Mein Kleingarten im Januar und Februar

Mein Klein­garten im Januar und Februar. (Bild: Jörg Schnöring)
Chili sollten bereits im Februar auf dem Fensterbrett oder im Gewächshaus ausgesät werden. (Bild: Angelika Feiner)
Paprika sollten ebenso bereits im Februar auf dem Fensterbrett oder im Gewächshaus ausgesät werden. (Bild: Angelika Feiner)
Auch Artischocken sollten bereits im Februar auf dem Fensterbrett oder im Gewächshaus ausgesät werden. (Bild: Shutterstock.com/A
Vor dem Kauf von Saatgut sollte man überlegen, welche Ansprüche man an sein Gemüse stellt. (Bild: Angelika Feiner)
Dezember 2017

Schneeflocken beim Fallen zu sehen, macht nicht nur Kindern Freude. Wussten Sie, dass die Flocken mit einer Geschwindigkeit von ca. vier Kilometern pro Stunde zu Boden schweben – somit bleibt genug Zeit, die Flocken auf ihrem Weg zum Boden zu beobachten.

Eine Schneedecke in den Wintermonaten ist für die Natur und den Garten wichtig, denn sie schützt unter anderem die Wurzeln der Pflanzen vor der Winterkälte. Der Garten ruht und so mancher Kleingärtner wartet ungeduldig auf das Frühjahr. Bis es draußen wieder grün wird, können wir die Zeit sinnvoll nutzen und uns Ideen für unseren Garten einholen, neues Saatgut bestellen und die ersten Aussaaten an der Fensterbank vornehmen.

Das richtige Saatgut
Jeder Gartenliebhaber kennt das Thema: Obwohl wir viele halbvolle Samentüten noch zu Hause haben, bestellen wir neues Saatgut von Möhren, Salat und Co. Denn wer liebt es nicht, unbekannte Gemüsearten und -sorten zu testen. Trotzdem ist es oft sinnvoll, sofern sich die Sorte im Anbau bewährt hat, zunächst den Rest zu verbrauchen und erst dann neues Saatgut zu kaufen. Wie lange Saatgut unter optimalen Lagerbedingungen aufbewahrt werden kann, finden Sie nachfolgend:

1–2 Jahre:     Dill, Schnittlauch
2–3 Jahre:     Petersilie, Tomate, Zwiebel, Feldsalat
3–4 Jahre:     Bohnen, Erbsen, Kopfsalat, Möhre, Sellerie
4–5 Jahre:     Kohlarten, Rettich, Radieschen, Spinat, Rote Bete
5–6 Jahre:     Gurke, Zucchini, Kürbis

Bei manchen Gemüsearten wie Pastinaken empfiehlt es sich, jährlich neues Saatgut zu verwenden, da die Keimfähigkeit innerhalb eines Jahres sehr stark abnimmt. Beim Kauf von neuem Saatgut können Sie aus einer Vielzahl von Sorten wählen. Sie finden sowohl alte, bewährte Sorten als auch zahlreiche Neuheiten. Wichtig ist beim Kauf einer Sorte, welche geschmackliche Vorlieben Sie haben und für was Sie die Sorte verwenden wollen, z. B. zum Frischverzehr oder zum Lagern. Zudem sollte die Sorte robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen sein.

Was bedeuten folgende Bezeichnungen?
– Resistente Sorte: Diese Sorte ist widerstandsfähig gegen einen oder mehrere Schaderreger. Das bedeutet: Es gibt ­keinen Befall!
– Tolerante Sorte: Diese Sorte besitzt eine gewisse Widerstandskraft gegen einen oder mehrere Schädlinge, die sich im Rahmen des Verträglichen hält. Das bedeutet: Es gibt ­wenig Befall!
– Robuste Sorte: So werden oft alte Sorten, die sehr widerstandsfähig sind, bezeichnet.
Bei manchen Gemüsearten müssen Sie auch die verschiedenen Anbauzeiten berücksichtigen und unter anderem eventuell Sorten mit unterschiedlichen Sä- und Pflanzterminen wählen.

Aussaaten am Fensterbrett
Einige Gemüsearten benötigen eine lange Kulturzeit und müssen daher bereits im Februar ausgesät werden, wie z. B. Artischocken, Auberginen, Chili, Paprika oder Knollensellerie.

Artischocken
Die äußerst dekorative, außergewöhnlich schöne Nutzpflanze finden wir immer häufiger in unseren Gärten. Eigentlich ist die Artischocke mehrjährig. In vielen Gegenden Deutschlands muss man aber wegen der kalten Winter jedes Jahr neu säen und pflanzen. Die Aussaat der Artischockensamen erfolgt für eine Ernte im ersten Jahr ab Mitte Februar unter Glas. Etwa zwei Korn pro Topf einsetzen und an einem hellen, geschützten Platz aufstellen. Ausgepflanzt werden die Jungpflanzen nach den Eisheiligen. Artischocken benötigen viel Platz im Gartenbeet. Rechnen Sie mit einem Quadratmeter pro Pflanze. Sie benötigen lockeren Boden und reichlich Nährstoffe. Im Lauf des Sommers nachdüngen, entweder mit Kompost oder magnesiumhaltigem Volldünger. Die Ernte der delikaten Blütenknospen erfolgt dann ab Anfang August.

Paprika
Bei einer eigenen Aussaat von Paprikasamen beginnt je nach Sorte die Vorkultur im Gewächshaus oder auf der Fensterbank in Töpfen oder Schalen zwischen Mitte Februar und März. Die Keimtemperatur sollte bei 24 bis 26 °C liegen, dann dauert es zwölf bis 18 Tage bis zur Keimung. Nach ca. drei Wochen pikiert man die Pflanzen und setzt die Jungpflanzenanzucht bei 18 bis 22 °C weiter fort. Ab Mitte Mai kann man Paprikajungpflanzen ins Freie setzen. Wichtig sind eine lockere Erde, etwas Vorratsdünger und ein geschützter Platz an der Sonne, denn Paprika ist sehr zugempfindlich. Bei guten Bedingungen wächst er schnell und kräftig und entwickelt zahlreiche sehr attraktive Blüten. Die Ernte beginnt meist Anfang Juli mit den noch grünen, saftigen Schoten und reicht bis zu den ersten Frösten.

Auberginen
Auberginen der Marke Eigenbau sind etwas Besonderes. Sie sind allerdings noch wärmebedürftiger als Paprika und Tomaten und wachsen optimal bei Temperaturen von 25 bis 30 °C. Werden sie auf Balkon und Terrasse gehalten, müssen sie in große Kübel und Tröge gepflanzt und an einem sonnigen, windgeschützten Standort aufgestellt werden. Auberginen gehören, wie auch Tomaten und Kartoffeln, zur Familie der Nachtschattengewächse. Botanisch gesehen sind sie Beeren. Meist werden bei uns keulenförmige violette Sorten angeboten, aber es gibt auch weiß, oder gurkenförmige, längliche, kugelige, schlangenförmige; das Farbspektrum reicht von Weiß über Gelb, Grün, Orangerot bis Violett. Von der Aussaat (Februar bis März) bis zur ersten Blüte muss man mit etwa acht Wochen rechnen. Die ersten kleinen Früchte erscheinen im Juni/Juli. Auberginen sollten nicht unreif geerntet oder roh verzehrt werden. Das Alkaloid Solanin, das erst durch Erhitzen zerstört wird, verursacht Übelkeit, Magen- und Darmkrämpfe. Die Vitamine B1, B2 und Folsäure sitzen hauptsächlich in der Schale, weniger im Fruchtfleisch.

Hinweis: Obstbäume schneiden
Vergessen Sie nicht, bei frostfreier Witterung den Winterschnitt von vielen Obstgehölzen durchzuführen. Bei älteren Bäumen gilt aber: Je früher verjüngt wird, desto stärker ist der Neuaustrieb. Steinobst sollte aber besser nach der Ernte im Sommer geschnitten werden und Stachel- und Johannisbeeren sollten bis Ende Februar geschnitten sein. Zugleich entfernt man Raupennester und Fruchtmumien aus den Baumkronen.