Mein Kleingarten im November und Dezember

Mispeln benötigen Frost oder eine längere Lagerung, damit sie genießbar werden.
Bei Knollensellerie und anderen robusten Arten beginnt die Ernte erst ab Ende Oktober.
Winterlauch kann man auch in der ­kalten Jahreszeit noch direkt vom Beet ernten.
Oktober 2014
Kurz vor dem Winter sind Einlagern, ­Einwintern und der Winterschutz für viele Pflanzen wichtige gärtnerische Tätigkeiten.
 
Der Winter steht vor der Tür und für uns Gärtner wird es langsam ruhiger. Frostempfindliche Gemüse wie Tomaten, Zucchini, Bohnen oder Gurken verderben schon bei Temperaturen um die 0 °C. Bei manchen robusten Arten beginnt die Ernte erst ab Ende Oktober. Dies sind unter anderem Rote Rüben, Winterrettiche, Knollensellerie, Möhren, Pastinaken oder Wurzelpetersilie. Von Möhren und Rettichen dreht man am besten das Laub ab, bei Roten Rüben lässt man einen Stielrest von ca. drei Zentimetern stehen, um ein „Ausbluten“ der verletzten Knollen zu vermeiden. Beim Knollensellerie dürfen Sie die Wurzeln um ein kleines Stück einkürzen und ebenso die Blätter entfernen. 
Wie lagert man Wurzelgemüse? Bewährt hat sich die Lagerung in Erdmieten. Hierfür hebt man den Boden ca. 30 bis 40 Zentimeter tief und 80 bis 100 Zentimeter breit aus. Auch die Verwendung des Frühbeetkastens ist geeignet. Wichtig ist, dass Sie zum Schutz vor Mäusefraß ein engmaschiges Drahtgewebe ausbringen, das man vollständig verschließen kann. Nun schichtet man eine Lage Knollensellerie, Möhren, Rote Bete etc. ein und deckt diese mit etwas Erde und kurzem Stroh ab, dann kommt die nächste Lage Gemüse (entweder von derselben Art oder einer anderen) und wiederum eine Schicht aus Erde und Stroh; dann wieder Gemüse usw. Nach der letzten Schicht Erde und Stroh schließen Sie das Drahtgeflecht, decken die Erdmiete mit einem Brett ab, geben eine Schicht Stroh darüber und füllen ca. 30 Zentimeter Erde auf. Vom Beet weg kann man den Winter hindurch Grünkohl, Rosenkohl, Winterlauch, Schwarzwurzeln und Winterradicchio ernten.  
 
Pflanzungen
In den Monaten November und Dezember können, solange der Boden frostfrei ist, noch Gehölze (d. h. holzbildende, ausdauernde Pflanzen) gepflanzt werden. Sie tragen entscheidend zum Bild eines Kleingartens bei und sollten aus diesem Grund bewusst gewählt werden. Vor allem die Frage nach dem geeigneten Standort muss geklärt werden und ob das Gehölz für den jeweiligen Verwendungszweck geeignet ist. Eine Rose wird sich an einem schattigen Ort nie prächtig entwickeln können und leicht von Pilzkrankheiten befallen werden.
 
Pflanzung von Rosen
Rosen werden entweder ganzjährig in Containern kultiviert angeboten oder traditionell wurzelnackt, d. h. ohne Wurzelballen. Während man Containerrosen auch in den Sommermonaten problemlos pflanzen kann, ist die Pflanzung wurzelnackter Rosen nur im Oktober/November bzw. März/April möglich. Veredelte Rosen sind in den Güteklassen A und B erhältlich. Rosen der Güteklasse A erkennt man an mindestens drei normal entwickelten und gut ausgereiften Trieben, von denen mindestens zwei aus der Veredelungsstelle kommen müssen, während der dritte Trieb bis fünf Zentimeter darüber entspringen darf. Rosen der Güteklasse B müssen zwei kräftige, gut ausgereifte, aus der Veredelung entspringende Triebe haben (DIN 18916). 
Vor einer Herbstpflanzung müssen wurzelnackte Rosen zunächst ca. 30 bis 60 Minuten ins Wasser gestellt werden, bei einer Frühjahrspflanzung sogar bis zu zwei Stunden. Während in früheren Jahren empfohlen wurde, alle Wurzeln einzukürzen, raten Fachleute, nur beschädigte oder zu lange Wurzeln  einzukürzen. Die feinen Faserwurzeln dürfen keinesfalls eingekürzt oder entfernt werden. Auch bei einer Pflanzung im Herbst erfolgt der Schnitt der Rosentriebe erst im Frühjahr, dabei kürzt man die gepflanzten Rosen auf drei bis fünf Augen ein. Nach einer sorgfältigen Bodenvorbereitung werden die Rosen so gepflanzt, dass sich die Veredelungsstelle fünf Zentimeter im Boden befindet. Anschließend wird das Pflanzloch mit guter Gartenerde aufgefüllt, kräftig angegossen und wegen der Frostgefahr ca. 20 Zentimeter angehäufelt. 
 
Einwinterung der Kübelpflanzen
Die Überwinterung von Kübelpflanzen erfolgt je nach Pflanzenart unterschiedlich. Die meisten verholzenden Kübelpflanzen überwintert man am besten in einem kalten, frostfreien Raum. Laubabwerfende Gehölze und Halbimmergrüne, die durch Frosteinwirkung ihr Laub verlieren, können fast dunkel überwintert werden, wobei die ­Pflanzen möglichst kalt stehen sollten. Zuvor müssen die meisten Kübelpflanzen zurückgeschnitten werden. Immergrüne Gehölze, die eine hohe Bodentemperatur (Hibiscus rosasinenesis, Cassia usw.) benötigen, müssen über Winter in einem hellen Raum mit einer Mindesttemperatur von 10 °C kultiviert werden. Immergrüne Kübelpflanzen dürfen aber nur vorsichtig zurückgeschnitten werden. Das Winterquartier für immergrüne Pflanzen, die niedrige Temperaturen vertragen, ist am besten hell und kühl. Auch in den Wintermonaten müssen die Pflanzen in regelmäßigen Abständen mit geringen Wassergaben gegossen werden. Auf keinen Fall darf so gegossen werden, dass die Kübelpflanzen unter Staunässe leiden. 
 
Zierpflanzen, die im Winter geschützt werden müssen:
• Alle Rosenstöcke werden mit Kompost oder altem Mist ­angehäufelt und zusätzlich – wenn nötig – mit Fichtenzweigen abgedeckt. Bei Hochstammrosen wird entweder die Krone vorsichtig umgebogen und 15 bis 20 Zentimeter hoch mit Erde bedeckt oder der Stamm wird mit Fichtenzweigen umwickelt und die Krone mit Stroh, Holzwolle oder ähnlichem ausgefüllt und ebenso mit Fichtenzweigen umwickelt. Auch die Ranken der Kletterrosen sollte man durch das Anbringen von Fichtenzweigen vor kalten, austrocknenden Winterwinden schützen.
• Rhododendren sollten zum Schutz vor der Wintersonne (Austrocknungsgefahr) mit Fichtenzweigen abgedeckt werden. 
• Pampasgras am besten zusammenbinden und mit Fichtenzweigen umgeben.
• Schneiden Sie Ihren Rasen im November ein letztes Mal und entfernen Sie das Schnittgut und anfallendes Laub sorgfältig.
 
Winterschutz 
Zum Schutz der Obstbaumstämme vor Frostrissen werden Obstbäume kurz vor Wintereinbruch mit einem weißen Bio-Baumanstrich angestrichen. Dabei reflektiert die weiße Farbe die winterlichen Sonnenstrahlen, so dass sich die Rinde kaum erwärmt. Wird auf einen Anstrich verzichtet, entstehen durch die Tag-Nacht-Unterschiede Frostrisse. 
 
Anmerkungen zu einzelnen Gemüsearten
• Stechen Sie den kälteempfindlichen Chinakohl bis spätestens November mit den Wurzeln aus, stellen Sie ihn eingewickelt in Papier senkrecht in Kisten und lagern Sie ihn in einem kühlen Raum.
• Geben Sie Chicoréepflanzen bis Mitte November zum ­Antreiben in Kübel und Kisten.
• Rosenkohl und Lauch sollten an einer geschützten Stelle im Garten eingeschlagen werden.
• Grünkohl und Zuckerhut können ohne Schutz auf dem ­Gemüsebeet bleiben. Grünkohl benötigt Frost. 
• Winterkopfsalat, Frühlingszwiebeln, Feldsalat, ­Spinat bei schneeloser Kälte abdecken.
• Kräuter an die Fensterbank; Schnittlauch, Peter­silie ausgraben und auf die Fensterbank stellen; Schnittlauch erst im Dezember ins Haus holen!