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Garten

Neue Schmankerl für den Gemüsegarten 2017

Kleingarten Magazin
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Dezember 2016

Auch wenn wir noch mitten im Winter stecken – die Tage werden schon wieder länger. Und mit der Vorfreude auf das Frühjahr kribbelt es vielen Gartenfans bereits in den Fingern.

 

Die ersten Aussaaten stehen schon bald an. Dennoch sollten wir bedenken, dass die Pflanzen für ein kräftiges Wachstum auch Licht benötigen. Das Tageslicht an der Fensterbank ist für Gemüsepflanzen grundsätzlich immer zu wenig und ohnehin noch sehr kurz. Die Wärme allein, die wir den Pflanzen in unseren Wohnräumen zweifellos geben können, reicht deshalb nicht aus. Darum ist es meist besser, mit den ersten Aussaaten noch ein bisschen zu warten. Für die Anzucht der Tomatenpflanzen reicht eine Zeitspanne von acht bis neun Wochen von der Aussaat bis zur fertigen Jungpflanze. Paprika und Auberginen brauchen allerdings drei bis vier Wochen mehr Zeit. Anfang bis Mitte Februar ist demnach ein guter Zeitpunkt für die Aussaat. Was man aber schon jetzt tun kann, ist, sich Gedanken zu machen, was man alles in seinem Gemüsegarten anbauen möchte, und sich nach neuen Sorten umzuschauen. Auch für 2017 gibt es wieder eine Vielzahl davon. Viele habe ich selbst im vergangenen Jahr in unserem Versuchsgarten getestet und mich bei den Züchtern und Forschungsanstalten umgeschaut. Einige davon möchte ich Ihnen hier vorstellen.

Neue rote Kopfsalate
Während es bei den grünen Kopfsalaten fast jährlich interessante Neuheiten gibt, ist dies bei den rotblättrigen Sorten wesentlich seltener der Fall. Die bisher wohl beste Sorte dieser Kategorie ‚Adrienne‘ musste ihrem Nachfolger ‚Laurenzio‘ weichen. ‚Laurenzio‘ stammt vom gleichen Züchter und enthält viel Blut der Vorgängersorte. Die Blattfarbe – im äußeren Bereich und an den Blattspitzen ein schönes kräftiges Rot und weiter im Kopfinneren grün – ist nahezu unverändert. Die neue Sorte ist aber noch sicherer im Anbau durch eine erweiterte Mehltauresistenz, und auch in der Schossfestigkeit ist ‚Laurenzio‘ noch etwas besser. Eine weitere sehr schöne neue rotblättrige Kopfsalatsorte eines anderen Züchters ist ‚Jerrican‘. Insbesondere die Freunde von Pillensaatgut wird dies freuen. Denn diese Sorte wird in dieser Form angeboten, die besonders einfach und präzise auszusäen ist. In deutschen Haushalten dominiert zwar eindeutig der Kopfsalat, die meisten, die aber einmal einen Romanasalat ausprobiert haben, kommen immer wieder gerne darauf zurück. Schon mit seiner länglich ovalen Form unterscheidet er sich deutlich von anderen Salaten. Auch sein Geschmack und die Blattfestigkeit sind anders. Die Blätter sind herzhaft knackig, aber dennoch zart. Eine wunderschöne neue Sorte mit leuchtend grünen Blättern ist ‚Victorinus‘, die für Pflanzungen von April bis Anfang August geeignet ist. Nach den bisherigen Erfahrungen ist sie in diesem Zeitraum sehr anbausicher mit einem ebenfalls langen Erntefenster.

Fruchtig frisches Basilikum ‚Lemon‘
Zitronenbasilikum ist bekannt. Neu ist aber eine großblättrige Variante im Typ Genoveser. Die Sorte ‚Lemon‘ bietet ein intensives, fruchtig frisches Zitronenaroma. Bereits wenn man ein Blatt zwischen den Fingern zerreibt, entfaltet es einen kräftigen Geruch. ‚Lemon‘ lässt sich auf dem Gartenbeet anbauen. Besonders gut wächst es aber in Töpfen auf der warmen, geschützten Terrasse, möglichst ohne direkte, zu intensive Sonneneinstrahlung. Für die Keimung benötigt es 20 bis 25 Grad. Deshalb erfolgen die ersten Aussaaten Anfang April am besten im Zimmer, spätere Aussaaten können dann auch direkt im Freiland erfolgen.

Eine große Dicke und kleine Schwarze
Die Sprache ist hier natürlich von Tomaten. Das Ausprobieren neuer Tomatensorten hat in meinem Versuchsgarten eine gewisse Tradition. Und fast immer findet sich darunter etwas Interessantes. Diesmal sind es zwei völlig gegensätzliche Sorten. Zum einen etwas für die Fans der großen Fleischtomaten. Die neue Sorte heißt ‚Fantasio‘ und darf nicht verwechselt werden mit einer fast gleichlautenden Sorte ‚Phantasia‘, die vor einigen ­Jahren für kurze Zeit im Handel war, aber geschmacklich nicht überzeugen konnte. ‚Fantasio‘ hat da deutlich mehr zu bieten. Die saftigen, gut durchgefärbten Früchte hatten meist ein Gewicht von ca. 160 bis 180 Gramm. Es gab aber auch echte Schwergewichte mit teilweise bis zu 350 Gramm. Größe allein macht bekanntlich noch keine gute Tomate aus. Die Sorte konnte auch durch einen kräftigen Tomatengeschmack überzeugen. Schwarz wäre zwar übertrieben, aber die tief dunkelrote Farbe, der herrlich fruchtige Geschmack und nicht zuletzt der üppige Behang der kleinen Cocktailtomate ‚Black Cherry‘ sind schon etwas Besonderes. Ich würde ihr nach dem ersten Kennenlernen im vergangenen Jahr durchaus das Prädikat „Sehr empfehlenswert“ geben und werde sie gerne wieder anbauen, zumal sie sich auch preislich auf einem vernünftigen Niveau befindet.

Lecker und bunt – die neuen Snackpaprika
Ähnlich wie bei Tomaten kommt es auch bei Paprika besonders auf den Geschmack an. Oft sind die kleinen Früchte die besten. Kleine, leckere Naschpaprika mit etwa sechs bis acht Zentimeter Länge rücken deshalb zunehmend in den Fokus der Verbraucher. Züchterisch scheint die Entwicklung solcher Sorten nach meinem Kenntnisstand nicht ganz einfach zu sein. Deshalb kommen sie eher häppchenweise auf den Markt und sind meist sehr teuer. Ein echter Knaller scheint nun aber einem deutschen Züchter gelungen zu sein, der gleich mehrere Sorten in verschiedenen Farben anbietet. Vor zwei Jahren habe ich die neuen Zuchtlinien zum ersten Mal gesehen und war sofort Feuer und Flamme. Für 2016 bekam ich dann Probesaatgut der vielversprechendsten Sorten und baute diese in 15-Liter-Pflanzgefäßen auf der Terrasse an – meines Erachtens die beste Möglichkeit, ­erfolgreich Paprika anzubauen, zumindest wenn man kein Gewächshaus hat. Die drei Sorten heißen ‚Takila‘ (reift sehr früh von Grün in ein leuchtendes Orange), ‚Brandy Red‘ (färbt von Grün nach intensiv Rot) und ‘Barbados‘ (färbt von Grün in ein kräftiges Gelb). Aus meiner Sicht begeistern alle Farbvarianten. Gemeinsam ist den Sorten ein sehr reicher Behang mit saftigen, lecker schmeckenden, süßen Früchten. Da sie alle frühtragend sind, eignen sie sich in günstigen Lagen auch für den Beetanbau im Freiland. Ideal sind sie wegen ihrer großen Anzahl an Früchten und den herrlichen Farben, aber ganz besonders für den Anbau in Pflanzkübeln auf einer warmen Terrasse. Sehr erfreulich ist, dass sie auch preislich sehr günstig sind. Zwei weitere Paprika-Neuheiten seien zumindest noch kurz erwähnt: Die Sorte ‚Mustang‘ ist ein relativ kurzer, blockiger Typ, der aufgrund seiner Form ideal zum Füllen ist. Er ist zunächst grün und reift in ein sehr kräftiges Rot ab.  Sehr viele ca. 20 Zentimeter lange schlanke Früchte bildet die Sorte ‚Estilo‘, ein Dolce-Italiano-Typ, bei dem bereits die grünen Früchte auffallend gut schmecken, bevor sie sich rot verfärben. Auch diese beiden Sorten baute ich 2016 mit sehr gutem Erfolg in 15-Liter-Pflanzkübeln auf der Terrasse an.

Vorfreude ist gerechtfertigt
Allein dieser Ausschnitt neuer toller Gemüsesorten wird bei vielen Gartenfreunden die Lust und Vorfreude auf das Gartenjahr 2017 wecken. Hierzu wünsche ich viel Spaß und Erfolg. Erhältlich sind die vorgestellten Sorten in Wolfgang Nixdorfs Gemüsegarten-Versandhandel. Einen kostenlosen Katalog können Sie gerne anfordern bei: Wolfgang Nixdorf, Flürleinsweg 1,
97922 Lauda (Tel. 09343/3465, E-Mail: nixdorf@garten-wn.de, Internet: www.garten-wn.de)