Mein Kleingarten im März und April

Nicht nur Erbsen, auch zahlreiche andere Samen sät man am besten in Rillen aus. (Bild:  shutterstock.com/Stocksnapper)
Die Blätter der Gartenmelde lassen sich in der Küche ähnlich verwenden wie diejenigen des Spinats. (Bild: Michael Vitzthum)
Frühling: Die ­Osterglocken ­blühen prächtig und auf den Beeten ­keimen die ersten Gemüsepflanzen. (Bild: Michael Vitzthum)
Ein Folientunnel schützt die jungen Pflanzen vor ­Witterungseinflüssen. ( (Bild: Michael Vitzthum)
Februar 2015

Wer sehnt nicht die Frühlingssonne herbei? Die Tage werden merklich länger und wärmer und dennoch ist oftmals Geduld gefragt, denn kühle Boden­temperaturen oder Fröste können eine Aussaat schnell am Keimen hindern.

 

Im Gemüsegarten spitzen die Stängel von Knoblauch, Schnittlauch, Winterhecken- und Etagenzwiebel hervor. Sie gehören ebenso wie Zwiebel und Porree zur Familie der Zwiebelgewächse (Allioideae). Seit vielen Jahren bringt die Winterheckenzwiebel (Allium fistulosum) – auch Sibirische Zwiebel genannt – im Garten gute Erträge. Als winterhartes, mehrjähriges Zwiebelgewächs treibt sie im zeitigen Frühjahr mit dicken Schlotten aus. Diese können das ganze Jahr wie Schnittlauch verwendet werden. Wem das Laub der grünen Variante zu scharf ist, kann auf die mildere rotstielige Winterheckenzwiebel ausweichen. Im Sommer locken ihre Blüten zahlreiche Insekten an und bereichern auch optisch Ihren Kleingarten. Früher war neben der Winterheckenzwiebel auch die frostharte Etagenzwiebel (Allium x proliferum) in vielen Gärten anzutreffen. Auch sie ist mittlerweile selten geworden. Neben dem frischen Zwiebelgrün können Sie auch die nussgroßen Brutzwiebeln, auch Bulbillen genannt, als Zwiebelersatz verwenden. Diese Zwiebelchen dienen ferner zur eigenen Weitervermehrung, indem man sie im Abstand von 15 bis 25 Zentimetern in den Gartenboden setzt.

 

Sä- und Steckzwiebeln

Auch Säzwiebeln sind leicht anzubauen und werden je nach Gegend ab Mitte Februar und im März gesät. Eine bekannte Sorte, die vor allem als Säzwiebeln kultiviert wird, ist die gelbe, runde Sorte ’Zittauer Gelbe’. Ebenfalls gut geeignet ist die Sorte ’Braunschweiger Dunkelblutrote’ mit roten, flachrunden, festen Zwiebeln. Der Boden sollte gut vorbereitet und ungedüngt sein. Wenn die Zwiebeln ca. vier Zentimeter groß sind, sollten Sie die Zwiebeljungpflanzen vereinzeln, dabei können Sie die entnommenen Zwiebeljungpflanzen auch an anderer Stelle wieder gut einpflanzen. Säzwiebeln eignen sich vor allem für eine Lagerung. Reife Zwiebeln erkennen Sie am welken Laub. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, die Zwiebeln zu trocknen und an einem luftigen, dunklen Ort aufzubewahren. Wer mit weniger Zeitaufwand prächtige Zwiebeln ernten möchte, nutzt dafür die im Handel erhältlichen Steckzwiebeln. Mit dem Ausbringen von Steckzwiebeln ab März und April ernten Sie bereits im August große Zwiebeln. Steckzwiebeln sind ca. zwei bis drei Zentimeter groß. Sie werden in der Reihe mit einem Abstand von ca. acht bis zehn Zentimetern flach in den Boden gesteckt. Die Spitzen sollten aus dem Boden sehen. Lagern Sie Ihre Steckzwiebeln nach dem Kauf bis zum Pflanzen trocken und warm – so hält man die Schossneigung (frühzeitige Blütenbildung) gering. Weite Verbreitung hat hier die Sorte ’Stuttgarter Riesen’. Diese gelbe flachrunde Zwiebelsorte besitzt ebenfalls eine gute Lagerfähigkeit. Jetzt dürfen Sie auch Spinat, Radieschen, Feldsalat, Kopfsalat, Kohlrabi, Rettich und Rucola säen. Spinat keimt bereits bei geringen Bodentemperaturen und kann schon nach einigen Wochen verzehrt werden. Beachten Sie, dass Spinat in den Sommermonaten nicht kultiviert werden kann, nach dem Frühjahr erst wieder im Herbst. Daneben können Sie wegen ihren geringen Keimansprüchen bereits ab März Möhren säen. Wenige Wärme­grade und die Winterfeuchte genügen zur Keimung. Säen Sie Möhrensamen in tiefgründige, leichte Böden. Sind die Pflänzchen circa fünf Zentimeter hoch, werden die Reihen ausgedünnt, so dass sich jede Möhre ausreichend entwickeln kann. Wer Möhren zuverlässig gegen die gefürchteten Möhrenfliegen schützen möchte, sollte ein Insektenschutznetz gleich von Anfang an über die Beete geben!

 

Kennen Sie Gartenmelde?
Wie Mangold, Spinat, Rote Bete, Guter Heinrich und Erdbeerspinat gehört die Gartenmelde zur Familie der Gänsefußgewächse. Auch ihre Blätter können Sie wie Spinat verwenden. Die interessanten Farbausprägungen reichen
von bekannten grünen Varianten bis hin zu roten, hellgrünen und weißen Sorten. Ab März sät man Gartenmelde in Direktsaat breitwürfig oder in Reihen aus. Die Blätter können Sie laufend einzeln abpflücken, wie Spinat dünsten oder für Füllungen verarbeiten. Auch Puffbohnen sind ein interessantes Gemüse – kulturgeschichtlich eines der ältesten. Je nach Sorte werden diese bis 1,50 Meter hoch und eignen sich gut als Vorfrucht. Beliebt ist die alte Sorte ’Dreifach Weiße’ mit weißen Blüten und bei Frischernte grünem Korn. Getrocknet sind die Samen dann weiß. Aber es gibt viele verschiedene Sorten mit farbigen Körnern, z. B. grün, schwarz, rot oder beige (www.dreschflegel.de, www.bio-saatgut.de u.v.m.).
Säen Sie die Samenkörner so früh als möglich, um einem möglichen Befall mit Blattläusen (Puffbohnen sind bei Blattläusen sehr beliebt) vorzubeugen!

 

 

Allgemeines

Je nach Region dürfen wir ab Mitte März bis Anfang April unsere Gemüsebeete bestellen. Ist der Boden abgetrocknet, können Sie Ihre Gemüsebeete für die ersten Aussaaten vorbereiten. Hierzu lockern Sie mit einem Kultivator den Boden einige Zentimeter tief und ebnen das Gemüsebeet. 

Am besten säen Sie die Samenkörner in Rillen, die man mit dem Stabende des Kultivators zieht. In der Regel legt man die Rillen mit einen Abstand von 25 Zentimetern an. Nach der Aussaat bedecken Sie die Samenkörner dünn mit Erde, dabei können Sie sich an dem Durchmesser des Samens orientieren. We nn die Keimung Ihrer Gemüsepflanzen nur schlecht verläuft, können Sie auch Folgendes probieren: Verwenden Sie beim Abdecken des Saatguts gekaufte Aussaaterde. Diese Erde ist keimfrei und locker und erleichtert das Auflaufen der Samen. Die ersten Saaten und Pflanzungen auf den ­Gemüsebeeten schützen Sie nun am besten mit einem speziellen Frostschutzvlies vor kühlen Temperaturen. Und das Wichtigste: Damit die Keimung lückenlos verläuft, darf die Saat nicht austrocknen, daher müssen Sie die Ansaat gleichmäßig feucht halten.