Mein Kleingarten im September und Oktober

e nach Sorte variiert der richtige Zeitpunkt für die Apfelernte. (Bild: Angelika Feiner)
Die Kohlrabisorte ‘Superschmelz’ überzeugt mit bis zu einem Kilogramm schweren Knollen. (Bild: Angelika Feiner)
Feldsalat kann man jetzt ein letztes Mal säen. (Bild: Angelika Feiner)
Der Thymian (Mitte) kann laufend bis in den Oktober hinein geerntet werden. <br />(Bild: Angelika Feiner)
Herbstsorten des Weißkohls können sogar bis Ende November geerntet werden. <br />(Bild: Angelika Feiner)
Neben der Sorte bestimmen Standort und Wetter den richtigen Zeitpunkt für die Apfel- und Birnenernte. (Bild: Angelika Feiner)
August 2018

Im goldenen Licht der tiefer liegenden Septembersonne zeigen sich die Gärten von der schönsten Seite. Im Garten blühen immer noch Stockrosen, Phlox, Sonnenhut sowie viele Blumen des Sommers. Astern und Dahlien strahlen um die Wette. Der Herbst ist für viele daher die schönste Jahreszeit.


Es ist Erntezeit. Neben Obst sind viele Gemüsekulturen erntereif. Dabei hängt der Erntezeitpunkt der jeweiligen Gemüsekulturen neben dem Reifestadium stark von der Frostempfindlichkeit der einzelnen Arten und Sorten ab. So müssen empfindliche Gemüsearten wie Gurken, Zucchini, Tomaten und Bohnen noch vor den ersten Nachtfrösten geerntet werden. Diese kann man, wenn sich die kalten Temperaturen nur auf ein paar Nächte beschränken, mit einem Frostschutzvlies vor niedrigen Temperaturen schützen. Andere Kulturen wie Möhren, Lauch, Knollensellerie und Rote Bete vertragen kühle Temperaturen und nehmen im September noch beachtlich an Größe und Gewicht zu.
Daher ist es notwendig, auch im Herbst Ihre Gemüsepflanzen ausreichend mit Wasser zu versorgen. Wurzelgemüse, das für die Lagerung bestimmt ist, sollten Sie so spät wie möglich ernten (je nach Witterung Ende Oktober bis Mitte November). Beispielsweise erkennen Sie erntereife Möhren daran, dass die Wurzeln abgerundete Enden besitzen. Neben Möhren können Sie Rote Bete, Kartoffeln, Knollensellerie und Winterrettich in Erdmieten und in Kisten an kühlen Orten über lange Zeit lagern.

Ernte von Kräutern
Kräuter wie Oregano, Salbei, Rosmarin, Pfefferminze, Basilikum, Thymian oder Liebstöckel können Sie laufend bis Oktober ernten. Dabei sollten Sie, wann immer es möglich ist, die Blätter und Zweige der Gewürz- und Heilpflanzen vorsichtig mit den Händen pflücken. Am besten ernten Sie die Kräuter an einem sonnigen Vormittag, wenn die Pflanzen vom morgend­lichen Tau bereits abgetrocknet sind. Zu diesem Zeitpunkt sind die Blätter noch frisch. Kranke, verdorrte und verschmutzte Pflanzenteile sollten Sie zeitgleich entfernen. Verwenden Sie zum Sammeln nur Körbe, die luftig sind; Plastiktüten oder andere luftdichte Gefäße wie Plastikeimer sind nicht geeignet, da die Blätter sehr schnell zu „schwitzen“ beginnen. Anschließend müssen die Kräuter schnellstmöglich weiterverarbeitet werden, da die Inhaltsstoffe ansonsten zerstört werden. Wann immer es möglich ist, sollten Sie auf das Waschen von Kräutern verzichten. Wollen oder müssen Kräuter dennoch gewaschen werden, muss das Wasser gut abgeschüttelt werden. Gut eignet sich eine Salatschleuder und Sie tupfen mit Küchenpapier die restliche Feuchtigkeit weg. Werden die Kräuter nicht frisch verwendet, können Sie viele Kräuter entweder durch Trocknung, durch Tiefgefrieren, Herstellung eines Kräuterlikörs und vieles mehr haltbar machen. Welche Kräuter eignen sich zum Trocknen? Dies sind unter anderem Basilikum, Bohnenkraut, Majoran, Estragon, Lavendel, Oregano, Salbei, Thymian usw. Sie können Kräuter an der frischen Luft trocknen oder verwenden dazu spezielle Dörrautomaten, die es im Handel zu kaufen gibt.

Radieschen und Co. säen
Jetzt können Sie ein letztes Mal in dieser Gartensaison Radieschen, Spinat, Rucola und Feldsalat säen. Bis Mitte September können Sie Radieschen für die Herbsternte aussäen. Dabei sollten Sie darauf achten, nur schnellwüchsige Sorten, wie z. B. ‘Florent F1’ , ‘Juwasprint’, ‘Saxa’, zu verwenden. Haben Sie  schon Winterportulak (Postelein) angebaut? Dieser Wintersalat ist frosthart und bereichert zudem den winterlichen Speiseplan mit Vitaminen (Vitamin C) und Mineralstoffen (Kalzium, Eisen und Magnesium). Gesät werden kann Winterportulak ab Mitte September bis November. Bedeckt mit einem Folientunnel, können die tellerförmigen Blätter der zehn bis 20 Zentimeter hoch wachsenden Pflanzen bis Ende März gepflanzt werden. Auch Rucola können Sie noch bis Ende Oktober aussäen. Sehr intensiv nussig schmecken die Blätter der wilden Rauke. Sie besitzt im Vergleich zu den Formen der Salatrauke tief gebuchtete Blätter. Die Salatrauke wächst zügiger als die wilde Rauke und ist im Geschmack wesentlich milder. Als Nachkultur eignet sich auch Feldsalat, da dieser mit keiner anderen Gemüseart verwandt ist. Für den Herbst- und Winteranbau eignen sich neben der Standardsorte ‘Vit’ (Firma Hild) neue Sorten wie ‘Favor’, ‘Gala’, ‘Juwabel’ und ‘Dominik’. Während im Hobbygarten Feldsalat zum größten Teil direkt auf das Beet gesät wird, setzt sich im Erwerbsgartenbau immer mehr durch, Feldsalat zu pflanzen. Säen Sie einfach einige Samen in kleine Töpfe und bedecken diese dünn mit Erde. Wenn die Jungpflanzen wenige Zentimeter groß sind, setzt man sie in Reihen ins Beet. Dabei wird wie beim Anbau von Salat der Wurzelballen nur bis zur Hälfte in den Boden eingesenkt, so lässt sich die Gefahr von Fäulnis reduzieren und die Pflanzen wachsen gesünder. Wenn Sie Spinat im Herbst ernten wollen, säen Sie Anfang September, für eine Ernte im nächsten Frühjahr säen Sie Mitte bis Ende September. Falscher Mehltau stellt bei Spinat die verbreitetste Krankheit dar. Daher sollten Sie immer Sorten wählen, die eine umfassende Resistenz umfassen. Falscher Mehltau zeigt sich durch gelbe Flecken auf der Blattoberseite, die sich schnell ausbreiten und zum Welken des Spinats führen. Ähnlich wie bei Salat gibt es inzwischen mehrere Stämme dieses Pilzes. Ein vollständiger Schutz ist nur mit einer gegen alle sieben Stämme widerstandsfähigen Sorte erreichbar, beispielsweise mit den Sorten ‘Dolphin’ und ‘Lazio’.

Pflanzzeit und Teilung von Stauden
Bis auf die noch blühenden Stauden können die meisten der anderen Stauden mit Erfolg geteilt und verpflanzt werden. Dabei verwenden Sie am besten eine Grabegabel und stechen vorsichtig die betreffenden Stauden heraus, schütteln die Erde etwas ab und entfernen aus dem Wurzelstock alle Wurzelunkräuter. Damit Sie die Wurzeln für die Teilung gut erkennen können, empfiehlt es sich, die Wurzelstöcke mit Wasser abzuspritzen. Nachdem die Pflanzen geteilt sind, pflanzt man sie an eine neue Stelle. Vergessen Sie aber nicht, die Pflanzstelle gründlich vorzubereiten, damit die Stauden schnell anwachsen können. Abschließend werden die Pflanzen ausreichend gewässert. Die meisten Frühsommerstauden, vor allem die Magariten, lassen sich jetzt gut teilen. Auch Stauden, die lange Zeit am gleichen Standort bleiben dürfen, wie z. B. Pfingstrosen, Taglilien, Lenz- und Christ­rosen lassen sich jetzt im September ebenso teilen. Bei den Taglilien, die oftmals vor allem nach einem trockenen Sommer an der Basis gelbe Blätter besitzen, schneidet man das Blattwerk handbreit über den Boden zurück und nimmt mit einer Grabegabel den Wurzelstock heraus. Ein Spaten ist in diesem Falle nicht zu empfehlen, da man die Knollenbündel abstechen würde. Auch für eine Staudenneuanlage ist der ­Monat September ideal.