Mein Kleingarten im November und Dezember

Grünkohl machen tiefe Temperaturen wenig aus (Bild: Jörg Schnöring).
Die Außenblätter bieten gelagerten Kohlköpfen Schutz und kommen erst später auf den Kompost (Bild: Angelika Feiner).
Dahlien schmücken den Garten auch noch im November (Bild: shutterstock.com/Natali Glado).
Ebenso die Herbstastern (Bild: Angelika Feiner).
Oktober 2018

Wie oft lassen jetzt Raureif und Nebel unsere Gärten zauberhaft wirken? Fetthennen zieren bis zu den ersten Frösten mit ihren Blütentellern die Staudenbeete. Dabei werden ihre Farben im Laufe des Herbsts immer erdiger, die leuchtenden Farben gehen langsam über in erdige Rot- und Brauntöne.

Auch wenn die Blätter der Fetthennen erst im Frühjahr wieder austreiben, sollten Sie die abgestorbenen alten Triebe über den Winter an den Pflanzen lassen. So schützen Sie die Pflanzen vor starken Frösten. Auch bei vielen anderen Stauden dient das Stehenlassen der Triebe als Schutz vor tiefen Temperaturen. Wer liebt nicht die prächtig blühenden Dahlien? Sie blühen neben den einjährigen Sommerblumen oftmals bis weit in den November hinein – mit dem ersten Frost oder Schnee geht es dann sehr schnell und wie über Nacht ist es mit der Pracht vorbei. Jetzt empfiehlt es sich alles, was nötig ist, abzuschneiden, Unkraut zu jäten und an geeigneten Stellen Blumenzwiebeln zu setzen. Ob Sie Ihren Garten eher sehr ordentlich in Winterruhe schicken oder eher naturbelassen, steht jedem Gärtner selbst zu. Im naturnahen Garten dienen feste Samenstände den Vögeln und Kleintieren immer noch als Nahrung oder sind Rückzugsort von Spinnen und Kleinstlebewesen. Ein Zuviel an Laub an falscher Stelle (beispielsweise auf der Rasenfläche), kann nun auf Beeten oder unter Sträuchern, Rosen und Stauden ausgebracht werden. Diese Mulchschicht schützt den Boden, darunter bleibt es ausgeglichen feucht, und schützt zudem Tiere, die im Boden überwintern. Im Frühjahr wird das fast verrottete Laub leicht in den Boden eingearbeitet oder kompostiert.


Obst- und Gemüsearten im Winter
Wer seinen Kleingarten bereits viele Jahre besitzt, weiß oft die Sorten der angebauten Obstarten. Neupächter können hoffentlich vom Altpächter erfahren, um welche Sorte es sich handelt. Wenn die Sorte unbekannt ist, sollten Sie zumindest einige Informationen darüber bekommen, z. B. ob es sich um einen Sommer-, Herbst- oder Lagerapfel handelt. Um welche Sorte es sich handelt, können hingegen meist nur Pomologen bestimmen. Jetzt ist es an der Zeit, neue Obstgehölze zu pflanzen. Wie diese gepflanzt werden, können Sie auf Seite 12/13 lesen. Auch Rosen können Sie pflanzen, achten Sie dabei darauf, dass die Veredelungsstelle handbreit unter der Erdoberfläche ist. Auf den Gemüsebeeten befinden sich Feldsalat, Schwarzwurzeln, Grünkohl, Rosenkohl und Lauch – ihnen machen auch tiefe Temperaturen nichts aus. Beispielsweise überstehen Schwarzwurzeln und Pastinaken Temperaturen im Boden bis zu –20 Grad Celsius. Daher können diese im Boden belassen und dann bei Bedarf entnommen werden. Trotzdem empfiehlt sich in vielen Gegenden auch diese Gemüsearten vor dem ersten Frost zu ernten und in Sand eingeschlagen zu lagern. Gesetzt den Fall, dass der Boden über lange Zeit gefroren ist, kann man folglich das leckere und gesunde Wurzelgemüse ansonsten leider nicht ernten. Auch Lauch, Grünkohl und Rosenkohl überstehen diese tiefen Temperaturen, wobei es eine absolute Garantie nicht gibt. Anders sieht es bei frostgefährdeten Gemüsearten aus. Sie müssen vor den ersten Frösten geerntet und anschließend fachgerecht gelagert werden. Dies sind Chinakohl, Weiß- und Blaukohl, Raddichio, Endiviensalate, Rote Bete, Knollensellerie und Gelbe Rüben. Als Lagerraum eignen sich kühle und einigermaßen luftfeuchte Räume. Lassen Sie bei Kohl und Co. die Außenblätter an den Köpfen, diese bilden eine natürliche schützende Hülle. Am besten wickeln Sie die Köpfe einzeln in Zeitungspapier und stellen sie dann aufrecht in Kisten. Wurzelgemüse einzulagern ist meist problemlos. Am besten schichtet man das Gemüse ungewaschen lagenweise mit Sand in Kisten oder Ähnliches und bewahrt diese an einem kühlen Ort auf. Auch ein Frühbeet oder ein ungeheiztes Gewächshaus kann zum Lagern verwendet werden oder eine alte Waschmaschinentrommel, die über Winter in die Erde gebracht wird. Dort ebenfalls das Gemüse lagenweise mit Sand hineingeben und mäusesicher verschließen.


Allgemeine Hinweise zur Lagerung von Gemüse:
• Beenden Sie rechtzeitig das Düngen der zu lagernden Gemüseart – je nach Art ca. vier bis sechs Wochen vorher. So sind die Pflanzen widerstandsfähiger.
• Ernten Sie Gemüse und Obst nicht nach längeren Regenperioden. Warten Sie lieber einige Tage Sonne ab.
• Generell gilt: Nur gesundes Obst und Gemüse eignen sich zum Lagern.
• Lagern Sie Obst und Gemüse in unterschiedlichen Räumen, da das Reifegas Ethylen vieler Obstarten den Reifeprozess von Gemüse beschleunigt.
• Einmal in der Woche krankes, fauliges oder verletztes Obst und Gemüse aussortieren und verwerten.
• Ebenfalls ist es notwendig, die Lager einmal in der ­Woche oder manchmal sogar öfter zu lüften.


Winterschutz von Obstgehölzen
Zum Schutz der Obstbaumstämme vor Frostrissen werden Obstbäume kurz vor Wintereinbruch mit einem weißen Bio-Baumanstrich angestrichen. Dabei reflektiert die weiße Farbe die winterlichen Sonnenstrahlen, so dass sich die Rinde kaum erwärmt. Wird auf einen Anstrich verzichtet, entstehen durch die Tag-Nacht-Unterschiede Frostrisse.


Obstbaumschnitt
Ab November (nach dem Laubfall) können ältere Bäume, die geringe jährliche Zuwächse verzeichnen und kleine Früchte tragen, ausgelichtet und verjüngt werden. Je früher Sie auslichten, desto kräftiger ist der nächstjährige Austrieb. Entfernen Sie zunächst mit einer Baumsäge kranke bzw. dürre Äste und altes, mit viel Quirlholz besetztes Fruchtholz (Kennzeichen: stark nach unten hängend).
Außerdem werden alle in der Baumkrone zu dicht stehenden bzw. überkreuzenden Äste und Triebe bis auf den Ast­ring herausgenommen. Anschließend wird ein Teil der Leitäste eingekürzt und alle großen Wunden mit einem Wundverschlussmittel verstrichen. Wer es versäumt hat, sein Steinobst und Beerensträucher wie Johannisbeeren oder Stachelbeersträucher zu schneiden, sollte dies spätestens bis Dezember nachgeholt haben.