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Ideen

„Schneebälle“ für jede Jahreszeit

Winterschneebälle treiben auch in der kalten Jahreszeit reichlich Blüten.
Von Oktober bis April blüht der Winterschneeball immer wieder.
Die leuchtend roten Beeren bieten vielen Vögeln während des Winters Nahrung.
Japanischer Etagenschneeball 'Grandiflorum'.
Der Echte Gefüllte Schneeball bildet kugelige Blütenstände aus.
Zwei Winterblüher: Schneeball und Zaubernuss.
Dezember 2018

Die facettenreichen Arten und Sorten des Schneeballs machen jede Jahreszeit zu einem Gartenerlebnis. Schon mitten im Winter, einer Zeit, in der man noch gar nicht daran denken mag, wagen sich zarte Blüten aus der Deckung.

Winterschneebälle gegen den „Winterblues“

Bereits im Winter, wenn in vielen Bereichen des Gartens noch tiefer Winterschlaf herrscht, wagen sich vorwitzige Schnee­ballarten mutig aus der Deckung. Der Winterschneeball (­Viburnum bodnandense) ist ein ansprechender, bis zu drei Meter groß werdender Blütenstrauch, der zur Blütezeit dicht mit zartrosa Blüten garniert ist. Bekannt ist vor allem die Sorte ‘Dawn’. Die Blüten ertragen zwar geringe Minusgrade, erfrieren aber in geöffnetem Zustand bei stärkeren Kälteeinbrüchen. Milde Perioden bringen jedoch bald wieder neue Blüten zur Entfaltung. Die in Büscheln sitzenden Blüten duften süß und erscheinen je nach Wetterlage in Schüben von Oktober bis April. An den Boden stellt er keine besonderen Ansprüche und ist auch mit halbschattigen Lagen zufrieden. Die Kreuzung aus Viburnum farreri und Viburnum grandiflorum entstand schon 1933 im botanischen Garten in Edinburgh bzw. in den walisischen Bodnant Gardens. Der Duftende Winterschneeball (Viburnum farreri) wächst in Nordchina und ist besonders als Varietät ‘Candissima’, einer rein weiß blühenden Form, im Handel. Wer nicht so viel Platz zur Verfügung hat, kann es mit der dicht und kompakt wachsenden Sorte ‘Nanum’ versuchen. Für kalte Wintergärten oder sehr wintermilde Gegenden ist der immergrüne Mittelmeerschneeball (Viburnum tinus) eine weitere duftende Versuchung. Die weißrosa Blüten erscheinen vom Spätherbst bis in den Frühling hinein. Dekorativ sind vor allem auch die metallisch blauen Beeren, die nach der Blüte den Strauch zieren. Kompakt bleibt z.  B. die Sorte ‘Eve Price’. Im Mittelmeerraum wird der Laurustinus, wie die Pflanze auch genannt wird, übrigens gerne für immergrüne Schnitthecken verwendet.

 

Duftexplosion im Frühjahr

Sowohl seine halbkugeligen Blüten als auch sein starker und angenehmer Frühlingsduft machen den Großblumigen Schneeball (Viburnum x carcephalum) zu einem der Favoriten im Sortiment der Schneebälle. Er gilt als eine der am besten duftenden Arten. Gerne steht er allein. Ideal sind feuchte, nährstoffreiche Böden in voller Sonne. Mit etwa 1,5 Meter bleibt der Koreanische Schneeball (Viburnum carlesii) ein ganzes Stück niedriger. In Sachen Duft steht er dem Großblumigen Schneeball aber nur wenig nach. Eine empfehlenswerte Sorte ist z. B. ‘Aurora’.

 

Immergrüne Begleiter rund ums Jahr

Robuste, immergrüne Gehölze als Sichtschutz oder als ganzjährige Gestaltungselemente sind besonders gefragt. Auch hier hat die Gattung der Schneebälle von klein bis XXL einiges zu bieten. Ein kleiner Zwerg mit gerade mal einem Meter Höhe ist der Immergrüne Kissenschneeball (Viburnum davidii). Er wächst eher in die Breite und eignet sich bestens als Übergangsgehölz im schattigen Bereich von Wegen, Treppen, Sitzplätzen oder höhengestaffelten Gehölzpflanzungen. Die rosaweißen Blüten erscheinen im Juni und bringen stahlblaue Früchte hervor. Etwas Winterschutz kann in strengen Wintern nicht schaden.

Eine ganze Nummer größer wird der 2,5 bis 3 Meter hoch und ebenso breit wachsende Prager Schneeball (Viburnum pragense). Auch er verträgt lichten Schatten sehr gut und gefällt durch sein glänzendes, grünes Laub. Dem etwas sparrigen Wuchs lässt sich durch Pinzieren der Triebspitzen entgegenwirken.

XXL-Format liefert der Runzelblättrige Schneeball (Viburnum rhytidophyllum). Wenn er darf, kann er drei bis fünf Meter Höhe erreichen. Natürlich kann man ihn auch kleiner halten. Beim Schneiden sollte man etwas achtgeben. Die feinen Härchen auf den Blättern können bei manchen Personen allergische Reaktionen der Atemwege hervorrufen. Wie bei Viburnum pragense erscheinen die Blüten im Juni bis Juli. Immer- bis halbimmergrün ist der Wintergrüne Schneeball (Viburnum x burkwoodii). Er wächst locker sparrig und füllt einen Raum von zwei bis drei Metern in Höhe und Breite aus. Seine stark duftenden Blüten erscheinen schon im Herbst und/oder im zeitigen Frühling.

 

Vogelnährende Schneebälle für Naturgärten

Heimische Vögel und Wintergäste sind dankbar, wenn sie sich in der Winterzeit nicht nur an Futterhäusern, sondern auch am Beerenbuffet naturnaher Hecken bedienen können. Hier leistet der Gewöhnliche Schneeball (Viburnum opulus) beste Dienste. Er liebt feuchte und nährstoffreiche Böden und wächst dort sehr kräftig. Schon im Mai machen die tellerförmigen, hortensienähnlichen, weißen Blüten auf sich aufmerksam. Im Herbst taucht der Strauch zudem in eine tolle, rote Laubfärbung. Bis in den Winter hinein leuchten zudem seine roten Beeren, die in großen, auffallenden Dolden im Strauch hängen. Hiervon nascht neben Amseln und Drosseln auch der hübsche Seidenschwanz, ein sporadischer Wintergast, sehr gerne.

Für trockene Standorte in voller Sonne bietet sich hingegen der Wollige Schneeball (Viburnum lantana) an. Seinen Namen verdankt er den filzig behaarten Trieben und Blattunterseiten, die ihn besonders trockenheitsverträglich machen. Die weißen Trugdolden entstehen im Mai und liefern zunächst lebhaft rote und dann schwarze Früchte.

 

Schneebälle mit außergewöhnlichen Blütenformen

Wenig natürlich, dafür aber imposant und zierend wirken die runden, weißen Kugeln von Viburnum opulus ‘Roseum’, einer gefüllten Sorte des gewöhnlichen Schneeballs. Er bietet zwar für die Insektenwelt wenig, gilt aber wegen seiner riesigen Kugelblüten als einer der Klassiker im großen Reich der Schneebälle. Ein bisschen Blütenluxus sollte auch mal erlaubt sein.

Ein Schneeball, der gerne allein stehen und wirken möchte, ist der stolze Japanische Etagenschneeball (Viburnum plicatum). Seine dicht übereinanderliegenden Zweige verlaufen meist horizontal. Die tellerförmigen, weißen Blüten, die ab Mai aufleuchten, stehen in doppelten Reihen auf flachen Trieben. Sie bilden ein Blütenspektakel der ganz besonderen Art. Auf frischen, nährstoffreichen Böden wächst der Etagenschneeball besonders gut. Besonders ansprechende Sorten sind ‘Mariesii’, ‘Cascade’ und ‘Lanarth’. Angenehm abweichend von der typischen Blütenform, ziert die ballförmige Sorte ‘Grandiflorum’ die Gärten. Ansprechend rosa blüht die kompakt und langsam wachsende Zuchtform ‘Molly Schröder’.