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Garten

Rosen wirksam schützen

Kleingarten Magazin
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Juni 2013

Eine der beliebtesten Pflanzen im Garten ist zweifellos die Rose. Geliebt wird sie aber nicht nur von den Gartenbesitzern, sondern auch von einer recht ansehnlichen Reihe von Pilzen und Insekten. Die wichtigsten werden in diesem Beitrag vorgestellt. 

 

Für größten Verdruss sorgen einige sehr hartnäckige Pilzkrankheiten der Blätter. An erster Stelle sei hier der Sternrußtau genannt. Er zeigt sich auf der Blattoberseite mit rundlichen dunklen Flecken, deren Rand oft sternförmig ausgezackt ist. Beim Sternrußtau vergilbt das Blatt zudem und fällt dann ab. Stark anfällige Sorten können schon im Juli völlig blattlos sein. 

Ein weiterer Pilz ist der Falsche Mehltau. Dieser zeigt sich als anfangs rötliche, dann dunkel färbende Flecken auf der Blatt-oberseite. Im Gegensatz zum Rußtau vergilben die Blätter nicht und fallen auch nicht ab. Der dritte Pilz im Bunde ist der Rosenrost. Dieser bildet sich auf der Blattunterseite. Seine anfangs orangeroten, später dunkelbraunen stecknadelkopf-großen Pusteln sind leicht zu erkennen. Die Pusteln sind Sporenbehälter, also die Vermehrungsorgane des Pilzes. Auch hier kann das Laub vorzeitig abfallen. Diese drei -Pilze treten vornehmlich bei feuchter Witterung und ungünstigem Standort auf. Ungünstig heißt beispielsweise, dass die Rosen unter Bäumen stehen und nach einem Regen die Blätter nur langsam abtrocknen, weil die Bäume noch längere Zeit nachtropfen. Ob die Rose unter diesen Pilzen leidet, hängt aber in erster Linie von der Sorte ab. Die Bandbreite reicht hier von extrem anfällig bis zu völlig gesund. Beim Neukauf einer Rose ist deshalb unbedingt auf deren Gesundheit zu achten. Hilfreich ist dabei die ADR-Auszeichnung. Die All-gemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung bestehen nur Sorten, die mehrere Jahre in speziellen Rosengärten beobachtet wurden und gesund blieben. Informationsmöglichkeiten gibt es auch auf den Internetseiten der Bayerischen Gartenakademie. Wenn empfindliche Sorten allerdings schon im Garten stehen, wird es schwierig. Stärkungsmittel oder Pflanzenaus-züge helfen hier nicht mehr. Diese Krankheiten lassen sich nur mit vorbeugenden und regelmäßigen Behandlungen mit zu-gelassenen Pilzmitteln eindämmen.

Vorsicht beim Austausch von Rosen. Eine Rose reagiert bei einer Nachpflanzung extrem stark auf die Bodenmüdigkeit. Wer keine fünf Jahre warten will, muss einen großzügigen Bodenaustausch vornehmen. 

 

Manchmal reicht ein Umsetzen

Der Echte Mehltau ist ebenfalls ein Pilz. Er überzieht Blätter und Knospen mit einem weißen Belag. Stark befallene Pflanzenteile sterben ab. Anders als die vorgenannten Pilze braucht der Echte Mehltau keine nassen Blätter. Er ist deshalb öfter auf Pflanzen zu finden, die in Kübeln auf der überdachten Terrasse stehen. Oft reicht es dann, das Pflanzgefäß an einen etwas kühleren Standort zu stellen. 

Ein weiterer Pilz, der Probleme bereiten kann, ist der Grauschimmel oder Botrytis. Dieser tritt allerdings nur während ausgesprochenen Nässeperioden auf. Er befällt dann Blüten, Knospen und noch weiche Stängel. Diese verbräunen und sterben ab. Bei hoher Luftfeuchte kann sich auch der mausgraue Schimmelrasen ausbilden. Eine Bekämpfung ist nicht möglich, befallene Pflanzenteile werden einfach abgeschnitten. 

Auch unter den Tieren gibt es nicht wenige, die Gefallen und Geschmack an der Rose finden und von ihr leben. Die Bekämpfung ist aber weitaus einfacher als der Kampf gegen die Pilze. Denn einige der Tiere braucht man nicht auszumerzen, weil sie kaum Schaden anrichten, gegen andere wiederum kann man aufgrund ihrer Lebensweise gar nicht so recht ankommen. 

Am häufigsten treten wohl Blattläuse auf. Die Rose hält diese aber recht gut aus, und in der Regel haben nach zwei Wochen die Nützlinge „aufgeräumt“. Wer partout nicht so lange warten will, kann den Läusen mit Kaliseife auf den Leib rücken. Ebenfalls nicht selten sind weiß gesprenkelte Blätter. Im Laufe der Zeit werden die Sprenkel immer zahlreicher. Ursache sind Rosenzikaden. Diese 3 Millimeter großen Insekten mit hellen, dachziegelartig gefalteten Flügeln saugen blattunterseits. Dreht man die Blätter um, schnellen sie hoch und fliegen davon. In den meisten Fällen bemerkt der Rosenbesitzer die Aufhellungen erst dann, wenn die Zikaden die Rosen schon verlassen haben und auf die Sommerwirte übergewandert sind. Eine Bekämpfung ist aber sowieso nicht nötig, da der Schaden nur kosmetischer Natur ist.

In manchen Jahren werden die Blätter von nacktschneckenartigen, bis zehn Millimeter langen Larven befressen. Da dabei die durchsichtige Blattoberfläche erhalten bleibt, spricht man von Fensterfraß. Aus den Larven entwickelt sich die Schwarze Rosenblattwespe, die ebenfalls nicht bekämpfungswürdig ist. Eine weitere Blattwespe, die Rosenblattrollwespe, verursacht die typisch eingerollten Blätter. Die Wespe legt ihre Eier in die Blattränder, daraufhin rollen sich die Blätter ein. Im Inneren des eingerollten Blattes kann sich nun geschützt vor Wetter und Feinden die Larve entwickeln. Der Rose schadet dies nicht. Wer sich an den eingerollten Blättern stört, kann sie ja abpflücken. 

 

Von Aufwärtssteigenden und Abwärtssteigenden Rosentriebbohrern

Der Rosentriebbohrer ist ebenfalls eine Blattwespe, die ihre Eier aber in die Triebe legt. Beim Abwärtssteigenden Rosen-triebbohrer beginnt die Larve an der Triebspitze zu fressen und frisst sich im Mark des Triebs nach unten. Diese Triebe welken und können mit ihrem Bewohner entfernt werden. Beim Aufwärtssteigenden Triebbohrer beginnt die Raupe am Stängelgrund und frisst sich aufwärts. Hier welkt der Stängel nicht. Einen Befall erkennt man nur schwer, möglicherweise am Einbohrloch. 

Die allerwichtigste Pflanzenschutzmaßnahme bei der Rose ist die Wahl der richtigen Sorte (vgl. Seite 10/11), die zweitwichtigste ist der Standort. Staunässe, Vollschatten, stauende Hitze vor Mauern und ausgesprochene Trockenheit sind Faktoren, die die Rose gar nicht schätzt. 

Der Rosenbesitzer, der dies berücksichtigt, wird keine ernsthaften Probleme bekommen. Und mit den wenigen Blattflecken, die noch auftreten, und den Tieren, die hin und wieder Appetit auf Rosenblätter haben, wird er leben können.  

 

 

 

 

 

Bilder: Thomas Schuster