Mein Kleingarten im Juli und August

Im Juli und August werden die ersten Beete abgeerntet und ein weiteres Mal bepflanzt. (Foto: Angelika Feiner)
Mit dem rechtzeitigen Nachpflanzen von Salaten sorgt man für steten Nachschub. (Foto: Michael Vitzthum)
Jetzt ist die richtige Zeit, um Asiasalate auszusäen. (Foto: Michael Vitzthum)
Gelbe Farben von der Rudbeckia dominieren das Staudenbeet. (Foto: Angelika Feiner)
Während die Staudenbeete mit Blütenpracht das Auge erfreuen, stehen bereits Salate zur Ernte bereit. (Foto: Angelika Feiner)
Juni 2016

Kurz nach Einsetzen des Sommers werden die ersten Beete abgeerntet. Jetzt kann der Boden mit Gründüngungspflanzen verbessert – oder die frei gewordenen Flächen für den Anbau von Nachfrüchten genutzt werden.

 

Sieht man sich im Kleingarten um, dominiert im Staudengarten oft die Farbe Gelb: So blühen Helianthus (Sonnenblumen), Helenium (Sonnenbraut), Helianthemum (Sonnenröschen) und Heliopsis (Sonnenauge) um die Wette. Die Farbe Gelb macht unseren Kleingarten hell, freundlich und luftig. Mit orange oder rot, aber auch rosa blühenden Stauden kombiniert, erzeugen diese Farbkombinationen beim Betrachter Wärme. Während die klassische Farbkombination Gelb, Weiß und Blau kühl und erfrischend wirkt.

Der richtige Boden
Einen großen Teil unserer Zeit im Kleingarten sind wir nun beschäftigt, unsere Pflanzen zu gießen. Vor allem bei Trockenheit zeigen sich die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Böden. Während sich leichte Sandböden einfach bearbeiten lassen und sich im Frühjahr schnell erwärmen, trocknen sie nun an heißen Sommertagen schnell aus. Der sandige Boden kann Wasser nicht gut speichern und Nährstoffe können leicht ausgewaschen werden. Durch das Einarbeiten von Kompost oder kompostiertem Mist können Sie Sandböden langfristig verbessern. Jetzt schützt eine dünne Mulchschicht den Boden und somit auch die Pflanzen. Schwere Tonböden hingegen neigen zu Verdichtungen und verhindern eine gute Durchlüftung des Bodens. Zwar speichert diese Bodenart Wasser und Nährstoffe, aber bei Staunässe oder Verdichtungen kommt kein Sauerstoff an die Wurzeln und das gebildete C02 der Wurzeln kann nicht entweichen. Im schlimmsten Fall sterben die Wurzeln ab und eventuell sogar die gesamte Pflanze. Quecke, Ampfer und Ackerkratzdisteln zeigen verdichtete Böden an. Tonböden können Sie mit dem Einbringen von Sand lockern. Auch die Einsaat von Gründüngungspflanzen und die Verwendung von organischen Düngern verbessern langfristig die Struktur des Bodens. Glücklich können sich die Gärtner schätzen, die mittelschwere Lehmböden bewirtschaften dürfen. Diese Böden bestehen aus einer Mischung aus Sand, Schluff und Ton und gehören zu den fruchtbarsten Gartenböden. Durch ihren Tonanteil können sie Wasser und Nährstoffe gut halten und sind trotzdem durch den Sandanteil leicht und locker, so dass sie gut durchwurzelt werden können. Jetzt in den Sommermonaten liebt es offener Boden, mit organischem Material abgedeckt zu werden – ob unter Beerensträuchern, Ziergehölzen und zwischen Gemüsebeeten. ln vielen Kleingartenparzellen befindet sich eine Rasenfläche, die regelmäßig gemäht wird. Nutzen Sie diesen Rasenschnitt zum Mulchen, lassen Sie ihn kurz antrocknen und bringen Sie ihn dann dünn aus. Diese Mulchschicht erfüllt viele Aufgaben: Zum einen ist der Boden bedeckt und beschattet und zum anderen trocknet er nicht so schnell aus. Bei Pflanzen, die gerne von Schnecken besucht werden, sollte man eher vorsichtig mit Mulchmaterialien sein, andere, wie Rote Bete, Knollensellerie, Bohnen, aber auch Kohlpflanzen und Co. freuen sich darüber.

Die erste Ernte
Im Juli und August werden die ersten Beete abgeerntet. Will man seinen Boden verbessern, können Sie dies nun mit einer Einsaat von Gründüngungspflanzen vornehmen. Auch hier gilt: Der Boden ist durch die Einsaat schnell begrünt, das Bodenleben wird gefördert und Nährstoffe sowie Wasser bleiben erhalten. Welche Pflanzen eignen sich gut? Der Bienenfreund (Phacelia) wächst schnell und robust und ist zudem mit keiner Gemüseart verwandt. Das Gleiche gilt für Winterroggen und Buchweizen, auch sie passen deshalb gut in die Fruchtfolge eines Gemüsegartens.
Auch robuste Salate und Blattgemüse können Sie als Gründüngung ausbringen. Gut eignen sich Spinat, Feldsalat, Postelein, Portulak, Gartenmelde, Erdbeerspinat, Löffelkraut und Kresse als Gründüngungspflanzen. Ihnen steht dann immer noch frei, ob Sie die Pflanzen ernten oder über den Winter stehen lassen und im zeitigen Frühjahr einarbeiten. Vor einer Aussaat wird der Boden von Wildkräutern befreit und die Erde gelockert. Nun kann das Saatgut breitwürfig ausgesät und nur leicht mit Erde bedeckt werden. Da Feldsalat bei hohen Temperaturen schlecht keimt, sollte eventuell eine Schlechtwetterperiode abgewartet oder erst im September ausgesät werden. Spinat sollte bei einer Aussaat im August tiefer als gewöhnlich gesät werden (ca. zwei Zentimeter). Spinatsamen benötigt für die Keimung dunkle und feuchte Bedingungen.
Neben der Einsaat einer Gründüngung können Sie immer noch viele Gemüsearten aussäen. Beliebt sind oftmals Asiasalate mit ihrer würzigen Note. Unter Asiasalate werden verschiedene Kulturarten, die ähnlich leicht angebaut werden können, zusammengefasst. Sie sind unterschiedlich in Form und Farbe sowie im Geschmack. Je nach Belieben kann man Sorten wählen, die man vor allem als Salat nutzt, oder Sorten, die als Kochgemüse dienen. Bekannt ist das Asiagemüse ‘Pak Choi’ mit dunkelgrünen Blättern und großen weißen Stielen. Schnell wüchsig mit stark geschlitzten Blättern ist der Asia Salat ‘Mizuna’, leicht scharf und robust der violette Asiasalat ‘Red Gianf’. Im Fachhandel finden Sie ein großes Sortiment.

Auch Bohnen, Lauchzwiebeln mit ihrer kurzen Kulturdauer und einige Möhrensorten können gesät werden. Vergessen Sie nicht die Winterrettiche! Neben weißen Sorten gibt es auch den schwarzen Winterrettich, wie z. B. ‘Runder schwarzer Winter‘ oder ‘Hild‘s blauer Herbst und Winter‘. Der Anbau des Winterrettichs ist ähnlich dem der anderen Sorten wie Radieschen oder Eiszapfen. Gesät wird er von Mitte Juli bis August. Am besten sät man die Samen in Reihen mit einer Saattiefe von zwei bis drei Zentimetern. Winterrettiche können sowohl roh als auch gedünstet verwendet werden oder es kann Hustensirup hergestellt werden, dessen Geschmack aber gewöhnungsbedürftig ist. Winterrettiche eignen sich sehr gut zum Einlagern.
 

Aussaat Kopfsalat, Wintersalat oder Winterbutterkopf
Mit einer Frosthärte bis 20 Grad Celsius sind diese Sorten eine Bereicherung für den Gemüsegarten. Ausgesät wird Mitte August, gepflanzt dann Oktober und November und geerntet werden können die Blätter wie Pflücksalat von April bis Mai.
Tipp: Blumenkohl und Brokkoli gelingen vor allem leichter, wenn sie erst jetzt im Juli gepflanzt werden. Daher nutzen Sie die Gelegenheit, frei gewordene Flächen mit diesem gesunden Gemüse zu bepflanzen.