Mein Kleingarten im März und April

Selbst angebaut schmecken Markerbsen am besten. Daher säen Sie in Kürze aus (Bild: Angelika Feiner).
Trotz ihrer Größe verholzen die Knollen des Kohlrabis 'Superschmelz' nicht (Bild: Angelika Feiner).
Unreif geerntet schmeckt die Kapuzinererbse 'Blauschokkers' süß wie Zuckererbsen(Bild: Angelika Feiner).
Die ersten Pflanzungen sind oftmals Kohlrabi und Salate in Mischkultur(Bild: Angelika Feiner).
Erdpresstöpfe eignen sich zum Anziehen von Jungpflanzen (Bild: Angelika Feiner).
Februar 2019

Waren Sie schon in Ihrem Kleingarten? Wie sehr freuen wir uns über die ersten Sonnenstrahlen und auf das erste Grün! Sobald die Beete schneefrei und bereits ein wenig erwärmt sind, dürfen wir die ersten Aussaaten vornehmen.

Neben Steckzwiebeln, Frühmöhren, Pastinaken und Radieschen gehören Erbsen zu den ersten Gemüsearten, die im zeitigen Frühjahr ausgesät werden. Zwar können wir Markerbsen tiefgefroren oder im Glas meist günstig in den Supermärkten kaufen, frisch schmecken diese dennoch am besten. Zuckererbsen sind schwieriger im Handel zu erwerben, zudem sind sie teuer und meistens nicht regional erhältlich. Dabei ist der Anbau von Erbsen kinderleicht und auf fast allen Gartenböden möglich – ein Grund mehr, Erbsen in unseren kleinen Gärten selbst anzubauen. Palerbsen können wir am frühesten aussäen. Mark- und Zuckererbsen sind wärmebedürftiger, folgen aber dennoch nur ein paar Wochen später. Bewährt hat sich die Aussaat in Doppelreihen mit einem Abstand von 20 Zentimetern zwischen den Reihen. In der Mitte der Doppelreihen können Sie ein Rankgerüst anbringen. Die meisten Erbsensorten benötigen eine ca. 60 bis 80 Zentimeter hohe Kletterhilfe, an der sie sich festhalten können. Ein paar Triebe vom Gehölzschnitt oder ein einfaches Drahtgeflecht reichen dabei oftmals aus. Wenige Sorten, wie z. B. die Kapuzinererbse ‚Blauschokkers‘, benötigen höhere und stabilere Rankhilfen. Dies entnehmen Sie den Angaben auf den Saattüten. Wer im März aussät, kann bereits im Juni die leckeren Schoten oder knackige Körner ernten. Bei Zuckererbsen werden die Schoten geerntet, wenn sich die kleinen Körner kaum abzeichnen. Markerbsen erntet man, wenn sich die Körner prall unter den Hülsen wölben. Auch die Dicke Bohne sollte, sobald der Boden offen ist, ausgesät werden, denn sie braucht zum Keimen eine kühle Witterung. Je nach Region kann sie daher ab Februar auf die Gemüsebeete gesät werden. Sie ist die in Europa älteste Bohnenart und war neben den Erbsen jahrhundertelang eine wichtige Eiweißquelle. Die bei uns gebräuchlichen Gartenbohnen – Stangen- und Buschbohnen – sind erst nach der Entdeckung Amerikas zu uns gekommen. Daher wurden bis ins 18. Jahrhundert üblicherweise Dicke Bohnen angebaut. Sie waren Bestandteil diverser Eintöpfe und Suppen. Nach der Verbreitung der Gartenbohne wurden sie vor allem an die Schweine füttert, daher ist die Dicke Bohne (Puffbohne) auch unter dem Namen Saubohne und Ackerbohne bekannt. In Gegenden, die schneereich sind, können diese auch Ende Februar in Töpfen vorgezogen und zu einem späteren Zeitpunkt ausgepflanzt werden. Setzen Sie die Körner mit einem Abstand von ca. zehn bis 20 Zentimeter in der Reihe. Geerntet werden die Hülsen, wenn die Samen noch saftig sind. Sind die Hülsen bereits schwarz, sind sie überreif. Wussten Sie, dass Sie Dicke -Bohnen im Vergleich zu den Gartenbohnen auch roh verzehren dürfen. Sie enthalten nicht die giftigen Aminosäuren  Phasine oder Lektine.

Leckere Wurzelgemüse
Möhren zählen nach den Tomaten zu den wohl beliebtesten Gemüsearten. Beinahe in jedem Kleingarten finden wir das leckere Wurzelgemüse. Ihre Vorzüge: kinderleicht im Anbau und in der Küche vielseitig verwendbar. Im Anbau unterscheiden wir zwischen Frühmöhren und Lagermöhren. Während Frühmöhren länglich und spitz geformt sind, sind Lagermöhren zylindrisch und können unter geeigneten Bedingungen bis März gelagert werden. Beachten Sie beim Anbau die jeweiligen Angaben auf den Samentüten. Zum Frischverzehr eignen sich beispielsweise die ‚Nantaise‘-Typen: Sie sind orange, mittellang und viele Sorten lassen sich auch als Lagerkarotten verwenden. Für schwere Böden eignet sich ‚Ochsenherz‘ mit sehr zylindrischer Wurzelform und sehr gutem Geschmack. Lagerfähiger sind Sorten, die langsamer wachsen und eine längere Reifedauer besitzen, wie z. B.‚Rothild‘, ‚Lange Stumpfe‘ oder ‚Pfälzer Gelbe‘.
Wer gerne Kohlrabi isst, sollte die Sorte ‚Superschmelz‘ testen. Jedes Jahr begeistert diese Sorte im eigenen Anbau. Man kann sie ab April bis Mitte Juli aussäen. Bei einer späten Aussaat sind die bis zu 1,5 Kilogramm schweren Knollen bis März lagerfähig. Trotz der Größe bleiben die Knollen super zart und werden nicht holzig.

Kräuter und Stauden
Langsam zeigt sich auf dem Kräuterbeet das erste Grün. Kennen Sie Estragon? Dieses altbewährte Gewürzkraut ist Hauptzutat von Sauce béarnaise. Beliebt ist Französischer Estragon mit seinen ausgewogenen Aromen gefolgt vom deutschen Estragon. Deutscher Estragon ist etwas stärker im Wuchs und daher auch für rauere Gegenden geeignet. Abstammen sollen beide vom Russischen Estragon, der ursprünglich in Zentralasien beheimatet war. Russischer Estragon ist zwar im Anbau sehr anspruchslos und wüchsig, kann aber bei Trockenheit bitter schmecken.
Im Staudengarten zeigen sich die ersten jungen Austriebe. Im zeitigen Frühjahr können Sie Stauden, die im Sommer und im Herbst blühen, teilen. Stauden, die im Frühjahr blühen, teilen Sie am besten nach der Blüte oder im Frühherbst, also Anfang bis Mitte September. Berücksichtigen Sie bei allen Tätigkeiten, dass sich der beste Zeitraum nach den regionalen Gegebenheiten richtet. Durch das Teilen von alten Stauden verjüngen Sie die Pflanzen und fördern somit die Blühfreude der Pflanzen. Am besten stechen Sie mit einem scharfen Spaten oder mit einer Grabegabel die gesamte Staude aus, befreien das Wurzelwerk falls nötig von Wurzelunkräutern wie z. B. Quecke, und schütteln zu viel Erde vom Wurzelballen ab. Dann teilen Sie je nach Stauden die Horste mit dem Spaten oder mit einem alten Messer. Beachten Sie dabei, dass die jungen, bereits sichtbaren Triebknospen geschont werden. Die neuen Teilstücke sind am besten etwa faust- bis handtellergroß mit einigen kräftigen Jungtrieben. Pflanzen Sie diese Teilstücke auf die vorbereitete Fläche und wässern sie diese gut ein.