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Ideen

Bewährte Pflanzenkombinationen im Jahreslauf

Kleingarten Magazin
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Juni 2018

Von Möhren und Steckzwiebeln bis hin zu Bohnen und Rote Bete – der Mischkulturenanbau bringt viele gärtnerische Vorteile mit sich. Dieser Beitrag zeigt, wie ein oder mehrere Gartenbeete im Laufe eines Jahres bepflanzt werden können.

Grundlage für die folgenden Kombinationen ist jeweils das normale Gartenbeet von 1,20 Metern Breite, das von beiden Seiten her gut zu bearbeiten ist. Die Länge des Beets richtet sich nach der Größe des Gartens und dem Bedarf. Lange Beete kann man durchaus halbieren und für zwei Kombinationen nutzen.


Möhren – Steckzwiebeln // vorher Schnittsalat – Radieschen
Anfang April, sofern es die Witterung zulässt, werden die Steckzwiebeln in den Boden gebracht. Noch früher sät man in die Reihen, die für die Möhren bestimmt sind, Schnittsalat und Radieschen gemischt. Bis Mitte Juni, wenn die Möhren in die Erde kommen, sind Salat und Radieschen geerntet.
|<15 cm> Salat/Radieschen <30 cm> Steckzwiebeln <30 cm> Salat/Radieschen <30 cm> Steckzwiebeln <15 cm>|
Die Mitte Juni gesäten Möhren sind zwischen den schon herangewachsenen Steckzwiebeln vor der Möhrenfliege weitgehend sicher. Wir wählen hierfür eine zarte schnell wachsende Frühsorte für den Herbstgebrauch. Andererseits können die so spät gesäten Möhren die Steckzwiebeln vor der Zwiebelfliege nicht mehr schützen. Trotzdem hat auch diese Kombination ihre Vorzüge. Auf schweren Böden und in nassen Sommern reifen Säzwiebeln meist nicht optimal und faulen leicht während der Lagerung. Die Steckzwiebeln sind aber auch bei ungünstiger Witterung im Laufe des Augusts ausgereift und lassen sich gut einlagern. Schon ab Mitte Juli können einzelne Zwiebeln für den Sofortgebrauch laufend entnommen werden. Auf der anderen Seite gelingt es oft nicht, die zarten, wohlschmeckenden Frühmöhren vor der Möhrenfliege zu schützen, da im Frühjahr sowohl Lauch als auch Zwiebeln noch zu klein sind. Auf diese Weise, zwischen den schon stattlich herangewachsenen Zwiebeln, sind die Möhren jedoch meistens madenfrei. Sind die Zwiebeln im August herausgezogen, so säen wir an ihre Stelle noch je eine Reihe Herbstradieschen. Sie wachsen so schnell, dass sie Ende September, gleichzeitig mit den Möhren, geerntet werden. Nachdem das Beet gesäubert und mit Kompost versorgt ist, erhält es für den Winter noch eine Senfeinsaat.


Erbsen – frühe Möhren // später Rotkohl – Winterrettich
In der ersten Märzhälfte wird das Beet bestellt mit einer Reihe Erbsen in der Mitte und zwei Reihen frühen Möhren jeweils
20 Zentimeter von den Rändern entfernt. Damit die Möhren nicht von der Möhrenfliege befallen werden, streut man etwas getrockneten Rainfarn an die Pflanzen, sobald sie etwa handhoch sind. Zwischen die Möhren werden Radieschen als Markiersaat eingestreut, die herausgezogen sind, sobald die Möhren den Platz für die Entwicklung der Rüben benötigen. Für die Erbsen wird wieder ein Maschendraht gespannt. Es stehen auf diesem Beet also Möhren/Radieschen, Erbsen, Möhren/Radieschen.
|<20 cm> Möhren/Radieschen <40 cm> Erbsen <40 cm> Möhren/Radieschen <20 cm>|
Nach der Erbsenernte im Juni kann später Rotkohl gepflanzt werden mit Zwischenräumen von 50 Zentimeter. Inzwischen sind die Möhren auch schon herangewachsen, die Radieschen sind geerntet. Sind dann auch die Möhren geerntet, so wird an deren Platz je eine Reihe runder Schwarzer Winterrettich gesät. Sobald die Saat aufgegangen und die Reihen gut sichtbar sind, vereinzelt man auf 15 bis 20 Zentimeter Abstand in der Reihe. Auch die Rettiche werden durch getrockneten Rainfarn, den man an die jungen Pflanzen streut, vor der Rettichfliege geschützt. Das Beet zeigt also im August die Pflanzenfolge: |<20 cm> Rettich <40 cm> Rotkohl <40 cm> Rettich <20 cm>|
Ende Oktober/Anfang November wird das Beet abgeräumt, gelockert und mit Stroh oder angerottetem Kompost bedeckt.


Bohnen – Rote Bete // Grünkohl – Feldsalat
Erfahrungsgemäß gedeihen Rote Bete neben Buschbohnen besonders gut. Je nach Wetter wird Anfang bis Mitte April jeweils 50 Zentimeter von den Rändern entfernt eine Reihe Rote Bete gesät. In ein Aussaatkästchen oder ins Frühbeet sät man, falls das noch nicht geschehen ist, Bohnenkraut aus, um es dann nach den Maifrösten zu den Buschbohnen zu pflanzen.
|<20 cm> für Bohnen frei lassen <30 cm> Rote Bete <20 cm> Rote Bete <30 cm> für Bohnen frei lassen <20 cm>|
Anfang Mai werden die Buschbohnen gelegt. Im Abstand von jeweils 25 bis 30 Zentimeter in der Reihe legt man fünf bis sechs Bohnensamen. Die aufgelaufenen Rote Bete werden vereinzelt auf 25 Zentimeter in der Reihe. Die weiten Abstände sind nötig, damit sich die Rüben gut entwickeln können. Dadurch wird der relativ enge Reihenabstand von nur 20 Zentimeter ausgeglichen. Nach den Maifrösten wird das vorgezogene einjährige Bohnenkraut jeweils an die Ränder entlang den Bohnenreihen gepflanzt. Die Nachbarschaft des Bohnenkrauts wirkt sich positiv auf das Aroma der Bohnen aus, der Duft hält außerdem Schwarze Läuse ab. Sind genügend Pflanzen vorhanden, kann man alle zehn bis 15 Zentimeter, bei weniger Pflanzen etwa alle 20 bis 30 Zentimeter eine Pflanze setzen.
|<10 cm> Bohnenkraut <10 cm> Bohnen <30 cm> Rote Bete <20 cm> Rote Bete <30 cm> Bohnen <10 cm> Bohnenkraut <10 cm>|
Nach der Ernte von Bohnen kann bis zum 10. August noch Grünkohl oder ein anderer Spätkohl gepflanzt werden.
Der Abstand in der Reihe beträgt 40 Zentimeter. |<20 cm> Grünkohl <30 cm> Rote Bete <20 cm> Rote Bete <30 cm> Grünkohl <20 cm>|
Im Laufe des Augusts, spätestens im September ist auch die Rote Bete erntereif. Ihr Platz kann nun vom Feldsalat eingenommen werden, der sogar noch im September gesät werden kann. |<20 cm> Grünkohl <30 cm> Feldsalat <20 cm> Feldsalat <30 cm> Grünkohl <20 cm>|
Grünkohl und Feldsalat bleiben über Winter auf dem Land und werden je nach Bedarf an frostfreien Tagen für die Küche geschnitten.


Gurke am Spalier – Kopfsalat/Kohlrabi
Nicht nur im Gewächshaus, sondern auch im Freien können Gurken am Spalier gezogen werden. Durch das Heranziehen am Spalier hat man natürlich mehr Platz, andere Pflanzen als Mischkulturenpartner auf dem Beet unterzubringen. Für die Konstruktion besorgt man sich drei starke Stäbe von je zwei bis zweieinhalb Metern Länge und rammt sie in den Boden, mindestens einen halben Meter tief. Mit Maschendraht, den man an den Stäben befestigt, werden diese dann zu einem Zaun verbunden.
Bis im Mai die Gurken ins Freiland gepflanzt werden, wird das Beet mit Ackerbohnen eingesät, die den Boden für die nachfolgende Gurkenkultur bereiten. Im Mai lockert man die Erde, formt einen Wall aus Erde und Mistkompost und bettet da hinein die vorgezogenen Setzlinge, so dass die Keimblätter mit dem Boden abschließen. Zwischen die einzelnen Pflanzen, die 40 Zentimeter auseinander stehen, sät oder pflanzt man Basilikum.
Etwa 30 Zentimeter von der Gurkenreihe entfernt wird Kopfsalat im Wechsel mit Kohlrabi gepflanzt, davor kommt, sofern noch Platz ist, eine Reihe Mangold.
|<50 cm> Gurkenspalier <30 cm> Kopfsalat/Kohlrabi <30 cm> Mangold (wenn noch Platz ist bis zum Weg bzw. Beetrand).