)
Die Mispel wächst mittlerweile in einigen Kleingärten. <br />(Bild: Angelika Feiner)
Auch die Quitte gedeit mittlerweile in einigen Kleingärten. <br />(Bild: Angelika Feiner)
Die späten Himbeeren sind im ­Oktober reif.  (Bild: Angelika Feiner)
Wer jetzt Radieschen sät, kann noch im Spätherbst ernten.  <br />(Bild: shutterstock.com/Hirundo)
Minikiwis können mit Schale verzehrt werden.  (Bild: istockphoto.com/AnthonyRosenberg)
August 2017

Jetzt können wir aus dem Vollen schöpfen – im Obstgarten reifen die ersten Äpfel, Birnen und Zwetschgen, im Gemüsegarten sind Möhren, Tomaten, Salate, Brokkoli, Lauch, Rettiche erntereif! Beachten Sie jeweils die individuellen Erntezeitpunkte – vor allem wenn Sie Obst und Gemüse zum Lagern einplanen.

Werden Beete abgeerntet, können Sie nun eine Gründüngung oder eine Nachkultur ansäen. Wenn Sie jetzt Radieschen, Feldsalat oder leckere Asiasalate aussäen können Sie sich noch über eine Ernte im Spätherbst freuen. Vor allem Asia­salate sind ein pikantes und leicht zu kultivierendes Blattgemüse, welches je nach Witterung nur wenige Wochen bis zur Ernte benötigt. Im Gewächshaus gesät, können Sie den ganzen Winter hindurch Asiasalate ernten. Das Gleiche gilt für Spinat. Wer bis Mitte September Spinat aussät, kann sich je nach Witterung und Gegend über eine Ernte im Spätherbst oder im Frühjahr freuen.
Bei der Kultur von Spinat unterscheiden wir zwischen Frühjahrs-, Sommer-, Herbst- und Winteranbau mit jeweils un­terschiedlichen Sorten. Beachten Sie dies beim Kauf von ­Spinatsorten! Im Gewächshaus oder Folientunnel geschützt angebaut, können Sie ab November die frischen Blätter ernten oder nach der Überwinterung im April. Sorten für den Herbst bzw. Überwinterungsanbau zeichnen sich durch größere Blätter aus, während Frühlings- und Sommersorten mit ihrem zarten Blattgrün vor allem roh Verwendung finden.
Welche Sorten eignen sich für eine Herbst- oder Winterernte? Dies sind beispielsweise die Sorten ’Matador‘, ’Winterriesen Stamm Verdil‘, ’Hammenhögs‘, ’Riccio d Asti‘ oder ’Nobel‘. Viele Kräuter wie Basilikum, Bohnenkraut, Majoran, Estragon, Lavendel, Origano, Salbei oder Thymian, können Sie noch bis Oktober beernten. Am besten ernten Sie die Kräuter an einem sonnigen Vormittag, wenn die Pflanzen vom morgendlichen Tau bereits abgetrocknet sind. Zu diesem Zeitpunkt sind die Blätter noch frisch. Kranke, verdorrte und verschmutzte Pflanzenteile sollte man nicht konservieren. Verwenden Sie zum Sammeln nur Körbe, die luftig sind; Plastiktüten oder andere luftdichte Gefäße wie Plastikeimer sind nicht geeignet, da die Blätter sehr schnell zu „schwitzen“ beginnen. Anschließend müssen die Kräuter schnellstmöglich weiterverarbeitet werden, da die Inhaltsstoffe ansonsten zerstört werden. Auf das Waschen von Kräutern sollten Sie am besten verzichten. Falls Sie diese dennoch ­waschen wollen, muss das Wasser gut abgeschüttelt und mit Küchenpapier die restliche Feuchtigkeit weggetupft werden; haltbar machen können Sie diese durch Trocknung, durch Tiefgefrieren, Herstellung eines Kräuterlikörs und vieles mehr. Von etlichen Kräutern im Kleingarten können Sie zudem jetzt den Samen für das kommende Jahr entnehmen. Dies sind unter anderem Dill, Gewürzfenchel, Petersilie oder Koriander. Dabei wartet man nicht allzu lange, denn durch Regen und kühle Nächte werden die Samenstände leicht weich, faulen und schimmeln leicht. Sobald die Samenstände sich braun färben und eintrocknen, sind die Samen reif. Nun sammeln Sie die Dolden am besten um die Mittagszeit, wenn die Pflanzen gut abgetrocknet sind. Nach dem Abschneiden klopft man vorsichtig die Samen von den Dolden und lässt den Samen noch ein paar Tage auf Küchenpapier nachtrocknen. Dann füllt man den Samen in Gläser oder Papiertüten und bewahrt ihn an einem kühlen und dunklen Ort auf. Im Herbst fällt viel Laub von unseren Sträuchern und Bäumen. Nutzen Sie das Laub, um Ihre Beerensträucher, aber auch die Baumscheiben von Obstgehölzen oder die Ziergehölze damit zu mulchen. Der Boden wird somit geschützt und die Bodenlebewesen ernährt und zugleich wird dem Boden wieder organisches Material zugeführt. Generell sollte man den Boden so weit wie möglich bedeckt halten, dies kann mit Einsaat einer Gründüngung sein oder durch Abdecken mit einer Mulchschicht. Sind im Gemüsegarten Beete frei, eignen sich anfallender Rasenschnitt oder zerkleinerte Ernte- oder Staudenreste als Mulchschicht.

 

Hinweise zum Obstgarten
Neben Herbsthimbeeren und Brombeeren werden auch die beliebten Minikiwis im Oktober reif und können direkt mit der Schale verzehrt werden. Großfrüchtige Sorten, wie man sie in manchen wärmeren Gegenden bereits findet, sind ab Ende Oktober und je nach Lagertemperatur erst nach einigen Wochen erntereif.


Quitten ernten
Oftmals finden wir Quittenbäume in den Kleingärten, sie sind robust, fruchten regelmäßig und benötigen wenig Pflege. Zudem sind sie kaum spätfrostgefährdet, da ihre rosa Blüten erst im Mai erscheinen. Geerntet werden Quitten kurz vor der Vollreife, sobald die Farbe von Grün auf Gelb umschlägt. Quitten lässt man dann im Haus nachreifen.


Fleischbräune bei Quitten und Äpfeln
Ernten Sie Quitten mit Fleischbräune? Von außen ist diese physiologische Erkrankung nicht sichtbar, aber im Inneren sind die Früchte teils braun, aber nicht faul. Fleischbräune kann auch bei einigen Apfelsorten verstärkt auftreten. Fleischbräune ist eine Stoffwechselstörung, die aufgrund von verschiedenen Faktoren (z. B. hohe Feuchtigkeit, zu späte Ernte, zu kühle Lagerung) auftreten kann. Früchte mit Fleischbräune können weiterhin verwertet werden und müssen nicht ausgeschnitten werden. Sie sind aber nicht lange lagerfähig und sollten daher schnell verarbeitet werden.


Weitere Tätigkeiten
Wer Fuchsien in Kübeln kultiviert, sollte diese im Spätherbst an einen geschützten Ort bringen. Dies gilt auch für winterharte Sorten, die in Kübeln und nicht festverwurzelt im Boden wachsen. In das Winterquartier bringt man diese erst nach den ersten Nachtfrösten, wenn sie das Laub auf natürlichem Wege verloren haben und abgehärtet sind. Ferner kürzt man die Triebe auf ein Drittel ein und entfernt die restlichen Blätter. Fuchsien überwintern am besten in einem kühlen Raum (zwei bis zehn Grad), der auch dunkel sein kann. Dann ist auch Zeit zum Teilen bei älteren Stauden und Pflanzung an anderer Stelle vor allem bei Frühlings- und Frühsommerblühern.