Mein Kleingarten im Mai und Juni

Nach den Eisheiligen werden Stangenbohnen gesät (Bild: Martin Rist)
Nicht nur die Gemüse-, sondern auch die Zierpflanzen entfalten ihre ganze Pracht (Bild: Martin Rist)
Im Juni blühen die Kartoffeln (Bild: Angelika Feiner)
Rote Bete ist ein gesundes Gemüse für Sommer, Herbst und Winter (Bild: shutterstock.com/Tatiana Volgutova)
Tomatenjungpflanzen benötigen ausreichend Standraum (Bild: Angelika Feiner)
Vom Rhabarber … (Bild: shutterstock.com/Kati Finel)
… verwendet man nur die Stängel (Bild: shutterstock.com/TFoxFoto)
April 2018

Viele Beete sind bereits mit Salat, Möhren, Kohlrabi und Co. bepflanzt. Auf die restlichen Flächen werden wir endlich nach den Eisheiligen unsere wärmeliebenden Gemüsearten säen oder pflanzen.

 

Allen voran dürfen wir unsere Tomatenjungpflanzen ins Freiland setzen. Um eine Infektion mit der Kraut- und Braunfäule vorzubeugen, sollten unsere Tomaten durch ein Foliendach oder anderweitig vor Regen geschützt werden.

Auch Zucchini-, Kürbis- und Gurkenjungpflanzen kommen endlich ins Freie. Berücksichtigen Sie bei all diesen Gemüsekulturen, dass Flächenbedarf, aber auch der Nährstoff- und Wasserbedarf der Pflanzen hoch sind. Ebenso säen wir nach den Eisheiligen Buschbohnen und Stangenbohnen. Bohnen stellen hinsichtlich des Nährstoffbedarfs geringe Ansprüche an den Boden. Für eine zügige Keimung benötigen sie aber Bodentemperaturen von mindestens acht Grad, besser noch zwölf bis 15 Grad. Buschbohnen können Sie in Reihen mit ca. 25 Korn pro Meter säen. Bewährt hat sich auch eine Horstsaat, d. h. alle 30 bis 40 Zentimeter legt man pro Saatstelle fünf Korn ab. Wie bei allen Gemüsekulturen sollte man bei der Wahl der Sorte neben den persönlichen Vorlieben auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen berücksichtigen. Im Hinblick auf die Wahl geeigneter Bohnensorten ist dies die Widerstandsfähigkeit gegenüber Bohnenmosaikvirus, Brennflecken- und Fettfleckenkrankheit. Bewährte Buschbohnensorten sind ‘Speedy’ (grüne Hülsen, kurze Entwicklungszeit, frühe Ernten), ‘Saxa’ (grün, alte bewährte Sorte, frühreif, reiche Ernte) und ‘Maxi’ (grüne Hülsen, leichte Ernte, da Glockentyp, d. h. die Hülsen hängen über dem Laub), ‘Purple Teepee’ (blaue Hülsen, grünkochend, Glockentyp) oder ‘Wachs Beste von Allen’ (gelbe Hülsen, niedrig wachsend). Viel Ertrag auf kleinen Raum erhalten wir bei der Kultur von Stangenbohnen. Sie sind ein wenig anspruchsvoller als Buschbohnen und lieben tiefgründigen Boden. Beliebt sind die Stangenbohnensorten ‘Neckarkönigin’ (grüne Hülsen, sehr robust, bewährt), ‘Neckargold’ (gelbe Hülsen,), ‘Blauhilde’ (blaue Hülsen, sehr ertragreich, gesund) oder ‘Berner Landfrauen’ (gesprengelte Hülsen, starkwüchsig). So manche Beete werden in den nächsten zwei Monaten bereits wieder frei. Welche Gemüsearten können Sie nun für eine reiche Ernte für den Herbst säen? Möhren können Sie je nach Sorte bis Juni säen. Auch Knollenfenchel kann gesät und gepflanzt werden. Er gehört ebenfalls wie die Möhren zur Familie der Doldenblütler. Der hohe Anteil an ätherischen Ölen verleiht dem Knollenfenchel seinen besonders intensiven Geschmack. Nichtsdestotrotz ist es ein magenfreundliches, sehr bekömmliches Gemüse, welches nicht nur Mütter von Babys zu schätzen wissen. Achten Sie bei der Wahl auf schossunempfindliche Fenchelsorten, die nicht vorzeitig in Blüte gehen. Bewährt hat sich im Anbau die schossfeste Sorte ‘Zefa Fino’. Diese rasch wachsende Fenchelsorte bildet kompakte weiße Knollen, braucht dafür aber gute Düngung und genügend Wasser. Ebenso überzeugen die schossfesten Sorten ‘Selma’ und ‘Finale’ im Anbau mit guten Erträgen.

 

Rote Bete

Rote Bete kann bis August regelmäßig ausgesät werden und eignet sich auch gut zum Lagern in Erdmieten. Die bereits von unseren Vorfahren genutzte Gemüse- und Heilpflanze hat einen hohen Gehalt an Folsäure, Kalium usw. Viele Jahrzehnte bewährt hat sich die Sorte ‘Rote Kugel’, die sich vor allem zum Lagern sehr gut eignet. Süßer als die meisten roten Sorten ist die Sorte ‘Goldgelbe’ mit der charakteristisch goldgelben Farbe. ‘Blankoma’ als auch ‘Bupee White’ besitzen eine weiße Rübenfarbe. Noch außergewöhnlicher ist die italienische Sorte ‘Tondo di Chioggia’ mit einer rot-weiß geringelten Rübenfarbe und außen mit leuchtend roter Schale. Für die Verwertung in der Küche erweisen sich zylindrische Sorten wie ‘Forono’ oder
‘Cylindra’ äußerst praktikabel. Durch ihre längliche Form und die Größe der Rüben eignen diese Sorten sich gut zum Einwecken. Junge Blätter von Rote Bete kann mah auch roh für bunte Blattsalate verwenden. Die Sorte ‘Bull’s Blood’ eignet sich dafür ausgezeichnet – die Samen werden für diese Verwendung sehr dicht ausgesät. Aber auch von anderen Sorten wie ‘Blankoma’ oder ‘Goldgelbe’ können Sie die jungen Blätter wie Mangold frisch oder gekocht verwenden. Mangold gehört in Italien und in vielen anderen Ländern bereits seit Langem zu den geläufigen Gemüsearten, findet aber auch bei uns immer mehr Anhänger. Der Anbau von Mangold ist kinderleicht. Entweder sät man das Saatgut direkt aus oder pflanzt ab Mai Jungpflanzen, bereits nach ca. zwei Monaten können Sie die ersten Blätter ernten. Am besten nehmen Sie die äußeren Blätter und lassen die inneren Blätter stehen, so können Sie bis in den Herbst regelmäßig Mangold ernten. Vergessen Sie nicht, für eine Ernte im Herbst und Winter Wirsing, Rot-, Weißkohl und auch Rosenkohl im Mai auszupflanzen. Hinweis zu Brokkoli und Blumenkohl: Wenn Sie keinen Erfolg mit dem Anbau im Frühsommer haben, testen Sie den Anbaubeginn im Sommer. Dabei säen Sie das Saatgut bis spätestens Ende Juni und pflanzen dann im Juli die Jungpflanzen auf das Beet.

 

Rhabarber

Die mehrjährige überwinternde Pflanze aus der Familie der Knöterichgewächse bildet einen dicken Wurzelstock mit großen ausladenden Blättern. Während die Blätter nicht verwendet werden, können Sie nun im Frühling aus den Rhabarber­stangen schmackhafte Gerichte zubereiten (vgl. Rezeptseite). Rhababer benötigt einen nährstoffreichen Standort und einen ausreichenden Standraum. Schneiden Sie die Stangen bei der Ernte nicht ab, sondern brechen oder drehen Sie sie vom Wurzelstock heraus. Trennen Sie dann die Blätter von den geernteten Stangen und legen Sie sie auf den Boden unter dem Rhabarber. Die Blätter schützen den Boden, verrotten und führen der Pflanze langfristig wieder Nährstoffe zu. Rhabarber enthält Oxalsäure, deren Konzentration im Laufe des Sommers ansteigt, so dass es die Empfehlung gibt, nach Johanni (24. Juni) keinen Rhabarber mehr zu ernten. Zudem können sich die Pflanzen wieder erholen und Kräfte sammeln für das kommende Jahr.