Mein Kleingarten im Juli und August

Abgeerntete Beete können jetzt mit Herbstsalaten bepflanzt werden. (Bild: Angelika Feiner)
Das chinesische Gemüse Pak Choi erobert unsere Küche und Gärten. (Bild: Shutterstock.com/Nattika)
Sowohl Obst- als auch Gemüsegärten versprechen im Sommer reiche Ernte. (Bild: Angelika Feiner)
Steckrübensorten haben eine rötliche Schale. (Bild: Shutterstock.com/Peter Turner Photography)
Juni 2019

Jetzt können wir aus dem Vollen schöpfen. Beeren ernten wir im Überfluss und der Gemüsegarten sieht prachtvoll aus. Bei reicher Ernte im Gemüse- und Obstgarten müssen wir kaum mehr frische Lebensmittel dazukaufen.

 

Wie viel Zeit verbringen wir bei sonnigem Wetter ohne Niederschläge mit Gießen unserer Pflanzen? Am besten sollten wir – wenn es sich zeitlich ausgeht – in den Morgenstunden oder alternativ abends gießen. In den Mittagsstunden verdunstet ein großer Teil des Wassers. Vermeiden Sie daher diese Tageszeit. Im Juli und August werden viele Gemüsebeete wieder frei und wir können ein weiteres Mal das Beet bestellen. Eine Auswahl an Gemüsearten, die Sie jetzt säen oder pflanzen können, finden Sie nachfolgend.

 

Pak Choi, Chinakohl & Co.

Kennen Sie Pak Choi? Das uralte Gemüse aus China bereichert seit etlichen Jahren nicht nur den Speiseplan von Fans asiatischer Küche, sondern wird vermehrt auch in unseren Gärten angebaut. Pak Choi erkennen Sie an den stängellosen Blättern bzw. kurzen Stängeln. Die Blätter sind glatt und rundlich geformt. Am besten säen Sie Pak Choi ab Ende Juni bis Mitte/Ende Juli an Ort und Stelle aus. Sie können Jungpflanzen aber bis Anfang September pflanzen. Bei einer früheren Aussaat beginnen die Pflanzen im Langtag zu schossen. Nach ca. zwei Monaten sind die Pflanzen erntereif. Trotz der großen Sortenvielfalt gibt es im Handel derzeit nur wenige Sorten: ’Weißer Chinesischer Typ‘ 
(’Chinese Pak Choi‘) mit hell- bis dunkelgrünen Blättern und weißen Stielen. Bei der Sorte ’Suppenlöffeltyp‘ sind die Blätter an der Basis löffelartig verbreitet. Wenn die Blätter ca. zehn Zentimeter groß sind, erntet man die Sorte ’Zwerg-Typ‘. In China und Japan sind die Blätter als Suppengemüse sehr beliebt. 
Ein beliebter Herbstsalat ist Chinakohl, der sich in den letzten 100 Jahren in Europa stark etabliert hat. Chinakohl entwickelt große Köpfe und seine Blätter sind knackig mit einem senfähnlichen Geschmack. Die Kultur im eigenen Kleingarten erfordert einen guten, humosen Boden sowie ein gutes gärtnerisches Händchen. Von Anfang Juni bis Ende Juli können Sie Chinakohl aussäen oder alternativ Jungpflanzen bis Ende August auf vorbereitete Beete pflanzen. Als Starkzehrer benötigt Chinakohl ausreichend Nährstoffe, vor allem Stickstoff. Berücksichtigen Sie dies bei der Kultur von Chinakohl. Chinakohl wird leider von vielen Schädlingen befallen – allen voran von Erdflöhen, die oftmals bereits die Jungpflanzen massiv schädigen. Am besten schützt man die Pflanzen von Anfang an mit einem Spezialnetz. Verläuft die Kultur problemlos, kann Chinakohl zwölf Wochen nach der Aussaat geerntet werden. Wird er kühl gelagert, bleibt er über lange Zeit knackig und frisch.

Chinakohl und Pak Choi zählen wie auch Kohlgemüse zur Familie der Kreuzblütler. Ebenso gehören Radieschen, Rettich, Mairüben und Steckrüben zur gleichen Familie. Steckrüben sind ein schmackhaftes Wurzelgemüse. Nachdem Steckrüben unseren Vorfahren als Nahrungsmittel diente und leider in Vergessenheit geraten sind, erobern Steckrüben ihren Platz in der Küche zurück. Der Anbau von Steckrüben ist problemlos. Als Nachfrucht ist eine Pflanzung zwischen 10. und 20. Juli ideal. In warmen Gegenden können sie auch später ausgepflanzt werden und erreichen bis zur Ernte (Oktober/November) eine stattliche Größe von bis zu einem Kilogramm. Sorten mit gelbem Fruchtfleisch besitzen in der Regel einen besseren Geschmack als weiße Sorten. Weißfleischige Sorten werden oft als Futterrüben angebaut. Sind die Lagerbedingungen gut, können Steckrüben bis zu sechs Monate gelagert werden. Folgende Sorten können empfohlen werden: ’Wilhelmsburger‘, ’Helenor‘ oder ’Bukovlje‘. Verwendet werden Steckrüben vor allem in Eintöpfe, Suppen und als Gemüsebeilagen. Auch Herbstrüben dürfen jetzt zwischen Mitte Juli bis Mitte August ausgesät werden. Die feinen Rübchen können dann ab Ende September bis November geerntet werden. Aus Herbstrüben wird das gesunde Rübenkraut hergestellt, welches den ganzen Winter verzehrt werden kann. Madenfrei gedeihen Herbst- und Winterrettiche. Im Handel finden Sie unterschiedliche Sorten, die Sie ab Mitte Juli bis Anfang August aussäen können. Gesund sind alle Arten von Kohl. Jetzt können Sie Blumenkohl und Brokkoli für den Herbstanbau pflanzen. Setzen Sie dabei Jungpflanzen von Blumenkohl und Brokkoli ab Anfang Juli bis Mitte Juli auf leere Beete. Die Pflanzen wachsen in der Regel schneller und entwickeln sich oftmals prächtiger als bei einem Anbau im Frühjahr und Sommer.

 

Radicchio, Endiviensalat und Knollenfenchel

Anfang Juli können Sie noch Radicchio säen. Seine Färbung bekommt Radicchio erst bei tieferen Temperaturen im Oktober, wenn sich die Köpfe zu einem runden Ball formen.

Bewährt hat sich die Sorte ’Palla rossa‘. Neben Radicchio findet auch der Zuckerhut immer mehr Anhänger. Bis Mitte Juli kann man diesen aussäen. Dabei sät man am besten die Samen einzeln in Töpfe aus und pflanzt sie dann später im Abstand von 30 auf 30 Zentimeter auf das Gemüsebeet. Geerntet werden können die Salate dann bis Dezember. Empfehlenswerte Sorten sind unter anderem ’Vatters Zuckerhut‘, ’Elmo‘ und die Sorte ’Poncho‘. Noch bis 20. Juli können Sie Endiviensalat säen: Endiviensalat benötigt für seine Kultur etwa acht bis zehn Wochen, daher ist die beste Pflanzzeit von Mitte Juli bis Ende August. Je dichter die 30 bis 40 Zentimeter breiten Köpfe sind, desto weniger Licht fällt in die innersten Blätter, diese Blätter schmecken dann milder als die Außenblätter. Selbstbleichende Sorten mit aufrechtem Wuchs wählen, da diese bei dichter Pflanzung im Inneren selbst bleichen. Ansonsten bleicht man Endiviensalat, indem man bei trockener Witterung eine Woche vor der Ernte die einzelnen Pflanzen zusammenbindet. Einfacher geht das Bleichen der Köpfe mit speziellen Bleichhauben, die im Handel erhältlich sind. Bewährte Sorten sind ’Bubiskopf 2‘, ’Golda‘, ’Jeti‘ und ’Diva‘.

Kohlrabi für die Herbsternte kann noch bis Ende Juli gesät und gepflanzt werden. Bewährte Sorten wie ’Kohyro‘, ’Blaro‘ und ’Azur-Star‘ sind zart, schmackhaft und werden nicht holzig. Knollenfenchel können Sie noch bis Mitte Juli aussäen und dann spät im Herbst die kräftigen Knollen ernten.