Mein Kleingarten im Mai und Juni

Der Muskatkürbis ist ein guter Speisekürbis mit einer langen Kulturdauer. (Bild: Shuterstock.com/Fotocute)
Schlangenzucchini bringen neue Formen und Farben in den Garten… (Bild: Angelika Feiner)
… ebenso wie die Kapuzinererbse ‚Blauschokkers‘ (Bild: Angelika Feiner)
Die Zitronengurke schmeckt fruchtig-frisch und bringt Farbe in den Salat. (Bild: Shuterstock.com/marekuliasz)
Jetzt gepflanzt, ist Knollensellerie im Herbst erntereif. (Bild: Angelika Feiner)
April 2019

Wonnemonat Mai – jetzt füllen sich die letzten leer stehenden Anbauflächen in unseren Kleingärten. Nach den Eisheiligen dürfen wir endlich auch wärmeliebende Pflanzen pflanzen oder säen.

Während Sie im Supermarkt oftmals nur eine begrenzte Auswahl an Sorten kaufen können, steht Ihnen beim Kauf von Saatgut eine riesige Sortenvielfalt zur Verfügung. Nutzen Sie die große Farb- und Formenvielfalt, die Ihnen geboten wird und wählen Sie Sorten, die Sie nicht kaufen können. Haben Sie schon die gelbe Zucchinisorte ‘Gold Rush’ im eigenen Garten angebaut? Die goldgelben, länglichen Früchte wachsen am besten an einem vollsonnigen Standort und lieben humose Böden. Auch die weißschalige Zucchinisorte ‘White Bush’ setzt einen ungewöhnlichen Farbakzent in Ihrem Gemüsegarten. Bewährt haben sich die Zucchinisorten ‘Cocozelle von Tripolis’ und ‘Striato d’Italia Costates Romanesco’, die mit ihren grün gestreiften Früchten nicht nur interessant aussehen, sondern auch geschmacklich überzeugen. Mit ihrer runden Form ein wenig außergewöhnlich zeigt sich die Zucchinisorte ‘Tondo Chiara di Nizza’, bei der Verwendung kann man die runden Früchte gut zum Füllen verwenden. Immer öfter in unseren Kleingartenanlagen anzutreffen, ist die Schlangenzucchini ‘Sepente di Sicilia’. Bei Letzteren können die jungen Früchte wie Zucchini verwendet werden. Ansonsten können Sie die bis zu 1,5 Meter langen Früchte vollreif wunderbar als Dekorationsobjekt nutzen. Für alle Zucchinisorten, ob grün, gelb, weiß, rund oder länglich, gilt: Säen oder pflanzen Sie Zucchini erst nach den Eisheiligen ins Freiland. Am besten wachsen Zucchinijungpflanzen an, wenn diese nur zwei Keimblätter und zwei echte Blätter besitzen. Sind die Jungpflanzen zu groß und werden diese an einem warmen Tag gepflanzt, ist die Wasserversorgung noch nicht gewährleistet, obwohl die Pflanzen bereits über die Blattmasse viel Wasser verdunsten. Dies gilt auch bei Gurken- und Kürbisjungpflanzen. Kleine Jungpflanzen wachsen schnell und zügig an. Beachten Sie hinsichtlich bitterer Zucchinifrüchte Folgendes: Wassermangel kann zu bitteren Früchten führen. Aber auch Kreuzungen mit einem Zierkürbis können zu einem bitteren Geschmack führen. Bittere Früchte daher nicht verzehren, da sie giftige Bitterstoffe (Cucurbitacine) enthalten können.

Gurken, Kürbis und Bohnen
Neben Zucchini sind die erfrischenden Gurken im Sommer ein sehr beliebtes Fruchtgemüse. Sie sind kalorienarm und einfach zu verwenden. Wussten Sie, dass es auch bei Gurken neben den grünschaligen auch weiße und gelbe Sorten gibt. Die Sorten ‘Salatgurke Weiße Lange’ und auch ‘White Wonder’ bilden von klein an weißschalige Gurken und können bis zu 40 Zentimeter lang werden. Ebenfalls weiß ist die Schalenfarbe der Einlegegurke ‘Weiße Spangenberg’, die zur Reife hin immer gelber wird. Zitronengelb und rund sind die Früchte der Salatgurke ‘Lemon’ (Zitronengurke). So manche Gurkensorte kann bei kühler, regnerischer Witterung, aber auch bei Trockenheit bittere Früchte entwickeln. Wer dies von vornherein verhindern möchte, dem sei angeraten, eine bitterfreie Sorte zu wählen. Zudem gibt es Sorten, die jungfernfrüchtig sind oder rein weiblich, d. h. an jeder Blüte entwickelt sich eine Gurke. Mit diesen Sorten (parthenokarp) kann man sehr hohe Erträge erzielen. Als Starkzehrer benötigen Gurken einen humosen, nährstoffreichen Boden. Gurken benötigen viel Wasser, daher gießen nicht vergessen. Verwenden Sie am besten kein kaltes Wasser. Welche Sorte Sie auch immer anbauen, säen Sie nicht zu früh aus. Gurken keimen im Freiland bei einer Bodentemperatur von 15 Grad, ansonsten empfiehlt es sich, Mitte, besser noch Ende April die Gurken in Vorkultur anzuziehen. Auch die Kultur von Kürbissen ist leicht. Sie sind eine ideale Gemüseart für neue Kleingärtner. Da Sie Hokkaikdokürbis auch gut im Handel bekommen, könnten Sie in Ihrem Kleingarten Sorten anbauen, die Sie nicht kaufen können. Klein und rund sind Rondinis, die sich sehr gut zum Beranken von diversen Rankgerüsten eignen. Jung geerntet können Sie Rondinis wie Zucchini verwenden. Reif besitzen die Früchte eine sehr harte Schale und können daher lange gelagert werden. Die reifen Rondinis sticht man am besten vor dem Kochen mit einer Nadel an, kocht sie 20 Minuten als ganze Frucht und verarbeitet sie erst nach dem Kochen weiter. Der Geschmack ist ausgesprochen köstlich. Mit einem kastanienähnlichen Aroma überzeugt eine meiner persönlichen Lieblingssorten, nämlich ‘Sweet Dumpling’. Die cremeweißen und grün mamorierten Früchte eignen sich hervorragend zum Füllen. Bevorzugt kann man diese in zwei Hälften schneiden, aushöhlen, salzen, pfeffern, ein wenig Schmand oder Sahne in die Aushöhlung geben und mit Reibekäse auffüllen. Anschließend für ca. 30 bis 40 Minuten bei 180 bis 200 Grad in den Ofen. Diese Art der Zubereitung eignet sich auch für die langen Früchte der Sorte ‘Delicata’, deren Fruchtfleisch an Süßkartoffeln erinnert. Die Früchte von ‘Delicata’ sind ebenfalls lange lagerfähig und eine empfehlenswerte Sorte. Stark rankend und lange gebogene, dekorative Früchte liefert die Sorte ‘Trombetta di Albenga’. Sie benötigen aber für das vollständige Ausreifen klimatisch begünstigte Standorte. In der Erscheinung nicht so attraktiv (mit graublauer Schale ‘Blue Banana’ oder hellorange ‘Pink Jumbo Banana’) überzeugen Bananenkürbisse dennoch geschmacklich. Wie auch immer: Testen Sie selbst aus dem riesigen Sortenangebot einige Sorten aus. Sie werden neben der äußerlichen Vielfalt auch über die geschmackliche Vielfalt verwundert sein. Es gibt sowohl Kürbisse, die geschmacklos sind, als auch welche mit tollen Kocheigenschaften.
Jetzt, nach den Eisheiligen, dürfen Sie endlich auch Busch- und Stangenbohnen aussäen. Kinderleicht ist der Anbau von Bohnen. Auch hier gibt es wunderbare farbige Sorten, z. B. solche mit blauen Hülsen, die beim Kochen grün werden, wie die Buschbohne ‘Purple Teepee’. Als Gluckentyp wachsen die Hülsen über den Blättern und können bei dieser Sorte leichter geerntet werden. Zarte gelbe Hülsen können Sie von der Wachsbohne ‘Dr. Becker Nr. 18‘ ernten. Auch die Sorte ‘Helios’ überzeugt mit geschmacklich hervorragenden gelben Hülsen. Stangenbohnen liefern auf kleinstem Raum eine große Ernte. Wunderbare blaue Blüten zieren die Sorte ‘Blauhilde’, an denen sich dann gut schmeckende blaue Hülsen entwickeln. Auch bei dieser Sorte wechselt die Farbe beim Kochen in Grün. Längsgestreift pupurrot zeigen sich die fadenlosen Hülsen der Sorte ‘Spatzeneier’. Verzehrt werden die Hülsen, solange die Musterung hell ist. Alle Bohnensorten dürfen nach den Eisheiligen ausgesät oder als Jungpflanzen ausgepflanzt werden. Als Leguminosen können sie den Stickstoff aus der Luft mithilfe von Knöllchenbakterien in den Wurzeln anreichern. Aus diesem Grund benötigen sie nur wenig Stickstoff.

Knollensellerie und Mangold
Vergessen Sie auch nicht, Knollensellerie jetzt zu pflanzen. Mit ihrer langen Kulturdauer müssen sie bereits jetzt gepflanzt werden, um dann im Herbst erntereif zu sein. Alte bewährte Sorten sind unter anderem ‘Saxa’ und ‘Balder’ mit gutem Selleriearoma. Auch Mangold können Sie im Mai ins Freiland setzen. Nutzen Sie die bunte Sortenvielfalt des Mangolds. Die Sorten ‘Bright Lights’ und ‘Five Colours’ zieren mit bunten Stielen nicht nur ihre Gemüsebeete, sondern auch die Staudenbeete. Rote auffallende Stiele entwickeln die Sorten ‘Roter Vulkan’ und ‘Feurio’. Ob weißstielige oder bunte Sorten, alle sind im Garten einfach zu kultivieren und können den ganzen Sommer hindurch beerntet werden.