Mein Kleingarten im Mai und Juni

Nutzen Sie die große Palette des Salatsortiments! Für mehr Vielfalt im Garten und in der Küche. (Foto: Angelika Feiner)
Der Sommerlauch gedeiht bereits prächtig, der Winterlauch dagegen kann jetzt noch ausgesät werden. (Foto: Angelika Feiner)
Wenn bei den Erdbeeren die ersten Fruchtansätze zu sehen sind, kann man mit dem Mulchen  beginnen. (Foto: Michael Vitzthum)
Die Tomatenpflanzen sollten überdacht werden, dabei genügen einfache Konstruktionen. (Foto: Angelika Feiner)
Viele wärmeliebende Pflanzen können nach den Eisheiligen ins Freiland umgesetzt werden. (Foto: Michael Vitzthum)
April 2016

Nach den Eisheiligen dürfen endlich Tomaten-, Gurken-, Kürbis- und viele wärmeliebende Gemüsejungpflanzen ins Freiland. Dabei vergisst man schnell weitere Aussaaten für eine reiche Herbst- und Winterernte vorzunehmen.

Aussaat Gemüse für den Winter
Lauch ist ein schmackhaftes Gemüse. Während die Sorten des Sommerlauchs bereits prächtig auf unseren Beeten wachsen und ab Juli und August geerntet werden können, ist der Winterlauch ein beliebtes Wintergemüse und zudem frosthart. Winterlauch kann daher auch über die Wintermonate auf den Beeten verbleiben. Generell gilt: Je dunkler das Laub, desto frostfester die Lauchsorte. Bis Anfang Mai können Sie Winterlauch in ein Saatbeet aussäen und vier Wochen später als Jungpflanzen verpflanzen. Damit Lauch kräftige Stangen ausbildet, benötigt er humosen, tiefgründigen und gut gedüngten Boden. Lauch zählt zu den Starkzehrern und benötigt für ein gutes Wachstum ausreichend Nährstoffe. Bewährte Sorten für den Winter sind beispielsweise ‚Blaugrüner Winter‘, ‚Hannibal/Herbstriese 2‘, ‚Atlanta´, ‚Wintra‘, ‚Farinto‘ und viele mehr. 
Auch Grünkohl können Sie bis Anfang Mai in Aussaatkisten oder auf ein Saatbeet aussäen. Wenn sich die Keimblätter gut entwickelt haben, pikiert man diese. Anschließend pflanzt man die Jungpflanzen von Juni bis Anfang August auf abgeerntete Gemüsebeete. Achten Sie auf reichlich Pflanzabstand, denn die ausgewachsenen Grünkohlpflanzen benötigen eine Fläche von 50 auf 50 Zentimeter.
Auch der Toskanische Palmkohl ‚Nero di Toskana‘ zählt zu den Grünkohlsorten und stellt eine alte Sorte aus Italien dar. Palmkohl wird auch gerne wegen seinem attraktiven Aussehen angebaut, dabei kann er im Gegensatz zu den anderen Grünkohlsorten ohne Frosteinwirkung im Spätherbst verzehrt werden. In Italien wird mit den Blättern eine Ribollita eine „wieder aufgekochte“ Gemüsesuppe gekocht. Auch Rosenkohl wurde bereits im April ausgesät und die Jungpflanzen werden am besten in der zweiten Maihälfte ausgepflanzt. Gute Erfolge erntet man mit der Sorte ‚Igor F‘. 
Wer wenig Erfolg beim Anbau von Brokkoli und Blumenkohl hat und nur kleine bzw. blühende Köpfe erntet, sollte neben einer guten Sortenwahl auf den richtigen Pflanztermin achten.
Wer bis jetzt Brokkoli und Blumenkohl noch nicht gepflanzt hat, sollte lieber bis Mitte Juni warten. Hitze und Trockenheit lassen ansonsten zu schnell Blütenstände bilden und es können sich keine Köpfe ausbilden. Auch auf kleine Düngergaben und auf eine regelmäßige Wasserversorgung ist zu achten.
Kohlgewächse werden vor allem durch Raupen von Kohlweißling, Kohleule, Kohlmotte usw. befallen. Kontrollieren Sie daher regelmäßig die Blätter auf Eigelege oder Raupen und entfernen Sie diese. Zum Schutz vor Insekten deckt man die Beete am besten bereits mit der Pflanzung mit einem Kulturschutznetz ab.

Im Obstgarten
Im Juni werfen die Obstbäume oftmals ein Zuviel an Früchten ab. Dennoch sind in obstreichen Jahren immer noch zu viele Früchte am Baum; hier empfiehlt es sich, den Baum falls möglich zu schütteln oder die kleinsten Früchte abzupflücken.
Am besten befindet sich zwischen den Früchten ca. zehn bis 15 Zentimeter Abstand (eine Handbreit). Alle anderen Früchte werden entfernt. Nach dem Ausdünnen können sich die vorhandenen Früchte voll entwickeln.
Viele Gehölze kann man durch Steckhölzer selbst vermehren  – neben Johannisbeeren, Forsythie auch viele Rosen. Vor allem bei Bodendecker-, Strauch-, Kletter- und Ramblerrosen erzielt man gute Ergebnisse.
Dabei verwendet man einjährige Triebe, die schon gut verholzt sind. Als Zeitpunkt eignen sich die Monate Juli und August. Man schneidet einen solchen einjährigen Trieb ab und entfernt die Blüte und die Spitze direkt über einen Blattknoten. Dieses Blatt belässt man dem Steckholz, die unteren Blätter entfernt man und kürzt den Trieb so ein, dass er maximal zehn Zentimeter lang ist.
Auf diese Weise sollte man mehrere Steckhölzer vorbereiten. Nun stecken Sie den Trieb so weit in die vorbereitete Erde, dass der Abstand zum unteren Blattansatz etwa zwei Zentimeter beträgt. Verwenden Sie lockere, sandige und vor allem ungedüngte Erde. Vergessen Sie das Angießen nicht und geben Sie anschließend eine Plastikfolie oder ein Glas darüber. Damit die Bewurzelung erfolgreich ist, stellt man die Töpfe
direkt in den Boden an eine schattige, geschützte Stelle.
Mit einem Bewurzelungspulver beschleunigen Sie die Wurzelbildung und erhöhen auch die Chancen auf Erfolg. Im nächsten Jahr beginnen die Triebe zu treiben, lassen Sie diese noch ein Jahr im Topf oder auf dem Beet. Nach einem Jahr sind die Pflänzchen so gut bewurzelt, dass Sie umgepflanzt werden können.

Tomatenpflanzung schützen
Nach den Eisheiligen dürfen die kräftigen Jungpflanzen endlich ins Freie. Dabei sollte Folgendes zur Vorbeugung vor der  Kraut- und Braunfäule beachtet werden: Damit eine Infektion mit dieser pilzlichen Erkrankung stattfinden kann, müssen die Blätter, Stengel oder Früchte einige Stunden feucht sein. Daher sollte man Maßnahmen ergreifen, die zunächst eine Benässung der Pflanzen verhindert bzw. ein schnelles Abtrocknen gewährleistet. Schlecht belüftbare Gewächshäuser bieten somit keinen sicheren Schutz vor der Braun- und Krautfäule. Nachfolgend sind einige Anregungen aufgeführt, die einen Befall verhindern oder verringern:
 

• Die Tomatenpflanzen sollten überdacht werden, dabei genügen einfache Konstruktionen. Auch ein Anbau in Gefäßen und das Aufstellen an regengeschützten Stellen im Garten ist sinnvoll.

• Der Pflanzabstand zwischen den Tomaten sollte mindestens 50 Zentimeter betragen.
• Da oftmals die untersten Blätter zuerst befallen werden, kann man die Blätter bis zur untersten Traube entfernen.

• Sind bereits Blätter befallen, sollten diese unverzüglich entfernt werden. Geiztriebe regelmäßig entfernen.

Tipp: Wohin mit dem Rasenschnitt?
Verwenden Sie den Rasenschnitt einfach als Mulchmaterial für Beerensträucher, Ziergehölze, Obstgehölze und auch im Gemüsegarten. Nur ein bis zwei Zentimeter dünn aufgetragen, verrottet Rasenschnitt sehr schnell und kann so regelmäßig als Mulchmaterial in den Kleingartenparzellen verwendet werden.