Mein Kleingarten im Juli und August

Im Gemüsebeet reifen die Zucchini heran (Bild: Angelika Feiner).
Fuchsien schmücken das Blumenbeet (Bild: shutterstock.com/Opachevsky Irina).
Bei Brokkoli wird nur der erntereife Kopf herausgeschnitten – der Rest bleibt im Beet (Bild: Angeilika Feiner)
Salat-Jungpflanzen sollten nicht zu tief gesetzt werden (Bild: Angelika Feiner)..
Teilweise vertrocknetes Laub zeigt bei Zwiebeln die Erntereife an (Bild: Angelika Feiner).
Die Hülsen an einer Erbsenpflanze reifen nicht alle gleichzeitig (Bild: Angelika Feiner).
Juni 2018

Endlich ist Sommerzeit. Hitze, Sonne, Staub, hin und wieder ein Gewitter. So stellen wir uns den Sommer vor. Wie er sich in diesem Jahr entwickelt, zeigt sich nun in den kommenden Wochen.

Viele Rosen und auch Stauden sind schon verblüht oder blühen in den letzten Zügen und verlieren langsam ihre prächtigen Blütenblätter. Jeden Tag gibt es daher etwas zu schneiden. Ein Korb und eine Schere sollten jetzt im Garten immer griffbereit liegen, um Verblühtes zu entfernen. Dies ist notwendig, da Geranien, Verbenen, Rosen, Skabiose und viele mehr ansonsten Samen entwickeln und kaum mehr zu Blütenwachstum angeregt werden. Manche Stauden können Sie bis auf den Boden zurückschneiden, dann treiben sie ein weiteres Mal aus und blühen ein zweites Mal. Dazu gehören Rittersporn, Feinstrahl, Margeriten, Schafgarbe, Katzenminze und Kokarkenblume. Pfingstrosen, Sonnenbraut, Phlox schneiden Sie etwa um ein Drittel zurück oder bis zum nächsten Trieb in den Blattachseln. Bei den Rosen schneiden Sie bei den mehrmal blühenden Sorten das Verblühte bis auf das erste Blatt mit fünf Fiederblättchen zurück. Einmal blühende Strauch- und Wildrosensorten werden natürlich nicht geschnitten, bei diesen dürfen sich bis zum Herbst wunderschöne
Hagebutten entwickeln. Manchmal wachsen aus Rosenstöcken Wildtriebe aus der Unterlage. Diese erkennt man durch starken Wuchs, viele Dornen und an den Blättern, die aus sieben statt fünf Teilblättern bestehen. Diese Wildtriebe werden bis unter die Erdoberfläche vollständig entfernt.

Sommer ist Erntezeit
Jetzt im Sommer dürfen wir endlich reichlich ernten. In unseren kleinen Gärten wird dabei nicht wie im Erwerbsanbau einmal sofort die ganze Fläche geleert, sondern öfters davon entnommen. Daher beginnen Sie frühzeitig bei Radieschen und Rettich die größeren herauszuziehen. Auch Sommermöhren freuen sich über diese Maßnahme und die kleineren Möhren können sich anschließend besser entwickeln. Dies gilt auch bei der Salaternte – die größten zuerst ernten. Bei Kohlrabi legt man den Augenmerk auf geplatzte Knollen, sie werden als Erstes entnommen. Während Stangenbohnen über einen langen Zeitraum beerntet werden können, gibt es bei vielen Buschbohnensorten einen sehr hohen Anfangsertrag und danach kaum mehr Hülsenwachstum. Daher vergessen Sie nicht, bei Buschbohnen regelmäßig Folgesaaten vorzunehmen. Bis Ende Juli können Sie aussäen und dann bis Anfang Oktober ernten. Tomaten schmecken am besten, wenn sie vollreif von den Pflanzen genommen werden. Auch bei Brokkoli beginnt die Ernte. Schneiden Sie den erntereifen Kopf heraus und lassen Sie die Pflanzen ansonsten auf dem Beet stehen. Nun entwickeln sich die Seitensprossen und Sie können ein zweites Mal ernten. Bei Zucchini und Gurken werden die Früchte auch klein geerntet, so regt man die weitere Fruchtbildung an. Endivien werden ab Mitte Juli bis Anfang August für eine Ernte im Herbst ausgesät. Wählen können Sie zwischen Frisée-Sorten mit stark geschlitzten Blättern und Escariol-Sorten mit breiteren Blättern. Die Jungpflanzen werden anschließend im Abstand von bis zu 30 Zentimetern auf das Beet gepflanzt. Wie bei Salat, möchte Endiviensalat „im Winde wehen“, d. h. die Jungpflanzen nicht zu tief setzen. Den ganzen Juli können Sie Kopf- und Eissalat säen und pflanzen. Bei Feldsalat müssen Sie hingegen bis August warten – erst dann kann er für die Herbsternte ausgesät werden. Er ist pflegeleicht zu kultivieren und benötigt weder viel Wasser noch viel Wärme. Nutzen Sie auch die Möglichkeit, im Herbst madenfreie Rettiche zu ernten bzw. für die Überwinterung anzuziehen. Bei den Rettichen bringt die Sorte ‚Nekkarruhm‘ besonders schöne Ernten. Für eine Überwinterung eignen sich hingegen nicht alle Sorten. Bewährt haben sich ‚Münchner Bier‘ oder der ‚Schwarze Winterrettich‘. Der Anbau selbst ist nicht schwierig. Am besten sät man die Samen in der ersten oder zweiten Augustwoche aus und vereinzelt nach dem Aufgang der Pflanzen.


Wassersparende Maßnahmen im Sommer
Gießen Sie wenn möglich in den Morgenstunden. Dabei ist es wichtig, gründlich zu gießen, so dass das Wasser bis in die tieferen Bodenschichten gelangen kann, das sind zwischen 20 bis 30 Litern pro Quadratmeter Gemüsebeet. Nach dem Gießen oder auch nach Regen sollte man die Beete hacken, dies unterbricht die aus dem Boden führenden Kapillarröhrchen und verhindert somit die Verdunstung von Wasser aus den unteren Bodenschichten. Hacken dient also nicht nur zur mechanischen Unkrautbekämpfung, sondern ist auch eine wirksame Maßnahme, um die Wasserverdunstung zu verringern.

Aussaat von zweijährigen Sommerblumen
Mit ein- oder zweijährigen Sommerblumen wie Bartnelken, Stiefmütterchen oder Stockrosen kann man seine Beete immer wieder auf das Neue abwechslungsreich gestalten und bereichern. Viele dieser zweijährigen Sommerblumen können jetzt selbst herangezogen werden. Die eigene Anzucht im Saatbeet, in Schalen im Gewächshaus oder im Frühbeet stellt eine preiswerte Alternative zum Kauf von Jungpflanzen dar. Damit sich noch bis Herbst kräftige Pflanzen entwickeln, sollten die Samen bis Mitte Juli gesät sein. Damit die Keimung problemlos verläuft, muss die Erde bis zum Auflaufen gleichmäßig feucht gehalten werden, dies ist vor allem dann nötig, wenn längere Zeit Trockenheit herrscht. Eventuell sollte man mit dem Aufbringen von Schattengewebe oder Jutesäcken für Schatten sorgen oder die Saatschalen an einen schattigen Ort stellen.


Tipp: Besseres Wachstum durch Mulchen
Ob nun im Gemüsegarten oder auch bei Obstbäumen und Beerensträuchern – Pflanzen wachsen in einem bedecktem Boden viel besser als in offenem Boden. Durch die Bodendeckung wird die Bodenoberfläche beschattet, so dass sich in der Oberschicht ein reiches Bodenleben mit Regenwürmern und Co. entwickeln kann. Zudem bleibt der Boden außerdem lange feucht, da eine direkte Verdunstung unterbunden wird. Als Mulchmaterial eignen sich organische Abfallstoffe und Pflanzenreste aus dem Garten, die Wasser und Nährstoffe leicht versickern lassen: Rasenschnitt, Laub, Pflanzenreste, unreifer Kompost. Die Stärke der Mulchschicht ist abhängig vom Mulchmaterial und dem Einsatzbereich – von sehr dünn im Gemüsegarten (regelmäßig wiederholt) bis einige Zentimeter dick unter Stauden, Ziergehölzen und Beerensträuchern oder Obstbäumen.