Mein Kleingarten im Januar und Februar

Auch im Winter ein schöner Anblick: die eigene Gartenlaube. <br />(Bild: Jörg Schnöring)
In den Wintermonaten steht der Schnitt von vielen Ziergehölzen an. <br />(Bild: shutterstock.com /LianeM)
Die Zaubernuss muss allerdings nur gelegentlich ausgelichtet werden. <br />(Bild: shutterstock.com /goa novi)
Eine bunte Saatgutvielfalt. <br />(Bild: shutterstock.com /Piyaset)
So sollte ein Strauch nicht geschnitten werden. (Bild: Angelika Feiner)
Beim richtigen Auslichtungsschnitt werden die ältesten Triebe bodennah entfernt. (Bild: Angelika Feiner)
Dezember 2018

Wer liebt es nicht, im Januar und Februar neues Gemüsesaatgut zu bestellen? Vor allem wenn draußen die Schneeflocken fallen. Die Auswahl an Sorten ist vielfältig und oftmals bestellen wir mehr, als letztendlich benötigt wird. Haben Sie noch altes Saatgut und fragen sich, ob Sie dieses auch in der kommenden Gartensaison verwenden können?

 

Nachfolgend ist aufgeführt, wie lange Saatgut unter optimalen Lagerbedingungen haltbar ist:
 

1–2 Jahre       Dill, Schnittlauch

2–3 Jahre       Petersilie, Tomate, Zwiebel, Feldsalat

3–4 Jahre       Bohnen, Erbsen, Kopfsalat, Möhre, Sellerie

4–5 Jahre       Kohlarten, Rettich, Radieschen, Spinat, Rote Bete

5–6 Jahre       Gurke, Zucchini, Kürbis
 

Wählen Sie am besten Sorten, die von Natur aus robust gegen Krankheiten und Schädlinge sind. Dabei unterscheidet man zwischen:

Resistente Sorte: Diese Sorte ist widerstandsfähig gegen einen oder mehrere Schaderreger. Das bedeutet:
Es gibt keinen Befall!

Tolerante Sorte: Diese Sorte besitzt eine gewisse Widerstandskraft gegen einen oder mehrere Schädlinge, die
sich im Rahmen des Verträglichen hält. Das bedeutet:
Es gibt wenig Befall!

Robuste Sorte: So werden oft alte Sorten, die sehr widerstandsfähig sind, bezeichnet.

Bei einigen Gemüsearten müssen Sie bei der Sortenwahl zudem unterschiedliche Sä- und Pflanztermine berücksichtigen. Beispielsweise gibt es bei Salat Sorten, die nur im Frühjahr, andere hingegen die nur im Sommer angebaut werden dürfen. ­Fenchel als typische Langtagspflanze beginnt leicht zu schossen, wenn dieser zu früh ausgesät wird. Dies können Sie verhindern, indem Sie von vornherein Sorten wählen, die schossfest sind. Beachten Sie hierzu die Hinweise auf den Samentüten! Jetzt ist auch Zeit, einen Anbauplan für die kommende Gartensaison zu erstellen. Dabei sollten Sie vor allem die Fruchtfolge berücksichtigen.

 

Wichtigster Grundsatz der Fruchtfolge

Eine Gemüseart aus einer Pflanzenfamilie darf in der Regel nicht nach sich selbst und nach einer Art aus derselben Familie angebaut werden. Das bedeutet: Kultivieren Sie Gemüsearten oder verwandte Arten aus derselben Familie in zu kurzen Abständen auf den gleichen Beeten, so können sich spezifische Krankheitserreger und Schädlinge vermehren. Außerdem reduziert sich langfristig das Wachstum und der Ertrag lässt nach, da der Boden durch den spezifischen Nährstoffentzug einseitig belastet wird. Warten Sie daher drei bis vier Jahre, bis Sie wieder einen Vertreter aus der gleichen Pflanzenfamilie auf einem Beet anbauen. Dies gilt vor allem für Kreuzblütler, Hülsenfrüchte und Doldenblütler.

 

Schnitt von Ziergehölzen

In den Wintermonaten ist der Schnitt von Ziergehölzen ein wichtiges Thema. Im Allgemeinen gilt: Je nachdem wie stark ein Ziergehölz geschnitten wird und zu welchem Zeitpunkt man es schneidet, werden die Gehölze unterschiedlich zum Treiben angeregt. Am besten Sie beobachten Ihre Gehölze nach Schnittmaßnahmen, so können Sie im nächsten Jahr darauf reagieren.

 

Welche Gehölze schneidet man vor der Blüte?

Laub abwerfende Sträucher, die im Spätsommer oder Herbst blühen, werden gegen Frühjahrsende des Folgejahres geschnitten. Sie entwickeln ihre Blütenknospen ab dem Frühjahr an den diesjährigen Trieben und können den Sommer hindurch wachsen und blühen. Vor der Blüte schneidet man hingegen Ziergehölze, die ein mehr oder weniger winterhartes Gerüst aufbauen, wie z. B. Sommerflieder oder Hibiskus. Wer möchte, dass ein Sommerflieder (Buddleja davidii-Sorten) stark blüht, muss diesen ab Anfang März stark zurückschneiden. Dabei schneidet man die Sträucher auf etwa die Hälfte zurück. Alte Triebe werden bodennah herausgeschnitten. Viele Ziersträucher, die im Frühjahr blühen, bilden die Blütenknospen während des vorausgehenden Jahres. Diese Ziersträucher schneiden Sie nach der Blüte, so entwickeln sich wieder neue Triebe und können ihre Blütenknospen für das nächste Jahr anlegen. Manche Sträucher dieser Gruppe blühen hauptsächlich an den einjährigen Langtrieben, wie z. B. Mandelbäumchen. Bei diesen müssen Sie regelmäßig alte Triebe entfernen, damit sich lange einjährige Triebe entwickeln können. Bei Mandelbäumchen kürzt man alle verblühten Triebe auf drei bis fünf Knospen ein. In den ersten drei Jahren nach der Pflanzung lässt man an vier bis fünf Trieben jedes Jahr zehn Zentimeter des Neuzuwachses stehen; sie bilden das Gerüst für die kommenden Jahre. Ranunkelsträucher zieren viele Gärten und blühen sowohl an den einjährigen Trieben als auch an den im zweiten Jahr blühenden Seitentrieben. Ein regelmäßiger Schnitt ist notwendig, da die Triebe nach zwei Jahren schnell vergreisen und kaum mehr blühen. Deshalb müssen Sie regelmäßig alle ­alten Triebe bodennah herausnehmen. Eine Untergruppe blüht auch an den einjährigen Seitentrieben und verzweigt sich vor allem im mittleren Bereich, wie beispielsweise bei Forsythie oder Weigelia. Diese Gruppe bildet lange, unverzweigte Jungtriebe, die im zweiten Jahr in der Mitte der Triebe verzweigen. Am schönsten blühen sie, wenn sich im zweiten Jahr Seitentriebe an den Langtrieben entwickelt haben. Nach dem dritten Jahr vergreisen diese Pflanzen sehr schnell, daher müssen regelmäßig ältere Triebe entfernt werden. Bei diesen Sträuchern ist ein jährliches Auslichten notwendig, da jährlich viele neue Triebe wachsen. Daher entnimmt man immer wieder alte Triebe an der Basis und auch neue Jungtriebe, die schwach sind, entfernt man. Alte Triebe können auch auf einen im unteren Teil befindlichen Neutrieb abgeleitet werden.

 

Forsythien, Zaubernuss und Co.

Bei Forsythien leitet man die verblühten zweijährigen und dreijährigen Triebe auf tieferliegende Jungtriebe ab. Zudem werden alle alten Triebe bodennah entfernt. Die verblühten zweijährigen Triebe der attraktiven Deutzie schneidet man bis zum Wurzelstock zurück. Bei Weigelien schneidet man jedes Jahr nach der Blüte einige alte Äste bodennah heraus, so dass sie nicht vergreisen. Zaubernuss, Felsenbirnen, Berberitzen, Hartriegel, Scheinquitte, Strauchhortensien, Zieräpfel, Zierkirschen, Feuerdorn und Echter Gewürzstrauch blühen an älteren Trieben und an Kurztrieben und besitzen ein langlebiges Blütenholz, so dass die Blüten viele Jahre an älteren Trieben erscheinen. Sie müssen gelegentlich nur ausgelichtet werden.

Schwarze Johannisbeeren werden auf einen Befall mit Rundknospen untersucht. Diese krankhafte Veränderung wird durch die Johannisbeergallmilbe verursacht. Bei schwachem Befall bricht man diese heraus. Bei starkem Befall schneidet man die Triebe heraus.